Agrana-Mitteilung

Zuckerfabrik Leopoldsdorf wird 2021 weitergeführt

Die Weiterführung der Zuckerfabrik Leopoldsdorf im Jahr 2021 bestätigte die Agrana heute in einer Aussendung. Wie es danach weitergeht, wird sich nächstes Jahr entscheiden.

leopoldsdorf

Die Agrana-Zuckerfabrik in Leopoldsdorf. (Bildquelle: APA_AGRANA_Schedl)

Der Aufsichtsrat der Agrana Beteiligungs-AG hat heute der Weiterführung der Verarbeitung der österreichischen Zuckerrüben im Jahr 2021 an den zwei Standorten Tulln und Leopoldsdorf, beide Niederösterreich, zugestimmt. Dies ist aufgrund der für den Anbau 2021 kontrahierten Zuckerrübenfläche in Österreich von rund 38.200 ha ökonomisch sinnvoll, heißt es in einer Aussendung.

Wie bereits bereichtet, hat die Agrana im September angekündigt, die Zuckerfabrik Leopoldsdorf mit Ende diesen Jahres zu schließen. Bei einer Anbaufläche von nur 26.000 ha wäre eine Weiterführung einer zweiten Fabrik wirtschafltich nicht sinnvoll, so die Agrana damals. Durch ein Paket zur Rettung des Österreichischen Zuckers wurden von der Agrana und der Regierung Maßnahmen gesetzt, um einen Zuckeranbau für die Landwirte wieder attraktiv zu gestalten. Vorraussetzung für eine Weiterführung der Fabrik war, dass eine Zuckerfläche von mindestenes 38.000 ha kontrahiert wird. Diese wurde Mitte November erreicht und somit die Zuckerfabrik gerettet.

Politik lobt die Rübenbauern und sich selbst

Nach der Aufsichtsratssitzung rief die Agrana zu einer eigens einberufenen Pressekonferenz ins Palais Niederösterreich (ehemaliger Sitz der NÖ-Landesregierung in Wien).

„Gerade jetzt wird viel von Wünschen und Paketen gesprochen. Heute wird der Wunsch real, dass die Zuckerfabrik Leopoldsdorf weiter Bestand hat.“ Das sei nur möglich, weil es ein gemeinsames Miteinander gebe. Mit der Sicherung der Zuckerfabrik Leopoldsdorf gehe ein klares Bekenntnis für die Landwirtschaft, die Bäuerinnen und Bauern, die heimische Lebensmittelproduktion sowie der Versorgungssicherheit im Land einher, so die Landeshauptfrau.

„Speziell in Niederösterreich wird damit die Produktion um rund acht Prozent steigen“, sagte Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP). „Das ist ein sehr respektables Ergebnis. Niederösterreich ist unser Hauptanbaugebiet.“ Wie hoch die Kosten für die Hilfen an die Rübenbauern ausfallen werden, lasse sich derzeit noch nicht beziffern, sagte Köstinger.

„Wir wissen nicht, wie groß die Schadfläche im nächsten Jahr sein wird.“ Vor zwei Jahren seien rund 10.000 ha an Rübenfläche vom Rüsselkäfer vernichtet worden. Diesmal sehe es wegen des relativ feuchten Herbstes besser aus, die Schadfläche dürfte im nächsten Jahr daher „durchaus überschaubar“ bleiben. „Das, was es an Unterstützung geben muss, wird es auch geben“, betonte Köstinger. Damit meinte sie bei Bedarf auch die dann via Notfallzulassungen erforderlichen Pflanzenschutzmitten.

Freuten sich über die Rücknahme der Werkschließung in Leopoldsdorf (im Bild von links nach rechts): Agrana-Betriebsratsvorsitzender Thomas Buder, Agrana-Vorstandsvorsitzender Dr. Johann Marihart, Ministerin Elisabeth Köstinger, LHF-Vize Dr. Stephan Pernkopf, Rübenbauern-Präsident und Agrarna-Aufsichtsrat Ernst Karpfinger, LHF Mag. Johanna Mikl-Leitner, LKNÖ-Präs. und Abz.z.NR Johannes Schmuckenschlager sowie Agrana-Aufsichsratschef Mag. Erwin Hameseder. (Bildquelle: Spanring)

Öffentlicher Geldeinsatz "nur eine Kommastelle"

Gemessen an den Coronahilfen im Milliardenausmaß seien die im Bedarfsfall nötigen Finanzhilfen für die Rübenbauern „nur eine Kommastelle“, sagte Johanna Mikl-Leitner. Die mehr als 150 gesicherten Arbeitsplätze seien gerade in einer Region wie dem Marchfeld von wesentlicher Bedeutung.

Insgesamt brauche man für den Betrieb der zwei Zuckerrübenwerke in Leopoldsdorf und Tulln (beide in NÖ) zumindest 38.000 ha Anbaufläche, so Agrana-Aufsichtsratsvorsitzender Mag. Erwin Hameseder. Aber da es immer auch Schwankungen gebe, werde man „nicht mit dem Erbsenzählen beginnen“.

Laut Agrana-General Dr. Johann Marihart werde zur Absicherung und Auslastung des Standortes Leopoldsdorf dort nächstes Jahr auch die Rüben von 2.000 ha aus den östlichen Nachbarstaaten verarbeitet werden. Würde die österreichische Erntefläche aber wieder in Richtung 25.000 ha fallen, stellt sich die Schließungsfrage für Leopoldsdorf aber erneut. Die laufenden Drei-Jahres-Verträge mit den Bauern werden dann auch hinfällig, ergänzte Marihart.

Kein Kommentar zur Marihart-Nachfolge

Keine Antwort gab es auf Medienfragen zur Nachfolgeregelung an der Spitze des börsennotierenden Agrana-Konzerns. Zuletzt nannten die OÖ Nachrichten Ex-Vizekanzler Josef Pröll (aktuell LLI-Vorstandsvorsitzender) und RWA-General DI Reinhard Wolf als aussichtsreiche Nachfolgekandidaten für den 70-Jährigen Marihart.

Laut Hameseder löse man diese Frage nicht öffentlich sondern "intern". Diesbezüglich sei man "auf einem guten Weg".


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