Glyphosat: EU-Kommission verlängert Zulassung

Nach langen Verhandlungen hat die EU-Kommission nun ohne Zustimmung der EU-Mitgliedstaaten die Zulassung des Wirkstoffs Glyphosat bis Ende 2017 beschlossen. Dieser als unbefriedigende Zwischenlösung bezeichnenter Entschluss, wird stark kritisiert.

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Bis Ende 2017 hat die EU-Kommission die Zulassung des Wirkstoffes Glyphosat verlängert. Foto: Archiv (Bildquelle: )

So sollen die EU-Mitgliedstaaten bei der nationalen Zulassung von glyphosathaltigen Herbiziden den Einsatz außerhalb der Landwirtschaft möglichst vermeiden, heißt es aus Brüssel. Zufrieden mit der Lösung ist keiner. Die EU-Kommission bemängelt, dass sich die Länder nicht hinter den Kompromiss einer nur kurzfristigen Wiederzulassung gestellt haben. Der Industrieverband Agrar (IVA) spricht von einer unbefriedigenden Zwischenlösung. Der Grundsatz der Wissenschaftlichkeit sei im Glyphosat-Verfahren mehrfach mit Füßen getreten worden, kommentierte Hauptgeschäftsführer Volker Koch-Achelpöhler. Martin Häusling, Europaabgeordneter der Grünen, hatte ein Verbot gefordert. Nach seiner Auffassung hat es die EU-Kommission nach dem Brexit verpasst, auf die Skepsis der Bürger gegenüber der EU einzugehen.

IGP erwartet nach Frist Wiederzulassung für 15 Jahre

Als unnötige Verschleppung der Wiederzulassung" bezeichnet Christian Stockmar, Obmann der IndustrieGruppe Pflanzenschutz (IGP), die Entscheidung der EU-Kommission, den Wirkstoff Glyphosat für vorerst nur 18 Monate zu verlängern, um eine Entscheidung der Europäischen Chemikalienbehörde ECHA abzuwarten. Die wissenschaftliche Faktenbasis ist erdrückend und auch das Vorsorgeprinzip wird eingehalten. Nur die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten zauderten unter dem Druck des NGO-Populismus. Damit verursachen sie wissentlich einen immensen Schaden für Forschung und Wissenschaft."

Dabei sei das einzige Argument der NGOs und der Grünen vom Joint Meeting on Pesticide Residues der WHO und der FAO sowie in einer ersten Einschätzung der ECHA relativiert beziehungsweise widerlegt worden, kritisiert Stockmar. Vielmehr bestätigen über 1.000 aktuelle und unzählige Studien der vergangenen 40 Jahre seit der Erstzulassung sowie zahlreiche Behörden und Institute weltweit, dass Glyphosat bei sachgemäßer Anwendung für Mensch, Tier und Umwelt sicher ist. So empfehle die ECHA, Glyphosat nicht als krebserregend einzustufen. Deshalb gehen wir davon aus, dass in 18 Monaten eine Wiederzulassung für 15 Jahre kommt, so Stockmar. Bis dahin wird die Agentur einen wissenschaftlichen und harmonisierten Einstufungsprozess des Wirkstoffs auf Basis des EU-Chemikalienrechts abgeschlossen haben. -AIZ-


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