Grabmann fordert 60% Bio in der öffentlichen Verpflegung

Die Entwicklung des Bio-Marktes in Österreich zeigt weiterhin eine steigende Tendenz. Jedoch gibt es noch viel Potenzial, vor allem in der Gemeinschaftsverpflegung und in der Gastronomie.

Bio Austria-Obfrau Gertraud Grabmann will den Absatz für Bio-Lebensmittel weiter entwickeln. (Bildquelle: Altmann)

Im Jahr 2018 wurden in Österreich über alle Vertriebswege gesamt Bio-Lebensmittel im Wert von über 1,9 Milliarden Euro verkauft. Damit stieg der Bio-Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um über 100 Millionen Euro bzw. 5%. Das zeigen die aktuellen Marktforschungs-Ergebnisse im Auftrag der AMA-Marketing. „Die Zahlen belegen, dass der Appetit der Konsumenten in Österreich auf biologische Lebensmittel weiterhin zu nimmt. Das ist aus Sicht der Biobäuerinnen und Biobauern eine erfreuliche Nachricht“, betonte Bio Austria-Obfrau Gertraud Grabmann in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Geschäftsführer der AMA-Marketing GmbH, Michael Blass.

25% der Flächen sind bio

Dennoch gelte es, den Absatz für Bio-Lebensmittel weiter zu entwickeln, um die wertvollen Bioprodukte aus der Region so gut wie möglich zu vermarkten. Derzeit werden in Österreich rund 25 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche von über 21 Prozent der bäuerlichen Betriebe biologisch bewirtschaftet. Rund 32 Prozent des Dauergründlandes, 18 Prozent der Ackerflächen, 34 Prozent der Obstanlagen und über 14 Prozent der Weingärten werden bereits nach den Grundsätzen der biologischen Landwirtschaft gepflegt.

Um den Absatz der Bio-Lebensmittel in Österreich weiter auszubauen, gebe es unterschiedliche Möglichkeiten und Hebel. So könne die künftige Bundesregierung etwa einen Beitrag dazu leisten, indem sie den Anteil der Bio-Lebensmittel in der öffentlichen Verpflegung ausbaue. „Wir fordern hier einen Bio-Anteil von 60% in den Einrichtungen des Bundes, etwa in den Mensen von Universitäten oder in Einrichtungen des Bundesheeres“, betonte Grabmann.

Auch im Lebensmitteleinzelhandel könnte das Bio-Sortiment noch deutlich ausgebaut werden. „Als Bio-Konsumentin finde ich tatsächlich, dass das Bio-Sortiment mehr Tiefe benötigen würde. Es gibt hier auch noch einigen Spielraum, Rohstoffe von österreichischen Biobäuerinnen und Biobauern in der Verarbeitung zu berücksichtigen“, so die Obfrau des größten heimischen Bio-Verbandes.

Bio in Gatronomie kennzeichnen

Besonders viel Potenzial sieht Grabmann in der Gastronomie. Hier liegt der Bio-Umsatz derzeit bei sechs Prozent. „Immer mehr Bio-Konsumenten wollen auch außer Haus nicht auf Bio-Lebensmittel verzichten. Das wird auch zunehmend ein Umdenken der Gastro-Branche bewirken. Hier liegen große Chancen, dem Bedürfnis der Menschen nach regionalen, saisonalen und umweltfreundlichen Bioprodukten zu entsprechen“, so Grabmann. Wesentlich sei hier allerdings, die Transparenz, die Bio-Kunden gewohnt sind, auch im Gastro-Bereich weiter zu führen. Daher fordert Bio Austria schon seit längerer Zeit eine verpflichtende Zertifizierung für all jene Gastronomie-Betriebe, die Bio auf ihrer Karte ausloben. „Indem Transparenz geschaffen wird, wird auch das Vertrauen der Gäste gestärkt. Und das bringt der oder dem Gastronomen zufriedene, wiederkehrende Gäste“, so Grabmann abschließend.

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