Wegen Corona

Neue EU Bioverordnung vermutlich erst 2022

Es mehren sich die Anzeichen, dass die neue Bio-Verordnung der EU auf 1. Jänner 2022 verschoben wird. Um diese einjährige Verschiebung hat der Agrar-Ausschuss des Europäischen Parlaments (AGRI) den zuständigen EU-Agrarkommissar in einem Brief gebeten.

Grabmann

"Durch eine Verschiebung können die noch zahlreichen ausstehenden Rechtsbestimmungen gewissenhaft ausgearbeitet werden", meint Bio Austria Obfrau Gertraud Grabmann. (Bildquelle: Bio Austria/Sonja Fuchs)

"Bio Austria begrüßt die Tatsache, dass sich sowohl der Agrar-Ausschuss des EU-Parlaments als auch die Mitgliedsstaaten – insbesondere Österreich – für eine Verschiebung des Inkrafttretens ausgesprochen haben. Das ist ein deutliches Signal in Richtung EU-Kommission, welches der entsprechenden schon zuvor von Seiten des europäischen Bio-Sektors an diese herangetragenen Forderung Nachdruck verleiht“ , so Obfrau Gertraud Grabmann dazu.

Biobranche steht geschlossen hinter Verschiebung

Bereits Anfang April hatte der Dachverband der europäischen Bio-Verbände, IFOAM EU, in einem Schreiben an den Agrar-Kommissar eine Verschiebung gefordert. Bio Austria trage diese Forderung vollinhaltlich mit. Auch der zuständige Berichterstatter des EU-Parlaments für die neue Bio-Verordnung, Martin Häusling, hat sich für eine Verschiebung stark gemacht.

Eine Verschiebung ermögliche den Akteuren der europäischen Biobranche sich auf die Bewältigung der aktuellen Herausforderungen durch die COVID-19-Pandemie zu konzentrieren. An Herausforderungen gebe es für den für die Lebensmittelversorgung der Bevölkerung systemrelevanten Bio-Sektor derzeit reichlich. Laut aktuellem Zeitplan würden die Durchführungsbestimmungen erst Ende des Jahres, kurz vor Inkrafttreten der Verordnung, fertig gestellt. Die notwendige Vorbereitungszeit auf die Änderungen für die Akteure in der Branche wäre in dieser Form nicht gegeben, schätzt Grabmann.

Die EU-Kommission hat das alleinige Vorschlagsrecht für EU-Gesetze. Daher liegt es an ihr, einen entsprechenden Vorschlag auf Verschiebung auszuarbeiten und von Rat und Parlament abstimmen zu lassen.


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