Gefahr durch neuen Forstschädling

Vor der Einschleppung des gefährlichen Citrusbockkäfers warnt heute das Bundesamt und Forschungszentrum für Wald (BFW) in Wien. In Deutschland sorge der Käfer bereits für Aufregung: Eine große Supermarktkette habe kürzlich über 100.000 getopfte Fächerahorne verkauft, die großteils mit dem Citrusbockkäfer befallen gewesen seien. Dieselbe Supermarktkette habe solche Pflanzen auch in Österreich angeboten. Deutschlandweit seien bisher schon etliche Fälle von eingeschleppten Käfern bekannt geworden.

Der Citrusbockkäfer zählt laut BFW in seiner asiatischen Heimat zu den gefährlichsten Schädlingen an über 100 Laubgehölzen. Der Käfer stehe in der Europäischen Union auf der Liste der Schadorganismen, deren Einschleppung in die Mitgliedsstaaten der EU verboten und deren Ausbreitung innerhalb der EU verhindert werden müsse.

Der Käfer befällt viele heimische, auch völlig gesunde Laubbäume wie Ahorn, Buche, Weide, Birke, Platane, Haselnuss, Rosskastanie oder Apfelbäume, aber auch Rosenstöcke und verschiedene Straucharten, und bringt diese zum Absterben, heißt es weiter aus dem BFW.

Den Käfer beschreibt das BfW so (Fotos als Download unter:http://bfw.ac.at/rz/bfwcms.web?dok=721): Er ist zwei bis knapp vier Zentimeter groß, glänzend schwarz und hat unregelmäßige, verschieden große helle Flecken auf den Flügeldecken. Seine Fühler sind schwarz-hellblau gestreift und rund doppelt so lang wie sein Körper.Die Larven des Citrusbockkäfers leben ein bis zwei Jahre versteckt im Holz der Bäume, insbesondere in den Wurzeln. Erste Befallszeichen sind oft Bohrspäne, die durch die Fraßtätigkeit der Larven entstehen und am Stammfuß oder auf der Erdoberfläche im Wurzelbereich liegen. Der fertige Käfer bohrt sich über Löcher mit bis zu 1,5 Zentimeter Durchmesser aus dem Holz ins Freie. Der Hauptflug der Käfer beginnt in Österreich im Juni und reicht bis in den September.

Funde in Österreich müssen gemeldet werden

Das BFW ist in Österreich für den Amtlichen Pflanzenschutzdienst Holz und Forstpflanzen" zuständig. Die Experten des BFW befürchten, dass über Supermarkt-, Discounter- und Baumarktketten vom Citrusbockkäfer befallene Ahornpflanzen, die direkt oder indirekt aus Asien importiert wurden, in Österreich verkauft wurden. Personen, die in den letzten Monaten oder auch im vergangenen Jahr junge Ahornpflanzen gekauft haben, sollen diese mehrmals wöchentlich auf Spuren von Bohrspänen, Ausbohrlöcher sowie erwachsene Käfer kontrollieren und verdächtige Pflanzen oder Käfer dem Pflanzenschutzdienst der Länder oder direkt dem BFW (Tel.: 01/87838-1130, email: ute.hoyer@bfw.gv.at) melden.

Ausbreitung des Schädlings verhindern

Verdächtige Pflanzen sollten mit Topf oder Wurzel in mehreren stabilen Säcken gut verschlossen, Käfer in einem verschließbaren Glasgefäß eingefangen und baldmöglichst dem Pflanzenschutzdienst oder dem BFW übergeben werden. Es muss alles unternommen werden, um eine Ausbreitung dieses Quarantäneschädlings zu verhindern.

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