Wie Österreichs Wärmeversorgung umgebaut werden kann

"In Österreich werden aktuell rund 7 Mrd. kWh Strom für die Wärmeerzeugung verbraucht, das ist soviel wie sechs Donaukraftwerke erzeugen", erklärte heute Dr. Heinz Kopetz, Präsident des Biomasseverbandes auf einer Pressekonferenz. 80 % der Wärme werden aus fossiler Energie (Gas, Öl, Strom) erzeugt. Dabei könnte man Wärme bei uns wesentlich sinnvoller und umweltfreundlicher produzieren und gleichzeitig bis zu 80000 Jobs schaffen, so Kopetz weiter.

Eine Solarthermieanlage rein für die Warmwasserbereitung kostet etwa 6000 €, mit kleinstem sinnvollen Anschluss an das Heizungssystem etwa das Doppelte. Nach den Vorstellungen des Biomasseverbandes soll es dafür bald 50 % Förderung geben.

Eine Solarthermieanlage rein für die Warmwasserbereitung kostet etwa 6000 €, mit kleinstem sinnvollen Anschluss an das Heizungssystem etwa das Doppelte. Nach den Vorstellungen des Biomasseverbandes soll es dafür bald 50 % Förderung geben. (Bildquelle: )

"Dafür ist eine mutige und unkonventionelle Gegenstrategie zum bisherigen System notwendig: Ein Paukenschlag zum konsequenten Umbau der Wärmeversorgung von fossiler Energie hin zu mehr Effizienz und erneuerbaren Energien," so der Präsident des Biomasse-Verbandes. Das Ziel müsse sein, 100.000 Haushalte jährlich in Österreich wärmetechnisch generalzusanieren, verbunden mit einer Energieeinsparung von mindestens 50 % und Umstellung von 100.000 Wohneinheiten von Öl-, Gas- und Stromheizungen auf Fernwärme, Solarthermie oder Biomasse. Dieses Programm Umbau der Wärmeversorgung" sollte in der ersten Tranche von 2009 bis 2012 laufen und nach einer Evaluierung bis 2020 weitergeführt werden.Um dies zu erreichen, sieht Kopetz als Kernpunkt: Eine Förderung von 50 % der Investitionskosten für Wärmedämmung, Anschluss an Fernwärme, Solarkollektoren und biogene Heizsysteme für Private. Für Betriebe sollten es 40 % sein, da sich diese die Mehrwertsteuer ersparen."

Impulsprogramm Solarwärme

"Versorgungsprobleme bei Energie bzw. die aktuelle Wirtschaftskrise erfordern ein rasches Handeln, erklärte Roger Hackstock, Geschäftsführer von Austria Solar. Mit einem Impulsprogramm Solarwärme" könne der Umbau der Wärmeversorgung weiter beschleunigt werden. Alleine dadurch könnten jährlich im Schnitt 3.500 neue Arbeitsplätze in Handwerk und Gewerbe geschaffen werden und die österreichischen Haushalte und Betriebe Energiekosten in der Höhe von rund 200 Mio. € einsparen." Die dafür notwendigen Maßnahmen sind laut Hackstock die Aufnahme von Solarenergie als Vorraussetzung für Erhalt der Wohnbauförderung im Neubau und eine Verdoppelung der Solarförderung von Bund und Ländern bei Sanierung von derzeit 40 auf 80 Mio €.Dr. Christian Rakos, Geschäftsführer von proPellets Austria erklärte, dass die Pelletproduktionskapazität österreichischer Produzenten mit gut 1 Mio. t zurzeit doppelt so hoch ist wie der inländische Bedarf". Und sie könnte weiter ausgebaut werden. Wir können also hier einen sicheren und preisstabilen heimischen Energieträger nutzen, den uns niemand abdrehen kann. Dazu kommt, dass praktisch alle Biomasse-Heizkessel aus Österreich kommen. Um die heimischen Kesselhersteller bestehen hunderte von Zulieferbetrieben, die vom Marktwachstum in diesem Bereich profitieren würden und die neue Arbeitsplätze als Ersatz für die im Niedergang begriffene Automobilindustrie anbieten würden."

Wie soll das Programm finanziert werden?

Für die Finanzierung das Programms Umbau der Wärmeversorgung" sind  1,3 Mrd. € öffentliche Mittel notwendig. Die Aufbringung soll erfolgen:durch gezieltere und koordiniertere Verwendung der bisherigen Bundes- und Ländermittel,durch einen zeitlich befristeten Zuschlag zur Mineralölsteuer von 10 - 20 Cent pro Liter, solange der Ölpreis unter 100 Dollar pro Fass ist,durch eine Sonderabgabe auf besonders hohe Gewinne der Energiekonzerne aus dem Budget für das Konjunkturprogramm und Einsparungen im Sozialbudget durch bis zu 50.000 weniger Arbeitslose,aus dem Umweltbudget durch Einsparungen für CO2-Zertifikate, da durch das Programm bis 2012 um fünf bis acht Mio. t weniger CO2 emittiert werden.Das Programm Umbau der Wärmeversorgung" sollte noch im Frühjahr 2009 starten, um einen maximalen Effekt auf dem Arbeitsmarkt noch in diesem Jahr zu erreichen. Zu den wichtigsten Vorteilen zählen die drei Vertreter der erneuerbaren Wärmeproduktion:50.000 neue Arbeitsplätze in verschiedensten Branchen wie Dämmindustrie, Bauhaupt- und Nebengewerbe, Stahlindustrie, Hersteller von Solarkollektoren und Biomasseheizkesseln sowie Fernwärmerohren, Planungsfirmen, Installateure, Elektriker, Unternehmen der Steuerungstechnik, Elektronik, Fernwärmebetreiber, Land- und Forstwirtschaft.Kosteneinsparungen für die Arbeitslosenunterstützung (bis zu 1,5 Mrd.  Euro)Einsparungen bei Zertifikaten (bis 2012 etwa 200 bis 300 Mio. €)Weniger CO2-EmissionenSichere Wärmeversorgung -; weniger AuslandsabhängigkeitWeniger Kosten für Konsumenten in der laufenden Wärmeversorgung.


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