Neonics doch nicht Schuld am Bienensterben?

Die weiterhin hohen Bienenverluste zeigen, dass das EU-Moratorium zum Verbot der Neonics sein Ziel verfehlt hat. Dieser Ansicht ist die IndustrieGruppe Pflanzenschutz (IGP). Sie fordert einen Schulterschluss im Kampf gegen Winterverluste durch die Varroamilbe, anstatt einer populistischen Panikmache.

Biene

(Bildquelle: )

"Dass in Bienenproben keinerlei Neonicotinoide nachweisbar und die Winterverluste bei den Bienen trotzdem hoch sind, zeigt, dass kein nachweisbarer Zusammenhang besteht. Das Moratorium für Neonics hat seine Wirkung verfehlt, so der Obmann der IndustrieGruppe Pflanzenschutz (IGP), Christian Stockmar, zu den Aussagen und Verlustzahlen von Zoologe Karl Crailsheim von der Universität Graz. Stockmar sieht dabei vor allem die Witterung und das damit begünstigte Ausbreiten der Varroamilbe als Hauptgrund für die Verluste. Er warnt, dass die Bienen vielmehr durch Rückgänge im Anbau von Raps, die durch das Neonics-Verbot verursacht werden, nachhaltigen Schaden erleiden, weil sie zunehmend Nahrungsräume verlieren."

"Es braucht jetzt einen Schulterschluss und gemeinsamen Dialog aller, um gegen Bienenschädlinge, allen voran die Varroamilbe, vorzugehen, fordert Stockmar in einer Aussendung. Den zunehmenden Bienenverlusten müsse entschieden entgegen getreten werden: Durch mehr Blühflächen und -pflanzen, Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Imkerinnen und Imker sowie mittels Forschung für Mittel zur Bekämpfung der Varroamilbe. Stockmar: Projekte wie 'Biene Österreich' sind wichtig und unterstützenswert, um Daten zur Bienengesundheit zu sammeln und auszuwerten. Nur so können wir die richtigen Schritte setzen, um den Bienenverlusten zu begegnen."

Populistische Angst- und Panikmache der NGOs und der Grünen, die immer in Wahlkämpfen das Thema Biene für sich entdecken, seien fehl am Platz. Erstens: Trotz der Bienenverluste im Winter steigt die Zahl der Bienenstöcke in Österreich und weltweit – in Österreich zwischen 2005 und 2013 von rund 280.000 auf über 380.000, weltweit von 75,3 Millionen auf rund 81 Millionen. Das zeigen die Zahlen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisationen der Vereinen Nationen (FAO; die Zahlen sind unter http://faostat3.fao.org/browse/Q/QA/E abrufbar). Zweitens lässt sich weiterhin kein Zusammenhang zwischen Bienenverlusten und Pflanzenschutzmitteln herstellen. Drittens werden alle Pflanzenschutzmittel über zehn Jahre entwickelt und nur dann zugelassen, wenn sie für Mensch, Tier und Umwelt bei sachgemäßer Anwendung unbedenklich sind, so Stockmar abschließend.


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