Erntebilanz 2021

Schwache Ernte im Burgenland

Die heurige Ernte auf Burgenlands Äckern ist teilweise stark eingebrochen. Auch gab es teils große Flächenverschiebungen. Die LK Burgenland macht dafür neben den heurigen Wetterextremen auch den teils fehlenden Pflanzenschutz verantwortlich.

Klimawandel – zuerst niedrige Frühlingstemperaturen, dann lang anhaltende Trockenheit und Unwetter – sowie fehlender Pflanzenschutz hätten laut LK Burgenland dem Bundesland 2021 ernüchternde, stark unterdurchschnittliche Ernteergebnisse beschert. Laut aktuellen Schätzungen, so LK-Präsident DI Nikolaus Berlakovich bei einem Erntegespräch in Gols, habe das Burgenland heuer 270.000 t Getreide nach gut 311.000 t im Jahr 2020 eingefahren. Dies ergibt ein Minus von mehr als 13% gegenüber 2020.

Unterdurschnittliche Erträge auch bei Bio

Winterweizen als stärkste Getreidekultur verzeichne gemäß dem LK-Vizepräsident Werner Falb-Meixner Ertragseinbußen von fast 10% gegenüber 2020 und liege bei etwa 182.000 t nach 196.500 t. Mit 23.500 t liege auch Wintergerste weit unter den 40.400 t aus 2020. Berlakovich hielt fest, der burgenländische Biolandbau stehe mit 57.400 ha und rund 37% Flächenanteil an der Spitze in Österreich: "Dies ist auch ein Verdienst der jahrelangen fachlich fundierten Bio-Beratung der Landwirtschaftskammer." Aber auch die Bio-Landwirtschaft verzeichne eine unterdurchschnittliche Ernte.

Großes Flächenminus bei Wintergerste

In Summe seien die Getreideanbauflächen gegenüber 2020 um 6,5% oder rund 4.000 ha zurückgegangen – davon ein Flächenminus von 8,2% bei Winterweizen und bei Wintergerste von 42,1%. Winterraps erleide einen Rückgang von 13%. "Grund dafür ist auch das Fehlen eines zugelassenen Pflanzenschutzes", sagte Berlakovich. Flächenzuwächse gebe es hingegen bei Soja (+11%) und Mais (+6%). Soja ist um 11% gestiegen. Mais weist einen Flächenzuwachs von 6% auf."

Falb-Meixner nannte Hitze und lang anhaltende Trockenheit als begrenzende Faktoren und führte als konkretes Beispiel die Region Zurndorf an: Von Ende Mai bis Mitte Juli sei hier praktisch kein Regen gefallen. Damit weise der Winterweizen ein Niederschlagsdefizit von 47% auf. Durch zu rasche Abreife des Korns liege auch die Qualität unter jener des Vorjahres, positiv seien nur deutlich überdurchschnittliche Proteingehalte. Der heiß ersehnte Regen Mitte Juli sei für die im Sommer geernteten Kulturen eindeutig zu spät gekommen. Für die Herbstkulturen sei dieser Regen aber für die weitere Entwicklung dringend notwendig.