Bilanz

Ernte 2021: Mehr Zuckerrüben und Soja

Mehr Soja und Ölkürbis bauten die heimischen Ackerbauern in diesem Jahr an. Ein deutliches Plus gab es auch bei Zuckerrüben. Bei anderen Kulturen hingegen sank die Anbaufläche.

Für die heimischen Ackerbauern ist die heurige Ernte gemischt ausgefallen. "Klare Gewinner des Jahres 2021 sind Soja und Ölkürbis. Weiterhin auf dem Rückzug befindet sich leider der Raps. Ein deutliches Ernteplus im Vergleich zum Vorjahr gab es bei Zuckerrüben, ein kräftiges Minus bei Getreide", erklärte Landwirtschaftskammer (LK) Österreich-Präsident Josef Moosbrugger.

Frost, Überschwemmungen, Hagel, Dürre und Stürme trafen im Frühjahr und Sommer in manchen Regionen Österreichs viele Ackerbauern. Auf mehr als 500.000 ha wurde heuer bisher laut Hagelversicherung ein Gesamtschaden von 220 Mio. Euro verzeichnet, wobei ein hoher Anteil auf Grünland entfiel.

Um 10% mehr Soja

Mit 2,8 Mio. t Getreide (ohne Mais) ernteten die Bauern um 14,2% weniger als 2020. Die Anbaufläche der eiweiß- und ölreichen Sojabohne stieg heuer um 10% auf knapp 76.600 ha. Heimisches Soja wird vor allem als Futtermittel für Schweine und Hühner sowie in der Lebensmittelproduktion verwendet. Die Landwirtschaftskammer rechnet auch im kommenden Jahr mit steigenden Sojaanbauflächen. Angesichts der positiven Preisentwicklung bei Ölkürbissen wurde mit 40.000 ha die bisher größte Anbaufläche bei dieser Kultur in Österreich verzeichnet.

Die heimische Winterrapsproduktion sank im Vergleich zum Vorjahr aufgrund geringerer Anbauflächen und des Schädlingsbefalls um knapp 30% auf 70.000 t. "Schadinsekten wie Erdflöhe, Rüsselkäfer und Rapsglanzkäfer machen dem sensiblen Raps vom Anbau bis zur Blüte und Ernte zu schaffen und erfordern einen guten Schutz der Pflanzen, der jedoch immer schwieriger zu bewerkstelligen ist", so Moosbrugger.

Gastro-Lockdowns sorgten für weniger Kartoffelanbau

Der Zuckerrübenanbau wurde heuer auf 38.000 ha ausgeweitet, um die zwei Agrana-Zuckerfabriken in Österreich auszulasten und ein Schließen des Werks Leopoldsdorf (NÖ) zu verhindern. Landwirtschaftsministerium, Landwirtschaftskammer, Agrana und Rübenbauern schnürten dafür einen gemeinsamen Pakt. "Die Rübenernte wurde bis Mitte November zu etwa 75% eingebracht. Die Witterung war für die Zuckerrübe dieses Jahr sehr gut, der nasse Herbst im Vorjahr und die kühle Frühjahrswitterung hielten die Schädlinge im Zaum, und in den letzten sonnigen Herbsttagen konnte auch noch ein guter Zuckergehalt erzielt werden", so der LKÖ-Präsident.

Der Kartoffelanbau fiel heuer wegen des Corona-bedingt geringeren Verbrauchs - unter anderem wegen der Gastro-Lockdowns - etwas geringer aus. Die Witterung war für die Erdäpfelentwicklung in diesem Jahr regional sehr unterschiedlich. Die Ernte ist weitgehend abgeschlossen. Insgesamt liegt die Menge auf einem relativ hohen Niveau, allerdings wird die tatsächlich vermarktungsfähige Ware deutlich geringer ausfallen. Der Grund dafür sind die hohen Absortierungen. Der Drahtwurm hat bei vielen Betrieben wieder entsprechende Schäden hinterlassen.