Pflanzenschutz hat hohen Nutzen für Landwirtschaft

26% Verluste bei Gerste, 30% Verluste bei Weizen, Totalausfall bei Zuckerrübe: Das sind die Folgen, wenn Landwirte keinen Pflanzenschutz einsetzen. Das zeigt die IndustrieGruppe Pflanzenschutz (IGP) in einem Versuch.

Durch die aktuellen agrarischen Rahmenbedingungen in Europa mit weniger Wirkstoffen und zunehmenden Wetterkapriolen werden die Erträge und damit auch die Selbstversorgung sinken, warnt die IGP. (Bildquelle: top agrar)

Die IndustrieGruppe Pflanzenschutz (IGP) hat heuer die Aktion "schauFELDER" zum sechsten Mal durchgeführt und das Ergebnis ist abermals eindeutig. 85 Landwirte haben in unterschiedlichen Kulturen Parzellen angelegt, in denen auf jeglichen Pflanzenschutz verzichtet wurde. "26% Verlust bei Gerste und 30% beim Weizen - die "schauFELDER" belegen erneut den hohen Nutzen von Pflanzenschutz für die Landwirtschaft", betont IGP-Obmann Christian Stockmar.

Totalausfall bei Zuckerrübe

Bei der Zuckerrübe gab es im unbehandelten Feld laut IGP einen Totalausfall der Ernte. Beim Weizen habe ein massiver Braunrostbefall dazu geführt, dass der Blattapparat in der unbehandelten Parzelle komplett abgestorben sei. Durch die aktuellen agrarischen Rahmenbedingungen in Europa mit weniger Wirkstoffen und zunehmenden Wetterkapriolen werden die Erträge und damit auch die Selbstversorgung sinken, warnt die IGP. "Das führt dazu, dass wir Obst, Gemüse und Getreide aus anderen Ländern importieren müssen, deren ökologische und soziale Folgen der Produktion weitgehend unbekannt sind", verdeutlicht Stockmar.

Erträge sinken durch Klimawandel

Bereits im Sommer 2019 habe die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) gewarnt, dass aufgrund der Dürre im laufenden Agrarjahr global mehr Getreide verbraucht als geerntet werde. Auch der Grüne Bericht des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) und die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) hätten auf sinkende Erträge verwiesen und nannten den Klimawandel als wesentliche Ursache. Die Institutionen erwarten direkte Auswirkungen durch das Klima und die negative Dynamik bei Niederschlägen und Temperaturen, aber auch ein sinkendes Produktionspotenzial der Böden. "In dieser Situation brauchen die Landwirte eine möglichst breite Palette an innovativen und effizienten Betriebsmitteln, um die Pflanzen vor Schadfaktoren schützen zu können", stellt Stockmar klar.

So wurde der Versuch angelegt

Die Parzellen in den "schauFELDERN" werden in Kooperation zwischen IGP und der Erzeugergemeinschaft Zistersdorf (egz) in Niedersulz im Weinviertel (NÖ) in einem Trockengebiet mit geringem Unkrautbesatz und Krankheitsbefall angelegt. Die restlichen Parzellen werden weiterhin im Sinne des integrierten Pflanzenschutzes vom Landwirt bewirtschaftet. Von der Aussaat bis zur Ernte werden so die unterschiedliche Entwicklung der Kulturen und der Befall durch Schädlinge, Krankheiten sowie Unkraut zwischen behandelten und unbehandelten Parzellen veranschaulicht. Mit dem Projekt sollen die Menschen in Österreich für den Nutzen von Pflanzenschutz sensibilisiert werden.

Artikel geschrieben von

Beate Kraml

Redaktion

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