Frühjahrsanbau 2019: Losjahr für die Zuckerrübe

In Oberösterreich dürfte der Zuckerrübenanbau zwar gleich bleiben. Österreichweit wird 2019 aber zu einem Losjahr des Rübenanbaus, wie die Landwirtschaftskammer OÖ in ihrem Ausblick auf das heurige Anbaujahr schreibt.

Zuckerrübe hat derzeit einen schweren Stand. Die Fläche ist in Österreich stark rückläufig – in Oberösterreich stabil. (Bildquelle: LK OÖ )

Der Rübenanbau in Österreich durchlebe momentan schwere Zeiten, so Franz Weinbergmair, Obmann der oberösterreichischen Rübenbauerngenossenschaft. Der Derbrüssler, eine Unterart des Rüsselkäfers, hat im Vorjahr in Österreich mit 9.000 Hektar fast ein Viertel der Rübenanbaufläche vernichtet. Betroffen war vor allem Ostösterreich. Zudem hat die Kultur durch das Auslaufen der EU-Marktordnung im Jahr 2017 auf einem nunmehr liberalisierten Markt einen schweren Stand.

„In Oberösterreich wird die Rübenfläche gegenüber dem Vorjahr weitgehend unverändert bleiben – in Anbetracht der Situation muss das schon als Erfolg gesehen werden“, betont Weinbergmair. Deutlich schlechter sei die Situation österreichweit: Üblicherweise hat Österreich eine Rübenfläche von über 40.000 Hektar. Heuer wurden bisher etwa 32.000 Hektar Zuckerrüben in Österreich kontrahiert – davon ca. 1.500 Hektar Biorüben, so der Obmann. Klar muss sein, dass diese Fläche nicht ausreicht, um die beiden Zuckerfabriken in Tulln und Leopoldsdorf auszulasten. Heuer und nächstes Jahr werden daher Losjahre für den Rübenanbau in Österreich."

Wird 2019 wieder Trockenjahr?

Die doch recht ausgiebigen Winterniederschläge lassen für den Frühjahrsanbau hoffen, dass der Vegetationsstart zeitgerecht gelingen wird, heißt es von der LK OÖ weiter. Trotzdem warten die Ackerbauern mit gewisser Spannung aber auch Sorge, ob auch 2019 wieder ein heißes, trockenes Jahr werden wird, meint Karl Grabmayr, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer OÖ. Klimatologisch gebe es derzeit einige Anzeichen dafür, weil sich das El Nino Phänomen im Pazifik heuer weltweit stark zeigt.

Im Frühjahrsanbau sind noch etwa 125.000 Hektar Ackerfläche zu bestellen – etwa 40 Prozent der oberösterreichischen Ackerfläche. Den Großteil davon wird Mais einnehmen mit einer Anbaufläche von ca. 80.000 Hektar.

Anbauflächen-Entwicklung ähnlich wie 2018 erwartet

„In der Entwicklung der Anbauflächen erwartet die Landwirtschaftskammer OÖ heuer wenig Veränderung gegenüber dem Vorjahr. Generell sind die ,Sprünge‘ in den Anbauflächen in kurzen Zeiträumen eher gering – langfristig ergeben sich aber durchaus maßgebliche Flächenverschiebungen. Auch die Anbaufläche bei der Zuckerrübe dürfte in Oberösterreich heuer etwa gleich wie im Vorjahr bleiben, dennoch sind die Rübenbauern momentan stark unter Druck“, erläutert Karl Grabmayr, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer OÖ.

Die Anbauflächen dürften heuer ähnlich aussehen wie im Vorjahr (Bildquelle: LK Oberösterreich)

Bei den im Herbst angebauten Kulturen (Winterweizen, Wintergerste, Triticale, Roggen und Raps) wird mit einer Fläche von etwa 120.000 Hektar gerechnet. Möglicherweise wird die Rapsfläche etwas geringer ausfallen als 2018. Der Zustand der Winterungen ist grundsätzlich gut. Regional gibt es Schneeschimmel aufgrund der langen Schneelage. Es wird aber nicht mit nennenswerten Auswinterungsverlusten gerechnet.

Mais bleibt klare Nummer 1 in Oberösterreich

Oberösterreich ist das Tierhaltungs-Bundesland Nummer Eins. Schon daraus leitet sich ein erheblicher Maisbedarf ab. Darüber hinaus gibt es mit der AGRANA Stärkefabrik in Aschach den größten Maisverarbeiter Österreichs vor Ort mit einem Bedarf deutlich über 400.000 Tonnen. Feststellbar ist auch, dass Mais – insbesondere die neuen Maissorten – offenbar schon gut adaptiert ist an heiße und trockene Vegetationsbedingungen. In der Maiszüchtung gibt es enorme Anstrengungen und essentielle Fortschritte in der Sortenentwicklung. „Mais ist ein gutes Beispiel, wie wichtig Pflanzenzüchtung und Sortenentwicklung für die künftigen Herausforderungen sind“, betont Grabmayr

Die Erträge bei Mais waren 2018 zumindest auf tiefgründigen Standorten überraschend positiv. Auch deswegen rechnet die Landwirtschaftskammer OÖ heuer mit einer etwas höheren Körnermaisfläche. Die Silomaisfläche ist schon seit Jahren mit etwa 29.000 bis 30.000 Hektar stabil.

Eiweißstrategie mit Soja

Sojabohne wird auch heuer eine wichtige Position in der Bodennutzung in Österreich einnehmen. Oberösterreich hat schon in der Vergangenheit auf diese Kultur gesetzt. Im Rahmen eines intensiven Versuchs- und Forschungswesens wird sich die Landwirtschaftskammer OÖ gemeinsam mit Ackerbauern mit Maßnahmen zur Optimierung bzw. Stabilisierung der Erträge beschäftigen sowie der Erhöhung der Eiweißgehalte und damit der Wertigkeit des Erntegutes. Es gibt einige sehr vielversprechende Ansätze, die im Versuchswesen getestet werden, um sie dann – sofern sich diese als zukunftsträchtig erweisen – in die Praxis umzusetzen.

Die neuen Sorten Aurelina, Acardia und Naskia liegen in ihren Werteigenschaften über dem bisherigen Sortiment. (Bildquelle: AGES )

„Mit gentechnikfreier Sojabohne aus regionaler Herkunft haben die österreichischen Landwirte ein zukunftsfähiges Produkt. Optimistisch stimmt uns bei der Sojabohne – ähnlich wie beim Mais – die Sortenentwicklung. Die Bemühungen der Pflanzenzüchter haben schneller als erwartet Früchte getragen. Die neue Sortengeneration – insbesondere im frühreifen Segment – scheint fast maßgeschneidert für Oberösterreich“, erläutert Grabmayr.

Derzeit gibt es von Jahr zu Jahr erstaunliche Fortschritte in der Leistung der Sojabohnensorten. In der Grafik stechen zB die neuen Sorten Aurelina, Acardia und Naskia hervor, die sehr deutlich in ihren Werteigenschaften über dem bisherigen Sortiment liegen. Dargestellt ist das frühreife Sortiment der 000-Sorten, die in Oberösterreich dominant sind. Das macht Hoffnung für die Zukunft. Weitere Details zum Anbau von Sojabohnen erfahren Sie in der Ausgabe 3/2019, die Mitte März erscheint.

Artikel geschrieben von

Torsten Altmann

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