Neues Bioinsektizid vergrämt Schädlinge

Einen fundamentalen Wechsel im Pflanzenschutz glaubt Professor Thomas Brück von der TU München mit einem Bio-Insektenspray einläuten zu können. Ein Team der Uni hat einen biologisch abbaubaren Wirkstoff etnwickelt, der Schädlinge fern halten soll, ohne zu vergiften.

Bioinsektizid

Weizenkeimlinge mit (rechts) und ohne CBT-ol-Behandlung: Die Blattläuse meiden die behandelten Keimlinge. (Bildquelle: Wolfgang Mischko / TUM )

Brück, Inhaber des Werner Siemens-Lehrstuhls für Synthetische Biotechnologie der TU München, und sein Team haben jetzt nach eigener Aussage eine Alternative synthetisch hergestellte Insektizide gefunden: Das von ihnen entwickelte Insekten-Abwehrmittel sei biologisch abbaubar und ökologisch unbedenklich. Auf Pflanzen gesprüht wirke es ähnlich wie Mückenspray: „Es verbreitet einen Geruch, der unerwünschte Insekten fern hält“, so Brück.
 
„Mit unserem Ansatz ermöglichen wir einen fundamentalen Wechsel im Pflanzenschutz“, sagt Brück. „Statt Gift zu versprühen, das immer auch nützliche Arten gefährdet, vergrämen wir gezielt nur die Schädlinge.“

Aus der Tabakpflanze extrahiert

Vorbild der Münchner Forscher war die Tabakpflanze. Diese erzeugt in ihren Blättern Cembratrienol, kurz CBT-ol. Mit diesem Molekül schützt sich die Pflanze vor Schädlingen. Mit biotechnologischen Werkzeugen stellten sie aus diesem Wirkstoff das neue biologischen Mittel her.
 
Nach Untersuchungen Brücks wirkt das Mittel gegen die meisten Insekten, wie Blattläuse, Fruchtfliegen etc. Je nach Formulierung wirke das Mittel bis zu einer Woche vergrämend auf die Insekten, so Brück gegenüber top agrar Österreich. Da das CBT-Spray biologisch abbaubar sei, reichere es sich auch nicht an.
 
Noch seien aber weitere Untersuchungen notwendig. Bis das fertige Produkt auf den Markt kommt, dürften laut Brück aber noch bis zu drei Jahre vergehen. Es seien aber bereits zwei größere Firmen aus der Agrochemie ernsthaft an dem Produkt interessiert.


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