Trichogramma-Ausbringung via Drohne im Vormarsch

Heuer wurden auf einer Fläche von rund 1.000 ha ca. 80.000 Trichogramma-Kugeln beziehungsweise 88 Mio. Schlupfwespen ausgebracht. Konventionelle sowie Biolandwirte, die diese Serviceleistung nutzen, zeigen sich von der präzisen Ausbringung, die viel Zeit spart, begeistert. Das berichtet die RWA.

Drohnen

Spart Zeit: Schlupfwespen-Ausbringung mit der Drohne. (Bildquelle: Carmen Rudolph )

Der Maiszünsler ist bekanntlich ein bedeutender Schädling in der Maisproduktion. Eine effektive und vor allem biologische Möglichkeit, um diesen zu bekämpfen, stellt die Ausbringung von Trichogramma, also Schlupfwespen, dar. Diese hatte bislang nur den großen Nachteil, dass sie viel Zeit beanspruchte. Die Landwirte mussten Kärtchen, die mit Schlupfwespen-Eiern bestückt sind, direkt am Feld verteilen und dabei viele Meter zurücklegen.

Das innovative Serviceangebot der Lagerhäuser, die Nützlinge mit der Drohne auszubringen, löst dieses Problem und macht diese Art der Schädlingsbekämpfung um ein Vielfaches attraktiver. 2016 wurde die Dienstleistung Landwirten erstmals angeboten und diese ist heuer nun so richtig angelaufen. Dabei zeigte sich, dass immer mehr Landwirte das Serviceangebot wahrnehmen und in Folge auch nutzen.

Drohnen immer stärker im Einsatz

"Unsere Drohnen haben heuer Trichogramma auf einer Fläche von rund 1.000 ha ausgebracht und sind damit drei Mal so viel geflogen wie im Vorjahr. Mehr als 30 Betriebe aus Niederösterreich, Oberösterreich und dem Burgenland nutzten diese innovative, präzise und vor allem zeitsparende Form der Schädlingsbekämpfung. Die Hälfte dieser Betriebe wirtschaftet dabei konventionell und die andere biologisch, so Claudia Mittermayr, Drohnen-Pilotin und Mitarbeiterin im Bereich Farming Innovations der RWA Raiffeisen Ware Austria AG.

"Diese Methode der biologischen, schadstoffarmen und rückstandsfreien Schädlingsbekämpfung vereint eine rasche Ausbringung mit einer gleichmäßigen Verteilung der Schlupfwespen nach vorangegangenen Fangkontrollen. Der Bekämpfungserfolg war bereits im Vorjahr messbar, weswegen ich auch heuer wieder das Drohnenservice nutze, so Hans-Peter Schnitzer, Landwirt aus Trautmannsdorf in Niederösterreich.

Automatisches Rundum-Service

Landwirte, die das Lagerhaus Trichogramma-Service nutzen, müssen sich nach der Beauftragung um nichts mehr kümmern. Die Experten der RWA beziehungsweise der Lagerhäuser übernehmen die gesamte Logistik und Abwicklung. Bereits vor Beginn der Maiszünsler-Saison wird die Flugroute der Drohne genau geplant. In der Folge beobachten die Experten genau, wann der Schädling aktiv wird. Ein bis zwei Tage vor der Ausbringung wird der Landwirt informiert, damit dieser keine chemischen oder mechanischen Maßnahmen am Feld durchführt, welche die Kugeln beschädigen könnten. Ebenso erhält er eine Nachricht nach der erfolgreichen Ausbringung.

Auf diese Art und Weise wurden heuer zirka 80.200 Kugeln via Drohne präzise wie auch rasch - mit einer Flugleistung von etwa vier Minuten pro ha - auf den Feldern verteilt. Aus diesen Kugeln, die aus Maisstärke bestehen und verrotten, sind zirka 88,2 Mio. Trichogramma geschlüpft. Landwirte, die vom umweltfreundlichen Nützlingseinsatz via Drohne und damit einer schnellen wie auch exakten Ausbringung in der kommenden Saison profitieren möchten, können sich ab sofort bis spätestens Ende April 2018 in teilnehmenden Lagerhäusern vor Ort anmelden.

Im Beitrag Die Landtechnik hebt ab" in der top agrar Österreich-Ausgabe 7/2017 können Sie die Vorteile einer Drohne bei der Schädlingsbekämpfung nachlesen.


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