Bio: Richtpreise für Futtergetreide fixiert

Zwischen 250 € für Roggen und 450 € für Ackerbohnen beträgt heuer das angemessene Preisband für den Bio-Futtergetreidehandel, das Bio Austria heute veröffentlicht hat.

Bei 290 € netto liegt der Preis für Bio-Futtergerste. (Bildquelle: Archiv )

Vor der Getreideernte erhebt der Vorstand von Bio Austria im Auftrag der Mitgliedsbetriebe gemeinsam mit Vertretern von Ackerbauern und Bauern aus dem Veredelungsbereich ein angemessenes Preisband für den Futtergetreidehandel. Dieses soll maßgeblicher Anhaltspunkt für den Handel von Futtergetreide von Bio Austria-Bauer zu Bio Austria-Bauer sein. Es handelt sich dabei um eine rechtlich unverbindliche Orientierungshilfe zur leichteren Einschätzung des Marktes.

Aktuell wurden für die Futtermittellieferungen folgende rechtlich unverbindliche Richtpreise für anerkannte Bio Austria Ware als angemessen im Vertriebsweg zwischen Bauern erkannt:

Diesen Richtpreisen liegen folgende Annahmen zugrunde: Preise in €/t von Bauer zu Bauer, Ware entspricht dem Bio Austria-Standard, ohne Berücksichtigung von Transportkosten, gerechnet für 25 t, exkl. USt., ohne Aspiration, ab Hof, Handelsusancen der Wiener Börse, feldfallend mit 2 Prozent Besatz, 14 Prozent Feuchte, alles darüber hinaus wird in Abzug gebracht.

Bio Austria weist darauf hin, dass Bio-Bauern, die nicht nach Bio Austria-Richtlinien produzieren, in der Produktion aufgrund der weniger strengen Auflagen, wie etwa geringere Beschränkungen im Bereich des Zukaufs von Stickstoff-Dünger, einen Kostenvorteil von rund 30 Euro/Tonne haben. Diese Tatsache soll beim Handel von Bio-Bauer zu Bio Austria-Bauer in Bezug auf die genannten Richtpreise berücksichtigt werden. Zudem verweist der Verband darauf, dass der verkaufende Bio-Bauer, sollte er keinem Bio-Verband angehören, vor dem Handel mit der Ware die Zulassung derselben bei Bio Austria zu beantragen hat.

Ziel ist langfristige Stabilität im Biomarkt

Ziel dieser Erhebung ist, langfristig mehr Stabilität und weniger Volatilität im gesamten Bio-Markt zu erreichen. Deshalb spiegeln die erhobenen Preise nicht zwangsläufig die tagesaktuelle Marktlage wider. Sehr wohl sind daraus allerdings Trends bzw. Entwicklungstendenzen abzuleiten.

Bei den jährlichen Erhebungen wird berücksichtigt, dass langfristig sowohl Lieferanten als auch Kunden von Futtergetreide und Futtermitteln unter Berücksichtigung ihrer Vollkosten einen entsprechenden Erlös für ihre Ware erzielen müssen. Andernfalls wäre eine kontinuierliche und gedeihliche Weiterentwicklung der einzelnen Produktionssparten nicht möglich. Die Preisempfehlung soll auch Anreize bieten, um einzelne teils unterrepräsentierte Kulturen attraktiver zu machen und damit die Fruchtfolge zu bereichern.

Artikel geschrieben von

Markus Schwaiger

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