Kartoffelmarkt: Überdurchschnittlich hohe Aussortierungen

Die Ernte ist eingebracht und die Lager bei den Händlern sind einigermaßen gefüllt. Ein deutlicher Unterschied dürfte heuer aber zwischen der Brutto- und Nettoerntemenge bestehen. Aufgrund zahlreicher qualitativer Mängel fallen die Aussortierungen heuer überdurchschnittlich hoch aus.

Die Inlandsnachfrage ist auf saisonüblich ruhigem Niveau - Erzeugerpreise stabil, so die IGE. (Bildquelle: Pixabay )

Wieviel qualitativ einwandfreie Speiseware tatsächlich in dieser Saison zur Vermarktung steht, ist nach Angaben der Interessengemeinschaft Erdäpfelbau noch schwer abschätzbar. Unklar ist auch, wie viel die Landwirte heuer selbst einlagern. Angesichts des hohen internationalen Preisniveaus dürfte wohl die eine oder andere Partie für einen späteren Vermarktungszeitpunkt zurückgehalten werden.

Die Inlandsnachfrage läuft auf saisonüblich ruhigem Niveau. Im Export können weiterhin nennenswerte Mengen untergebracht werden. Die Preise blieben stabil auf dem Vorwochenniveau. In Niederösterreich werden für mittelfallende Ware meist 18 bis 20 €/100 kg und für Übergrößen zwischen 15 und 18 € bezahlt. Aus Oberösterreich werden Preise von bis zu 22 €/100 kg genannt.

Deutschland fährt schwache Ernte ein

In Deutschland ist die Ernte der Speisekartoffeln mittlerweile weit fortgeschritten und vielerorts auch schon nahezu beendet. Ab der kommenden Woche wird der Speisemarkt wohl bereits flächendeckend mit Kartoffeln aus dem Lager bedient. Infolge der geringen Ernte zeigt sich der Markt, vor allem die Verarbeitungsindustrie, sehr interessiert an der Ware. Teils wird von höheren Aussortierungen aufgrund von Zwiewuchs, grünen Knollen und Drahtwurmbefall berichtet. Spannend bleibt die Frage nach der Lagerfähigkeit der Kartoffeln, denn die Trockenheit und insbesondere die deutlich höheren Temperaturen dürften sich negativ auf die Keimruhe der Früchte ausgewirkt haben. Das kann zu einer weiteren Anspannung der Angebotssituation führen. Die Preise sollten mittelfristig weiter anziehen.

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Markus Schwaiger

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