Oberösterreich erntet 18 % mehr Weizen

Die in Oberösterreich weitgehend abgeschlossene Getreideernte 2014 liegt über dem österreichischen Durchschnitt, stellten gestern Oberösterreichs LK-Präsident Franz Reisecker und der zuständige Pflanzenbau-Abteilungsleiter Christian Krumphuber die diesjährigen Produktionszahlen vor. Die Zuwächse gegenüber dem Vorjahr betragen 18% bei Weizen, 19% bei Wintergerste, 35% bei Triticale und geschätzte 42% bei Körnermais.

ernte

Foto: goestl.globl.net (Bildquelle: )

Reisecker musste diese Ergebnisse aber gleichzeitig relativieren, denn die qualitativ und mengenmäßig guten bis hohen Erträge werden durch Preisdruck auf dem Markt den Bauern nur teilweise zukommen oder überhaupt aufgefressen werden.

Die Ernte in Oberösterreich

Klima- und niederschlagsbedingt liegt die Ernte bei den Ackerkulturen in Oberösterreich auch heuer über dem Österreich-Schnitt. Krumphuber führt aber auch pflanzenbauliche Verschiebungen ins Treffen. So hat sich der Triticaleanbau seit dem Vorjahr um 900 ha auf 16.500 ha oder um 4% erhöht, während Roggen von 7.000 ha auf 6.000 ha rückläufig war. Raps fiel in der Fläche um 17% zurück und laut dem Pflanzenbauexperten könnte sich hier die Abwärtsspirale aus produktionstechnischen und gesellschaftlichen Gründen hinsichtlich des Pflanzenschutzes weiterdrehen.

Die Erntegesamtmengen zeigen ebenfalls Verschiebungen, können sich aber heuer besonders sehen lassen. Die durchschnittlichen Hektarerträge betragen 7 t bei Wintergerste, 7,8 t bei Winterweizen, 6 t bei Triticale. Für Körnermais schätzen die Experten zum jetzigen Zeitpunkt einen Zuwachs von 42% voraus. Roggen nahm dagegen um 6% ab. Um 6% rückläufig war auch die Erntemenge von Raps mit durchschnittlich 4 t, während Sojabohne um 29% zulegen konnte.

Hervorzuheben ist auch die Maissaatgutvermehrung. Durch die Züchtungserfolge der Saatbau Linz konnte die Vermehrungsfläche heuer um 50% gesteigert werden. In Oberösterreich wird um zwei Drittel mehr Maissaatgut produziert, als hier benötigt wird. Die vergleichsweise sicheren Erträge und die erfolgreiche fruchtfolgemäßige Abwehr des Maiszünslers ermöglichen diese auch wertsteigernde bäuerliche Produktion.

Vorläufige Ernteergebnisse Österreichs

Nach den vorläufigen Ernteschätzungen werden in Österreich 9% mehr Weizen, 23% mehr Triticale und 40% mehr Mais im Vergleich zu 2013 eingefahren. In Summe soll die heimische Produktion mit 5,4 Mio. t um 19% über der Ernte des Vorjahres liegen. Hier muss allerdings die trockenheitsbedingt niedrige Maisernte 2013 in den östlichen Bundesländern und der Rückgang des Roggens zugunsten von Triticale eingerechnet werden. Die Roggenernte betrug im Vorjahr hier noch 235.000 t gegenüber den diesjährigen 220.000 t, während Triticale, die überwiegend verfüttert und zum Teil verspritet wird, von 224.000 t auf 275.000 t gestiegen ist.

Die weltweite Getreidesituation

"Die globale Getreide-, Mais- und Ölsaatenernte wird heuer zum zweiten Mal in Folge über dem Bedarf liegen, hält Reisecker fest. In den wichtigsten Produktionsländern gibt es kaum größere Ausfälle. Nach der weltweiten Rekordernte im vergangenen Jahr zeichnet sich 2014 die zweitgrößte Getreideproduktion der Geschichte ab - die Welt-Getreidevorräte dürften wieder auf 20% eines Jahresbedarfes steigen. Neben mehr Weizen und Mais soll heuer auch die globale Reisernte mit 480 Mio. t sehr gut ausfallen, und Reis ist für die halbe Menschheit das Grundnahrungsmittel Nummer 1, unterstrich der Präsident.

Mengenmäßig ist Weizen in der weltweiten Ernährung das führende Getreide. Heuer wird eine Ernte von 705 Mio. t einem Verbrauch von rund 700 Mio. t gegenüberstehen. Zu den größten Weizenproduzenten der Welt zählen die EU (147 Mio. t), China (124 Mio. t), Indien (98 Mio. t) und die USA (54 Mio. t). Innerhalb der EU sind Frankreich, Deutschland und Polen mit 70 Mio. t, 48 Mio. t beziehungsweise 27,5 Mio. t die wichtigsten Weizenlieferanten und stellen die Hälfte der EU-Getreideproduktion.

An Weizen, Mais und Gerste stehen heuer in der EU 304 Mio. t der Vorjahresernte von 297 Mio. t gegenüber. Bei Mais wird mit voraussichtlich 980 Mio. t wieder das globale Rekordergebnis von 2013 annähernd erreicht werden. Davon wird jedoch eine große Menge verfüttert und zum Teil auch industriell weiterverarbeitet. In der Maisproduktion führen die USA (352 Mio.t) vor China (220 Mio. t) und Brasilien (74 Mio. t).

Eine rekordverdächtige Produktion wird heuer auch bei den Ölsaaten Soja und Raps erwartet. So soll Soja erstmals die 300 Mio. t-Grenze überschreiten und die EU-Rapsernte wird auf 22 Mio. t eingeschätzt, das sind um 10% mehr als 2013.



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