Waldinventur 2016-2021

Österreichs Waldfläche nahm um 6 Hektar pro Tag zu

Mehr als 4 Mio. ha Wald gibt es in Österreich. Das waldreichste Bundesland ist die Steiermark mit 62%, gefolgt von Kärnten mit 61%, Salzburg 52% und Oberösterreich 42% Flächenanteil.

"In den vergangenen zehn Jahren hat Österreichs Waldfläche täglich um 6 ha zugenommen - das ist neun Mal die Fläche eines Fußballfeldes", erklärt Bundesminister Norbert Totschnig, bei der Präsentation der Waldinventur 2016-2021. Gemeinsam mit Peter Mayer, Leiter des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW), stellte er die Ergebnisse vor, die "trotz der Herausforderungen des Klimawandels positiv ausfallen".

In jedem guten Unternehmen werde regelmäßig Inventur gemacht. Das Bundesforschungszentrum für Wald führt seit 1961 eine Bestandsaufnahme des österreichischen Waldes durch. "Unsere Waldflächen vergrößern sich vor allem in den gebirgigen Regionen im Westen Österreichs. Sie werden entweder aufgeforstet oder es entsteht von Natur aus Wald. Der Klimawandel führt zwar zu einem Anstieg der Waldgrenze, dieser verläuft aber sehr langsam", sagt Mayer. Für die Inventur werden an mehr als 11.000 Probeflächen Erhebungen durch Expertinnen und Experten vorgenommen. Dabei kommen modernste Techniken wie Satelliten- und digitale Luftbilder zum Einsatz.

Holzarbeit

Der Holzvorrat steigt weiterhin an und erreicht einen Höchststand von 1,2 Mrd. Vorratsfestmetern im Gesamtwald. (Bildquelle: BML/Alexander Haiden)

Holzvorrat erreicht 1,2 Milliarden Vorratsfestmeter

In Österreich wächst mehr Holz nach als genutzt wird. "Gleichzeitig trägt eine nachhaltige Nutzung zu den Zielen der Bioökonomie bei, während die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen verringert werden kann", sagt Totschnig. Laut Waldinventur werden derzeit 89% des Zuwachses geerntet. Damit das so bleibt, sei die nachhaltige aktive Bewirtschaftung des Waldes im österreichischen Forstgesetz festgeschrieben. Der Holzvorrat steigt weiterhin an und erreicht einen Höchststand von 1,2 Mrd. Vorratsfestmetern im Gesamtwald. Ein Indikator für eine verbesserte Biodiversität im Wald ist das Totholz, das um 18% zugenommen hat. Während die Zersetzung nach und nach weiter fortschreitet, dient das Totholz einer großen Zahl von Tieren und Pflanzen als ideales Nist-, Entwicklungs-, Nahrungs- oder Überwinterungshabitat.

Wildschäden werden mehr

Gleichzeitig beeinflussen die natürlichen Waldbewohner auch das Ökosystem Wald. "Schalenwild wie Reh und Hirsch ernähren sich auch von jungen Waldbäumen. Der Bestand an Schalenwild nimmt aber seit vielen Jahrzehnten laufend zu und ist für eine gesunde Entwicklung der Waldverjüngung zu hoch", so Mayer und verweist darauf, dass die vorhandene Verjüngung auf einer Fläche von 420.000 ha Wald durch Verbiss geschädigt ist. Hier sei eine Reduktion auf die Hälfte in den nächsten Jahren erforderlich, um eine Trendumkehr einzuleiten. "Dieses Verjüngungsdefizit ist vor allem im Schutzwald ein großes Problem. Es bedarf gemeinsamer Anstrengungen von der Jagd- aber auch von der Forstseite, dieses zu lösen, dafür setzt sich der Österreichische Forst- und Jagd-Dialog ein", erklärt Mayer.

Trend zu mehr Laubholz

Die Waldinventur zeige zudem, dass sich der Trend zu mehr Laubholz fortsetzt und damit die Klimafitness sowie die Biodiversität im Wald verbessert. Nadelholzreinbestände haben im vergangenen Jahrzehnt um 6% abgenommen und Laubholzmischbestände um den gleichen Prozentsatz zugenommen. Auch Laubholzreinbestände haben deutlich - um 8% - zugelegt.

Für einen klimafitteren Wald sei es zielführend, auf eine Mischung von Laub- und Nadelholzarten zu setzen. "Das BFW hat für die Gestaltung eines klimafitten Waldes ein neues, innovatives Beratungsinstrument entwickelt: die Baumartenampel. Sie gibt Auskunft über jene Baumarten, die in verschiedenen Klimaszenarien in verschiedenen Regionen die beste Wahl für den Wald der Zukunft sind", erläutert Mayer.

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