LK fordert mehr Saisonier-Planstellen vom Sozialministerium

Wegen der gut laufenden Wirtschaft in Osteuropa als auch höherer Entlohnung in Deutschland kommen immer weniger Arbeitskräfte aus östlichen EU-Staaten nach Österreich. Während die Landwirtschaftskammer weitere 700 Saisonier-Stellen fordert verweist Sozialministeriin Beate Hartinger-Klein auf den Pool an Flüchtlingen im Inland.

Die heimische Land- und Forstwirtschaft bräuchte rund 700 Saisoniers mehr. Sozialministerin Hartinger-Klein hält aber wenig davon. (Bildquelle: BBV )

Mit der Saison-Verordnung für 2019 hat das Sozialministerium ein Saisonnierkontingent in der Höhe von 2.610 und 275 Erntehelferplätzen aus Nicht-EU-Ländern festgelegt. Zumindest 500 bis 700 zusätzliche Plätze wären für heuer notwendig, heißt es von der Landwirtschaftskammer.

Zudem zieht es viele Erntehelfer aus osteuropäischen EU-Staaten nach Deutschland. Erntetätigkeiten unter 70 Tagen kann dort für Schüler, Studenten und Pensionisten von der Sozialversicherungspflicht ausgenommen werden. Laut LK haben deutsche Betriebe damit geringe Gesamtkosten und könnten höhere Nettolöhne zahlen als hierzulande. Aus Polen und Tschechien kommen bereits deutlich weniger Erntehelfer nach Österreich. Bei agrarischen Arbeitskräften aus Ungarn, die nach Österreich pendeln, gebe es hingegen keinen Rückgang.

Sozialministerin: Flüchtlingen Agrajobs anbieten!"

Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) hält offensichtlich wenig von der Forderung nach mehr Kontingentplätzen für die Land- und Forstwirtschaft. Gegenüber der APA verwies sie auf die rund 33.000 arbeitslosen anerkannten Flüchtlinge und subsidiär Schutzberechtigte. Für viele dieser Arbeitskräfte wäre auch eine Beschäftigung in der Landwirtschaft möglich, zumal für Erntehelfertätigkeiten keine längere Ausbildung oder Vorqualifikation sondern lediglich entsprechende körperliche Eignung und ein Mindestmaß an Sprachkenntnissen erforderlich sind, so Hartinger-Klein.

Das Sozialministerium hat  in die neuen arbeitsmarktpolitischen Zielvorgaben für das Arbeitsmarktservice (AMS) die rasche Vermittlung von Asylberechtigten zur Arbeitsaufnahme in der Landwirtschaft" inkludiert. Das AMS und die Landwirtschaftskammern organisieren heuer wieder gemeinsam Jobbörsen speziell für zugewanderte Personen mit Arbeitserlaubnis.

Diese Arbeitskräfte könnten nur einen Teil des Bedarfs decken können, so die LK. Für die kurzfristige Beschäftigung im landwirtschaftlichen Ernteeinsatz oder etwa bei der Aufarbeitung von Schadholz benötige man eben mehr Saisonniers aus EU-Drittstaaten.

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Spanring Leopold Th.

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