Richtpreise für Bio-Futtergetreide

Gerste und Weizen heuer 20 €/t unter Vorjahr

Das heurige Preisband für den Futtergetreidehandel hat Bio Austria soeben veröffentlicht. Bei Getreide ist das Preisband mehrheitlich etwas gesunken, bei Leguminosen ist es konstant geblieben.

Das Preisband für Biofuttergetreide liegt heuer leicht unter dem Vorjahr. (Bildquelle: Pixabay/Ulrike Leone)

Alljährlich vor der Getreideernte erhebt der Vorstand von Bio Austria im Auftrag seiner Mitgliedsbetriebe gemeinsam mit VertreterInnen von Ackerbäuerinnen und Ackerbauern sowie Bäuerinnen und Bauern aus dem Veredelungsbereich ein angemessenes Preisband für den Futtergetreidehandel. Dieses soll maßgeblicher Anhaltspunkt für den Handel von Futtergetreide unter den Mitgliedsbetrieben sein. Es handelt sich dabei um eine rechtlich unverbindliche Orientierungshilfe zur leichteren Einschätzung des Marktes.

Ziel: Mehr Stabilität im Bio-Markt

Ziel dieser Erhebung ist es, langfristig mehr Stabilität und weniger Volatilität im gesamten Bio-Markt zu erreichen. Deshalb spiegeln die erhobenen Preise nicht zwangsläufig die tagesaktuelle Marktlage wider. Sehr wohl sind daraus allerdings Trends bzw. Entwicklungstendenzen abzuleiten.

Bei den jährlichen Erhebungen wird berücksichtigt, dass langfristig sowohl Lieferanten als auch Kunden von Futtergetreide und Futtermitteln unter Berücksichtigung ihrer Vollkosten einen entsprechenden Erlös für ihre Ware erzielen müssen, andernfalls wird eine kontinuierliche und gedeihliche Weiterentwicklung der einzelnen Produktionssparten nicht möglich sein. Die Preisempfehlung soll auch Anreize bieten, um einzelne teils unterrepräsentierte Kulturen attraktiver zu machen und damit die Fruchtfolge zu bereichern.

Aktuell werden für unten angeführte Bio-Ackerfrüchte folgende rechtlich unverbindliche Richtpreise als angemessen im Vertriebsweg zwischen Bio Austria Bauern erkannt (in Klammer Preisband 2018):

Diesen Richtpreisen liegen folgende Annahmen zugrunde: Preise in €/t von Bauer zu Bauer, Ware entspricht dem Bio Austria-Standard, ohne Berücksichtigung von Transportkosten, gerechnet für 25 t, exkl. USt., ohne Aspiration, ab Hof, feldfallend mit 2% Besatz, 14% Feuchte, alles darüber hinaus wird in Abzug gebracht.

Vermutlich 8 % höhere Erntemenge

Die Preisabschläge im Vergleich zum Vorjahr begründet Walter Klingenbrunner von der Bio Austria Marktplattform mit dem heuer vermutlich deutlich höheren Getreideaufkommen. Zum einen ist die als Bio anerkannte Getreideanbaufläche im Vergleich zum Vorjahr um bis zu 12.000 ha gestiegen, so der Fachmann. Zum anderen rechnet man heuer mit einer um 8 % höheren Erntemenge im Schnitt über die Getreidearten.

Nicht-Mitglieder: 30 €/t "Kostenvorteil" verrechnet

Bio Austria weist darauf hin, dass Bio-Bäuerinnen und Bio-Bauern die nicht nach Bio Austria-Richtlinien produzieren, in der Produktion aufgrund der weniger strengen Auflagen, wie etwa geringeren Beschränkungen im Bereich des Zukaufs von Stickstoff-Dünger, einen Kostenvorteil von rund 30 Euro/Tonne haben. Diese Tatsache soll beim Handel von Bio-Bauer zu Bio Austria-Bauer in Bezug auf die genannten Richtpreise berücksichtigt werden. Eine weitere Differenzierung besteht naturgemäß bei Ware von Umstellungsbetrieben. Laut EU-Bio-Verordnung darf maximal 30 Prozent Umstellerware im Biofutter eingemischt werden.

Umstellerware mit 50 €/t Preisabschlag

Aufgrund der zahlreichen Neueinsteiger in den Bio-Ackerbau in den letzten beiden Jahren wird 2019 eine überdurchschnittlich hohe Menge an Umstellerware erwartet. Für Bio Austria-Futtergetreide-Umstellerware wird daher im Handel von Bio-Bauer zu Bio-Bauer ein Preisabschlag von 50 Euro/Tonne empfohlen.

Zudem verweist der Verband darauf, dass der verkaufende Bio-Bauern, der keinem Bio-Verband angehören, vor dem Handel mit der Ware die Zulassung derselben bei Bio Austria beantragen muss.

„Es ist eine gute Tradition in unserem Verband, dass sich Ackerbäuerinnen und Ackerbauern mit Bauern aus dem Veredelungsbereich zusammensetzen. Diese wertschätzende gemeinsame Abstimmung unter den Bio-Betrieben hat Vorteile für alle Beteiligten und trägt zu einer positiven Weiterentwicklung des österreichischen Biomarktes insgesamt bei", betont Bio Austria-Obfrau Gertraud Grabmann.

Artikel geschrieben von

Torsten Altmann

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