Erdäpfel doch Drahtwürmern ausgeliefert, Millionenschäden befürchtet

Autor: Lukas Weninger

Erdäpfel legen

Nach längerem Hin und Her ist es nun doch fix: Erdäpfel sind heuer ohne Schutz gegen Drahtwürmer. Das Bundesamt für Ernährungssicherheit (BAES) hat eine Notfallzulassung für das Pflanzenschutzmittel Goldor Bait abgelehnt. So lautet das Ergebnis eines Gesprächs zwischen der Interessensgemeinschaft Erdäpfelbau (IGE) und Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter Ende März.

Die IGE befürchtet nun Schäden in zweistelliger Millionenhöhe. Zur Abhilfe wolle man der Erdäpfelbranche ein von öffentlichen Geldern unterstütztes Versicherungsmodell gegen Drahtwurmschäden in Aussicht stellen, heißt es in einer Meldung der IGE. (Details dazu folgen in einer späteren Meldung, Anm.)

Diese Lösung sei die beste, da mittlerweile einige Lebensmittelhändler klar gemacht hätten, ohnehin keine mit Goldor Bait behandelten Erdäpfel zu übernehmen. Die IGE fordert im Sinne der Gleichberechtigung, große Aufkäufer sollten bei importierten Erdäpfeln gleich hohe Maßstäbe anlegen.

Auch in Deutschland ist die Verwendung des dort zugelassenen Goldor Bait (Wirkstoff Fipronil) aus Gründen des Bienenschutzes stark umstritten. Obgleich eine Studie der Europäischen Lebensmittelbehörde (EFSA) das von Gemüsepflanzen ausgehende Risiko für Honigbienen als gering einstuft.

Die Wurzel für die Debatte liegt in der Bienendiskussion des Vorjahres. Dabei sei auch Goldor Bait ins Schussfeld von NGOs (Nichtregierungsorganisationen) geraten. Aufkäufer und Lebensmittelhändler befürchteten nun Negativschlagzeilen, sollte das Mittel doch zugelassen werden.

Weitere Meldungen zu dem Thema:

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Schlagworte

Goldor Bait, Erdäpfel, Interessensgemeinschaft Erdäpfelbau, IGE, Drahtwurm

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