Tirol

Pilzgerste im Steilhang soll Engerlinge bekämpfen

Pilotprojekt in Tux zur biologischen Schädlingsbekämpfung im steilen Gelände mit flüssiger Ausbringung gestartet.

Seit beinahe 30 Jahren hat sich der Einsatz von Pilzgerste zur biologischen Bekämpfung von Maikäfern
bzw. Engerlingen bewährt. In Tux im Zillertal wird gerade an einem Ausbringungsverfahren im Steilgelände gearbeitet und geforscht. Dabei werden Gerstenkörner, die als Träger für den Pilz fungieren, in den Boden eingebracht, wo sich der Pilz entwickelt und den Larvenbestand dezimiert. "Auf Steilhängen war die Ausbringung bisher nur händisch möglich. Die neu entwickelte Methode ermöglicht nun eine Ausbringung der Pilzgerste mit dem Motormäher, und zwar in flüssiger Form", erklärt Mikrobiologe Hermann Strasser von der Universität Innsbruck, der das Projekt bereits seit mehr als 20 Jahren betreut.

Enorme Schäden durch Engerlingsbefall

Besonders in den vergangenen Jahren sind enorme Schäden durch massiven Engerlingsbefall auf landwirtschaftlichen Flächen entstanden. Für die Ausbringung der Pilzgerste zeichnet der Maschinenring verantwortlich. "Mithilfe der MMexit-Motor‐Injektor-Technik wird der insektentötende Pilz auf Steilhangflächen in der Region Tux in den Boden injiziert. Die Stachelinjektoren der MMexit-Maschine ermöglichen nicht nur das problemlose Manövrieren im Steilhang, sondern auch die gleichmäßige Injektion des Pilzes", erklärt Maschinenring Tirol-Geschäftsführer Hermann Gahr.

Injektionsgerät

Über die Stacheln wird die Flüssigkeit in den Boden eingebracht (Bildquelle: LK Tirol)

"Durch die flächendeckende Anwendung in den betroffenen Gebieten konnte die Anzahl der Insekten und damit die Schäden stark minimiert werden", betont Landwirtschaftskammer (LK) Tirol-Präsident Josef Hechenberger. Gerade bei den Steilhängen gehe es auch um Stabilität und damit um Sicherheit vor Muren und Hangrutschen. "Dass die Pilzgerste als biologische Methode zur Bekämpfung nun auch auf diesen Flächen angewendet kann, ist also ein enormer Fortschritt", sagt Hechenberger. "Aufgrund der klimatischen Veränderungen haben sich die Mai- und Gartenlaubkäfer auch in immer höheren Lagen ausgebreitet. Dieser Entwicklung schnellstmöglich entgegenzuwirken und damit die Landwirtschaft auch 'klimafit ' zu halten, hat höchste Priorität", unterstrich LH-Stellvertreter und Agrar-Landesrat Josef Geisler. Das Projekt wird von der Gemeinde Tux und dem Land Tirol finanziell unterstützt.

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