Stromspeicher: Was sie bringen, was sie kosten Premium

(Bildquelle: topagrar.at)

Stromspeicher helfen zusammen mit einer Photovoltaik-Anlage, den Strombedarf um bis zu 80 % zu senken. Förderungen machen einen wirtschaftlichen Betrieb möglich. Es berichtet Rupert Haslinger, Planungsingenieur für Photovoltaik-Systeme.

Immer mehr landwirtschaftliche Betriebe nutzen die Möglichkeit, mit einer Photovoltaik-Anlage eigenen Strom zu erzeugen. Die Gründe sind einfach: Photovoltaik-Module können rasch auf dem Dach installiert werden, Solarstrom ist umweltfreundlich und rechnet sich. Da die Preise für Photovoltaik-Anlagen deutlich gesunken sind, lohnt sich in vielen Fällen auch eine Installation ohne Förderung.

Eine Kilowattstunde Solarstrom kostet – je nach Größe der Anlage – nur mehr zwischen 6 und 10 Cent je Kilowattstunde. Der eigene Solarstrom ist also viel günstiger als der Strom vom Energieversorger. Möglichst viel Solarstrom selbst zu verbrauchen lohnt sich.

Überschüssigen Strom speichern:

Ein Stromspeicher hilft, noch mehr Strom direkt zu verbrauchen. Das ist ebenfalls ganz einfach: Der in den Mittagsstunden erzeugte Solarstrom wird meistens nicht zur Gänze im Betrieb verbraucht. Dieser überschüssige Solarstrom wird in einem Stromspeicher zwischengespeichert. Der gespeicherte Solarstrom steht dann in den Abend- und Nachtstunden zu Verfügung. Solarstrom steht dann rund um die Uhr zur Verfügung – auch bei einem Stromausfall. Bislang wurden die meisten Stromspeicher bei Ein- und Mehrfamilienhäuser installiert.

Auf landwirtschaftlichen Betrieben werden aber auch immer mehr Stromspeicher installiert. „Bei uns wurde etwa jeder 10. Speicher bei einem Landwirt installiert,“ bestätigt Konstantin Heiller, Vertriebsleiter der Fa. Sonnenbatterie in Österreich.

Seit einigen Jahren haben sich zahlreiche Hersteller mit ihren Stromspeichern – meist Lithium- oder Blei-Akkus – am Markt etabliert. Je nach Akku-Technologie sind die Kosten für diese Systeme unterschiedlich hoch. Mit den am Markt verfügbaren Stromspeicher-Systemen kostet die Speicherung einer Kilowattstunde aktuell zwischen 15 und 25 Cent je Kilowattstunde.

So müssen Sie rechnen:

Rechnet man die Kosten einer Photovoltaik-Anlage dazu, dann ergeben sich für ein Gesamtsystem aus Photovoltaik-Anlage und Stromspeicher 21 bis 35 Cent je erzeugter und gespeicherter Kilowattstunde. Zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe verfügen über einen Strompreis, welcher um die 20 Cent je Kilowattstunde liegt.

Daraus lässt sich ableiten: Ohne Förderung für einen Stromspeicher sollte aus wirtschaftlichen Überlegungen nur die Photovoltaik-Anlage installiert werden (siehe Übersicht). Je größer der landwirtschaftliche Betrieb ist, desto günstiger ist zudem der Strompreis. Je günstiger der Strompreis ist, desto unrentabler wird somit ein Stromspeicher – ohne Förderung wohlgemerkt.

In einigen Bundesländern gibt es aber Förderungen für Stromspeicher, aktuell in der Steiermark und in Wien. Die Förderhöhe und die Antragsformulare befinden sich für jedes Bundesland auf der Internetseite des Fachverbandes Photovoltaic Austria ...

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