Jetzt an Cercospora-Bekämpfung in Rüben denken

Landwirte sollten jetzt mit der zweiten Spritzung Blattkrankheit Cercospora nicht zuwarten. Sich auf die eigene optische Begutachtung der Rübenblätter zu verlassen, reiche nicht aus. Die Rübenbauern sollten sich vielmehr auf die Warnhinweise konzentrieren. Das erklärt Rübenbauernbund-Obmann Ernst Karpfinger.

Die Cercospora-Infektion äußert sich in zwei bis drei Millimeter großen, runden Flecken mit rot-braunem Rand auf den Zuckerrübenblättern, die bei stärkerem Befall zusammenfließen.

Die Cercospora-Infektion äußert sich in zwei bis drei Millimeter großen, runden Flecken mit rot-braunem Rand auf den Zuckerrübenblättern, die bei stärkerem Befall zusammenfließen. (Bildquelle: )

"Der durch die Blattflecken verursachte Schaden ist eindeutig höher als die Kosten für die Bekämpfung. Deshalb mahne ich dringend an, zwischen der ersten und zweiten Cercospora-Spritzung nicht zu viel zeitlichen Abstand zu lassen, so der Obmann weiter. Das Monitoring der Rübenbestände durch optische Kontrolle sei zwar wichtig, so Karpfinger, aber wenn die Blattflecken schon einmal sichtbar würden, sei die Pilzinfektion schon vor vierzehn Tagen ausgebrochen und die Krankheit relativ weit fortgeschritten. 2009 trat in Österreich ein überraschend starker Infektionsdruck der Rübenblattkrankheit Cercospora auf und hat viele Rübenbestände einen oder sogar mehrere Prozentpunkte Zuckergehalt gekostet. Im Vorjahr erreichte die Zuckerrübenernte in Mittel- und Westeuropa durchschnittlich 18% Zuckergehalt, in Österreich, wo wir bisher im europäischen Spitzenfeld zu finden waren, fielen wir wegen der Cescospora-Infektion auf 16,1% zurück , warnt Karpfinger vor den Folgen des Nichthandelns. Eine flächenhafte Cercospora-Epidemie habe sowohl ökologische als auch volkswirtschaftliche Folgen. Ein Rückgang des Rübenbaus wegen epidemischer Verbreitung von Cercospora würde eine Verarmung der Fruchtfolge im Ackerbau und einen ökologisch unerwünschten Rückgang des Hackfruchtbaus auf Kosten einer engeren Getreidefruchtfolge nach sich ziehen.

Infektion, Risikoquellen, Schadbild und Schadensverlauf

Cercospora beticola ist der bedeutendste Erreger von Blattflecken in Zuckerrüben. Der Pilz reduziert durch eine Verringerung der photosynthetisch aktiven Blattfläche die Assimilation der Pflanze und Zuckereinlagerung, woraus letztlich Verluste an Ertrag und Qualität resultieren. Die Übertragung der Krankheit erfolgt im Frühstadium entweder durch Sporen, die von Rübenfeldern des Vorjahres oder von Geräten in den Bestand eingebracht werden, oder im späteren Vegetationsverlauf von Rübenbestand zu Rübenbestand. An diesen Tatsachen setzt eine Reihe von Maßnahmen zur vorsorglichen Eindämmung der weiteren Verbreitung der Blattkrankheit beziehungsweise zu deren Bekämpfung an. Feucht-heißes Wetter begünstigt die Infektion. Der Krankheitsbefall wird nach dem sogenannten Blattschluss evident, wenn im Sommer die Blätter der Rübenpflanzen so weit gewachsen sind, dass sie in benachbarten Reihen einander überlappen. Das Schadbild der Cercospora-Infektion äußert sich in zwei bis drei Millimeter großen, runden Flecken mit rot-braunem Rand auf den Zuckerrübenblättern, die bei stärkerem Befall zusammenfließen. Schon im Spätsommer und Frühherbst bieten die befallenen Rübenbestände einen Eindruck von herbstlichem Braunton. Treten 5 bis 60% Blattflächenverlust ein, kann man zur Ernte von einem Ertragsverlust in der halben Höhe dieses Prozentsatzes ausgehen.


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