Resistenz-Züchtung spart Pflanzenschutzmittel ein

Die 67. Pflanzenzüchter-Tagung von Saatgut Austria widmete sich der Züchtung von Pflanzen mit Resistenzen gegen Krankheitserreger. Dabei stand die Resistenz-Züchtung gegen Steinbrand und Fusarium bei Getreide im Vordergrund. Fusariumpilze können giftige Mykotoxine bilden, weshalb Resistenzen einen Fortschritt für die Lebens- und Futtermittelsicherheit darstellen.

Vertreter der heimischen Pflanzenzüchter-Zunft bei ihrer jährlichen Tagung (v.l.n.r.): Heinrich Grausgruber (Ass.-Prof. an der Universität für Bodenkultur, Organisator), Anton Brandstetter (Saatgut Austria, Organisator), Elisabeth Zechner (Saatzucht Edelhof, Getreidezüchterin), Almuth Müllner (Universität für Bodenkultur, Vortragende), Herbert Bistrich (Getreidezüchter Saatzucht Donau), Franziska Löschenberger (Getreidezüchter Saatzucht Donau), Anton Neumayer (Getreidezüchter Saatzucht Donau), Philipp Karoshi (Die Saat, Getreidesortenentwicklung), Johann Birschitzky (Saatzucht Donau). (Foto: Saatgut Austria) (Bildquelle: )

Steinbrand ist aufgrund des Ertrags- und Qualitätsverlusts eine bei Landwirten gefürchtete Getreidekrankheit, die in der konventionellen Landwirtschaft mit Saatgutbehandlungen zurückgedrängt wurde. In der biologischen Landwirtschaft gibt es bis dato keine gut wirksamen Bekämpfungsmöglichkeiten. Almuth Müllner von der Universität für Bodenkultur hat im Rahmen eines Forschungsprojektes Resistenzgene gegen diese Krankheit identifiziert. Diese Arbeiten sind Grundlage dafür, dass Pflanzenzüchter derartige Gene gezielt in Sorten für den Biolandbau einkreuzen können. Dann werde es laut Saatgut Austria (der Vereinigung der Pflanzenzüchter, Saatgutproduzenten und Saatgutkaufleute Österreichs) möglich sein, Sorten zu züchten, die gegen den Steinbrand widerstandsfähiger sind.

„40 % der Welternte gehen aufgrund von Schadinsekten, Krankheiten und Unkräutern verloren“, so Michael Gohn, Obmann von Saatgut Austria. Vor allem im Getreideanbau hatten die Landwirte 2016 mit Pilzbefall zu kämpfen, der nicht nur den Ertrag sondern auch die Qualität beeinflusste. „Unser Ziel ist es, durch Resistenzen gegen Krankheiten und Schädlinge, aber auch geringerer Anfälligkeit gegenüber Wetterextremen die Ernteausfälle zu minimieren und die Qualität der Nahrungsmittel aufrechtzuerhalten. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Mehrertrag bei Pflanzen und zu einem geringeren Einsatz von Pflanzenschutzmitteln."

Pflanzenzüchter-Tagung als jährlicher Fixpunkt der Züchter

Unter den Teilnehmern der Veranstaltung waren Grundlagenforscher der Universität für Bodenkultur sowie Vertreter der Mitglieder von Saatgut Austria, die in Österreich erfolgreich zusammenarbeiten. Außerdem waren viele Vertreter von europäischen Forschungsinstituten und angewandte Pflanzenzüchter dabei. Die Pflanzenzüchtertagung fand von 21. bis 23. November 2016 in der Höheren Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Landwirtschaft Raumberg-Gumpenstein statt.

Artikel geschrieben von

Weninger Lukas

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