Winterweizen: Bestände auf Krankheiten kontrollieren

Diese Woche fand das erste von drei Weizen-Monitorings von Warndienst.at statt. Wie die aktuelle Lage aussieht und was bei Risiko von Gelbrost- und Septoria-Befall zu tun ist, zeigen die Ergebnisse von 86 Weizen-Standorten.

Septoria tritici spielt derzeit noch keine Rolle. Weil sich das aber mit den bald neu entwickelten Blättern ändern kann, sollten Sie Ihre Weizenbestände im Auge behalten. (Bildquelle: )

Die Ergebnisse der Laboruntersuchung für Septoria-Arten und Halmbruch an 86 Winterweizen-Standorten liegen vor. Die Pflanzen befanden sich vom ES 30 (Beginn des Schossens) bis ES 32 (Zwei-Knotenstadium), die überwiegende Anzahl der Proben waren im ES 31 (Ein-Knotenstadium). Im 1-Knoten-Stadium spitzt erst das 3. Blatt von oben (F-2).

Halmbruch in intensiven Getreidefruchtfolgen kontrollieren

Auf Grund des eher milden Winters liegen doch ca. 50 % der Halmbruchwerte über der kritischen Marke von 25 % Infektion. Kühle Temperaturen und Niederschläge können die Infektion begünstigen. Eine spezielle Behandlung gegen Halmbruch wird nur bei intensiver Getreidefruchtfolge und direkter Getreide-Vorfrucht empfohlen. Das einzige, noch speziell gegen Halmbruch zur Verfügung stehende Produkt ist Mirage 45 EC (1,2 l/ha). Ampera hat in diesem frühen Bereich mit 1,5 l/ha nur eine Zulassung z.B. gegen Septoria tritici und eine Teilwirkung gegen Halmbruch. Im Fahnenblattstadium kann man auch mit breiter wirksamen Produkten, wie z.B. mit Adexar (1,5 l/ha), noch einen Teilerfolg erzielen.

Septoria tritici: Noch kaum Befall

Die Befallswerte bei Septoria tritici (Kennzeichen: runde bis längliche, braune Flecke mit schwarzen Punkten) sind im Durchschnitt mit Ausnahme von OÖ deutlich unter der kritischen Marke von 5 % Befall. Die relevanten, ertragsbildenden Blätter sind noch kaum geschoben. In den meisten Fällen sollte eine Behandlung gegen Septoria tritici noch bis zur nächsten Infekti-onsperiode spätestens Beginn Fahnenblattschieben (ES 37) verschoben werden. Nur bei frühem Anbau, hohen Befallswerten und Befall auf den aktiven grünen Blättern und anfälligen Sorten (zB Akteur, Bernstein, Estivus, JB Asano, Lukullus, Saturnus, etc.) verbunden mit hohen Ertragserwartungen könnte eine Behandlung wirtschaftlich sein. Bei stärkerem Befall im Vorjahr waren sehr frühe Behandlung ertraglich zwar knapp am besten, die Rentabilität war aber im Vergleich zu Zweifachbehandlungen nicht gegeben.

Gelbrost-Befall im 1-Knotenstadium bekämpfungswürdig

Gelbrost sollte weiterhin bei den anfälligen Sorten (Sax, JB Asano, Adesso, aber auch auf den Sorten Akteur, Astardo, Element und Energo) im Auge behalten werden. Bisher galt eine kritische Schwelle von 30% befallener Pflanzen oder gelbe Nester im Bestand. Nach neueren Erkenntnissen ist die Bekämpfungsschwelle bei generellem Befall ab ES 31 überschritten. Gelbrost ist erkennbar an den perlschnurartig angeordneten, gelben Pusteln im eher oberen Drittel des Blattes. Gegen Gelbrost zugelassene Produkte sind z.B. im frühen Bereich Folicur (1 l/ha), Pronto Plus (0,75 l/ha), Rubric (1 l/ha), Gladio (0,8 l/ha). Diese besitzen auch eine Wirkung gegen Septoria tritici. Gelbe oder violette Blattspitzen bei manchen Sorten (Mulan, Pedro, Meister, etc.) sind keine Krankheiten sondern Reaktionen auf die kühle Witterung. Vereinzelt findet man Fraßspuren des Getreidehähnchen-Käfers sowie Eier – bekämpfungswürdig ist dies derzeit aber nicht.

DI Hubert Köppl, Landwirtschaftskammer Oberösterreich

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Weninger Lukas

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