Zuckerrübe

Rübenanbau: Vieles spricht für ein Erfolgsjahr 2022

2021 hat der Druck durch den Derbrüssler in Zuckerrüben deutlich nachgelassen. Für 2022 ist hier mit zunehmender Entspannung zu rechnen. Außerdem machen weitere Neuerungen den Anbau von Zuckerrüben einfacher und sicherer.

Unsere Autoren: Herbert Eigner und Stefan Geyer, Agrana Research & Innovation Center GmbH, Manfred Weinhappel, Landwirtschafts­kammer Niederösterreich

Das heurige Jahr hat den Zuckerrübenanbau in Österreich wieder zum Positiven verändert! Der Druck durch den Derbrüssler hat deutlich nachgelassen und auch für 2022 ist mit einer weiteren Entspannung der Befallslage zu rechnen.

Weiters ist aktuell davon auszugehen, dass Neonicotinoide in der Pille hier weiter zur Absicherung beitragen. So können auch Erdfloh und Blattlaus in Schach gehalten werden. Bei regional erzwungenem Verzicht (Burgenland) mindert ein dichtes Monitoring zwar nicht den Schaddruck durch Floh und Laus. Doch es macht allfällig ein schnelleres Reagieren möglich.

Unkraut besser im Griff

Neu in den Markt kommende Rübensorten mit Resistenzen gegen bestimmte Herbizide haben zu einem Umbruch in der Beikrautregulierung geführt: Sie wird einfacher und sicherer! Ebenso ­geben gegenüber Cercospora beticola hochtolerante Sorten einem stressreduzierten Rübenanbau weitere Perspektive. Das sind die wichtigsten Eckpunkte der Ausgangslage für die kommende Rübenbausaison.

Hier kommen die Details: Mit unter 200 ha Umbruchsfläche und letztlich nur etwa 50 ha definitivem Flächenverlust infolge Fraß erwies sich der Derbrüssler 2021 – im Vergleich zu den Jahren davor – als weitgehend unproblematisch. Diese Entwicklung hatte sich schon aus den Ergebnissen der Untersuchungen auf den Besatz an Larven und Jungkäfern aus Sommer und Herbst 2020 abgezeichnet: Der Einsatz der neonicotinoiden Saatgutbeize, der Pheromonfallen und nicht zuletzt die Sommerniederschläge 2020 bewirkten eine deutliche Abnahme der Anzahl Käfer vor Winter.

Die kühlen Temperaturen 2021 minderten folgend die Mobilität der verbleibenden Käfer. Diese konnten zu einem nicht unbeträchtlichen Anteil durch die in den Rübenflächen 2020 eingesetzten Pheromonfallen abgefangen werden. Speziell die durch die Fräse gezogenen Fallrillen verstärkten deren Effekt. Der Einsatz der Neonicotinoide sowie bei Bedarf konsequente Spritzapplikationen von Insektiziden sicherten den Erfolg ab.

top Voraussetzungen für 2022

Die kühlen Bedingungen und die gegebene Niederschlagssituation in den Monaten März bis Mai 2021 verminderten nicht nur die Mobilität der Käfer, sondern schränkten deren Aktivität im Zeitraum des Reifungsfraßes bis zur Eiablage deutlich ein. Wurden tatsächlich Eier abgelegt, stand nasser Boden der Entwicklung von Ei zu Larve entgegen. Die anhaltenden Niederschläge während Frühsommer und Sommer sicherten folgend konstant feuchte Bodenbedingungen ab, welcher das Überleben vieler Larven limitierte.

Herbizidtolerante Sorten

Zusätzlich steht 2022 den Rübenbauern die Möglichkeit offen, mittels „Conviso one“ die Beikrautregulierung durchzuführen und damit Flexibilität zu gewinnen. Durch die breite Wirkung kann eine Überfahrt und damit Zeit...