Schlachtrindervermarktung

ARGE Rind feierte 20er

Als Dachorganisation koordiniert die ARGE Rind die Tätigkeiten von sieben Rindererzeugergemeinschaften in den Bundesländern. Letzte Woche feierte die Genossenschaft ihren 20 Geburtstag.

Die ARGE Rind feierte vergangene Woche gemeinsam mit zahlreichen Gästen aus Wirtschaft, Politik und Interessenvertretungen sowie mit Kooperationspartnern aus der Landwirtschaft ihr 20-jähriges Bestehen. Der ARGE-Vorstand hielt Rückschau, was in den vergangenen zwei Jahrzehnten erreicht wurde, und beleuchtete auch die Zukunft des österreichischen Rindermarktes.

Geschichte und Erfolge

Die ARGE Rind wurde mit dem Ziel gegründet, als Dachorganisation die sieben regionalen Rindererzeugergemeinschaften in den Bundesländern zu koordinieren und gleichzeitig eine Interessenvertretung für die Rindfleischproduzenten in Österreich zu etablieren.

Die ursprüngliche Kernaufgabe war es, eine gemeinsame Strategie im Schlachtrinderbereich zu entwickeln und am Markt umzusetzen. So waren die Anfangsjahre davon geprägt, die Mengen zu bündeln und gemeinsame Preisbildungs- und Abrechnungssysteme zu etablieren. Seit dem Gründungsjahr konnten die Vermarktungszahlen stetig gesteigert werden - aktuell werden jährlich rund 280.000 Rinder vermarktet, dabei wird ein Umsatz von mehr als 250 Mio. € erzielt.

Krisenbewährt und zukunftsfit

"Gerade in Krisenzeiten zeigt sich die Bedeutung und der Zusammenhalt einer Erzeugergemeinschaft besonders stark. Es war in den letzten beiden Jahren massiv spürbar, wie der Rindfleischabsatz aufgrund der COVID-Krise äußerst schwierig wurde. Durch die geschlossenen Gastronomiebetriebe sowie ein verändertes Konsumverhalten kam der Markt sehr stark unter Druck. Die ARGE hat hier gemeinsam mit allen Akteuren entlang der Wertschöpfungskette marktstabilisierende Maßnahmen gesetzt. Dieses entschlossene und vorausschauende Handeln hat wesentlich zur Preisstabilisierung am Rindermarkt und zu einer Absatz- und Preissicherheit bei allen heimischen Rinderproduzenten beigetragen", unterstrich Obmann Josef Fradler jun. in seiner Festansprache.

"Auch aktuell befindet sich die Rindfleischproduktion in einer sehr schwierigen Position zwischen einer wirtschaftlichen Produktion unserer Landwirte einerseits und den Nachhaltigkeitsbestrebungen andererseits. Diese zwei Faktoren sind aber in Österreich keine Gegensätze", stellte ARGE-Geschäftsführer DI Werner Habermann fest. Der CO2-Ausstoss der heimischen Rinderproduktion müsse im weltweiten Vergleich betrachtet werden. Der heimische Konsument könne ruhigen Gewissens österreichisches Qualitätsrindfleisch genießen. "Ein Großteil der heimischen landwirtschaftlichen Nutzfläche ist reines Grünland, und diese Flächen können nur durch Wiederkäuer optimal und klimaschonend verwertet werden. Viele Konsumenten wissen das leider nicht", so Habermann.

Auch das Thema Tierwohl rücke vermehrt in den Fokus der Gesellschaft. Hier entwickle sich die Schere zwischen den öffentlichen Forderungen und der Bereitschaft, mehr für Qualitätsfleisch zu bezahlen, weit auseinander. Die ARGE Rind werde jedoch weiterhin Gespräche mit dem Lebensmitteleinzelhandel und den Gastronomiegroßhändlern führen, um eine Weiterentwicklung zu mehr Tierwohl zu ermöglichen und für die Rinderhalter einen Mehrwert bieten zu können, bekräftigte der Geschäftsführer.

Im Rahmen des Festaktes im "Kreuzstadl" der EZG Gut Streitdorf (NÖ) wurde dem ARGE-Gründungsobmann ÖR Josef Fradler das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich von Sektionschef DI Johannes Fankhauser (BMLRT) überreicht.