Ernte 2021

Schlechte Ernteprognosen für Ackerkulturen

Die Erwartungen an die Ernte in Österreich liegen bei praktisch allen Kulturen unter denen der Europäischen Union. Stark betroffen sollen vor allem Weizen und Roggen sein.

Claas-Drescher bei der Getreideernte.

Der agrarmeteorologische Prognosedienst der EU-Kommission (MARS) gibt für 2021 eine schlechte Ernteprognose für Österreichs Ackerkulturen ab. (Bildquelle: Archiv)

Durch die Bank fallen die Ernteerwartungen für Österreich heuer schlechter aus als die für die ganze EU: Die Prognose für die Hektarerträge von Weizen ergibt für die gesamte Union ein Plus von 2,5% zum Vorjahr, beim Weichweizen sogar um 2,6% mehr als 2020 und um 2,9% mehr als im Fünfjahresschnitt. Demgegenüber sieht die Weizenprognose für Österreich 2021 einen um 2,6% unter die letzten fünf Jahre und um 10% unter 2020 fallenden Naturalertrag, wobei Weichweizen bei 2,9% minus im Vergleich zum Fünfjahresergebnis im Jahresabstand sogar um 10% abfallen soll. Österreichs Weichweizenbestände sähen trockenheitsbedingt "traurig" aus, so die Pflanzenbauern. Man bleibe aber noch gelassen, es bestehe noch Potenzial, sich zu erfangen.

Minus 11% bei Roggen erwartet

Bei Gerste sind es für die Union um 1,7% mehr als die letzten fünf Jahre und um 0,3% weniger als 2020, für Österreich hingegen nur um 0,2% mehr zu den fünf Jahren und um 9,2% weniger als 2020. Beim Hektarertrag von Sommergerste sieht der Prognosedienst die heimischen Ergebnisse um 10% unter denen des Vorjahres, die der EU aber nur um 7,3%. Zweistellig mit -11% unter dem Vorjahr (-0,2% zum Fünfjahresschnitt) für Österreich und 5,2% weniger als 2020 (+3,9% zum Fünfjahresschnitt) fällt die heimische Roggenprognose aus.

Gelbe Rapsblüten.

Heimische Experten revidieren ihre Ertragsprognose für Raps als Folge der Fröste und der Trockenheit aktuell zurück. (Bildquelle: Kraml)

Nicht zuletzt sollen die Landwirte hierzulande heuer um 0,8% weniger Raps pro ha - nicht gerechnet die neuerlich verkleinerte Anbaufläche - und gerade 0,5% mehr als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre einfahren. Laut Experten soll die Ertragsprognose für Raps als Folge der Fröste und der Trockenheit von zuletzt 3,3 auf 3,1 t/ha gesunken sein. Der Raps-Hektarertrag der ganzen EU übertreffe hingegen den des Vorjahres um 2,2% und den der letzten fünf Jahre um 4,6%.

Heikelste Vegetationsphase steht noch bevor

In Ländern wie Österreich, der Slowakei und Tschechien sei es zwar bisher auch zu kalt und trocken gewesen, dies hätte aber bisher noch keine signifikanten Schäden angerichtet. Die heikelste Vegetationsphase stehe den Pflanzen aber noch bevor, sodass es für seriöse Prognosen noch sehr früh sei. Ähnlich sehe es in Ungarn aus, hier habe der Frost die Rapsbestände erwischt.


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