Rübenrüsselkäfer-Invasion bedroht heimische Zuckererzeugung

Angesichts der aktuellen Diskussion über den Einsatz von Insektiziden aus der Gruppe der Neonicotinoide warnt Ernst Karpfinger, Präsident des Interessenverbands "Die Rübenbauern " vor weiteren Verboten von Pflanzenschutzmitteln: "Diese Mittel werden von den Landwirten mit äußerster Sorgfalt und schon aus Kostengründen sowie der eigenen Gesundheit wegen mit minimalsten Aufwandmengen eingesetzt. Viele Pflanzenkrankheiten und Schädlinge lassen sich nicht durch ackerbauliche Maßnahmen wie Fruchtfolge, Bodenbearbeitung oder Nützlingseinsatz bekämpfen ", gibt Karpfinger zu bedenken.

(Bildquelle: )

Der heurige Anbau der Zuckerrüben habe eindrucksvoll bestätigt, welchen Gefahren die junge Rübenkultur ausgesetzt ist. Der Rüsselkäferbefall war speziell in der östlichen Anbauregion enorm, rund ein Viertel der Flächen war betroffen. In einigen Gebieten ist der Rübenrüsselkäfer so massiv eingefallen, dass binnen weniger Stunden der Bestand vernichtet wurde. Etliche Flächen mussten ein weiteres Mal gesät werden.

Im Biorübenanbau mussten trotz weiterem Anbau infolge von erneutem Kahlfraß durch die Käfer rund 10% der Fläche als uneinbringlich aufgegeben werden, weil angesichts der fortgeschrittenen Zeit ein Rübenanbau nicht mehr sinnvoll möglich war und der Rüsselkäfer nach wie vor die Flächen befällt.

"Sollten wir gänzlich auf die Beizung verzichten müssen, würde die derzeitige Dosierung für eine eindämmende Wirkung wegfallen und der Käfer könnte sich problemlos verbreiten. Das würde in letzter Konsequenz den österreichischen Rübenanbau massiv gefährden , warnt Karpfinger.

In der Diskussion um den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln entstehe der Eindruck, dass die Landwirtschaft aus Spaß und zur Förderung der chemischen Industrie diese Mittel einsetze. In Wahrheit schützt aber der Landwirt seine Ackerkulturen, um durch den erzielbaren Pflanzenertrag die Produktionskosten abzudecken und ein Einkommen zu erwirtschaften sowie den Markt ausreichend mit Lebensmitteln zu beliefern , hält Karpfinger fest. Das sollte auch den Konsumenten bewusst sein. -AIZ-

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Torsten Altmann

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