Aus dem Heft

Nützlinge made in Austria

Auf die Züchtung von Florfliegen für die biologische Schädlingsbekämpfung in Getreide und anderen Kulturen hat sich ein junges Unternehmen in Alland spezialisiert. Bald will man auch Schlupfwespen und Ameisenbuntkäfer anbieten. Wir waren vor Ort.

Die Florfliegenlarven saugen bis zu 200 Blattläuse pro Woche aus. (Bildquelle: Adobestock/Kottmann)

Die Problematik trifft unsere Landwirtschaft zunehmend: Im Ackerbau gibt es immer weniger Pflanzenschutzmittel gegen Schädlinge. Und diese breiten sich in Verbindung mit dem zunehmenden Klimawandel in allen Kulturen immer mehr aus. Angesichts dessen kann man das junge Unternehmen von Insect Laboratories Research GmbH (ILR) im niederösterreichischen Alland wohl als kleinen Hoffnungsschimmer bezeichnen.

800.000 Florfliegen pro Woche

Das sechsköpfige Team um Geschäftsführer Florian Mayer hat sich der Aufzucht und dem Vertrieb von Nützlingen verschrieben. Seit drei Jahren produziert man in Alland die biologischen Schädlingsbekämpfer. Das Hauptaugenmerk liegt aktuell auf der Zucht der Grünen Florfliege, genauer gesagt deren Larven.

Diese ernähren sich hauptsächlich räuberisch, das heißt, dass sie andere kleine Insekten aussaugen. Mitunter werden sie auch „Blattlauslöwen“ genannt. Eine Larve frisst im Durchschnitt 200 Blattläuse pro Woche, über ihren etwa zwei- bis dreiwöchigen Larvenzyklus also 400 bis 600 Stück. Auch Spinnmilben, Thripsen, Schmierläuse, Raupen und andere Kleininsekten stehen auf dem Speisezettel.

Das ILR ist das derzeit einzige in Österreich, dass sich auf dem Terrain der Nützlingszucht bewegt. Daneben werden die Nützlinge etwa auch in Frankreich oder Deutschland in ähnlicher Weise produziert. „Aber wir bieten den Kunden die ­Sicherheit, dass alle für die Produktion notwendigen Ressourcen aus Österreich stammen“, erklärt Jan-Luca Bina. Er ist neben der Aufzucht und Fütterung auch für das Marketing zuständig. „Und ein weiterer Vorteil ist, dass wir über den reinen Verkauf der Larven hinaus auch ein Gesamtpaket mit der Ausbringung per Drohnen anbieten.“ Dazu später mehr.

In der Vegetationszeit produziert das ILR etwa 800.000 Florfliegen-Larven pro Woche. Für die Anzucht der Larven hat das junge Team unter Federführung von Technikspezialist Andreas Grabos eine Vielzahl vollautomatischer Apparaturen entwickelt. Alle für die Zucht benötigten...


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