Jahresbilanz 2018

Klimawandel in den ÖBf-Wäldern angekommen

Trotz herausfordernder Rahmenbedingungen hat die Österreichische Bundesforste AG (ÖBf) 2018 das drittbeste Ergebnis vor Steuern (EBT) in der Konzerngeschichte erwirtschaftet. Hauptursache dafür waren die gestiegenen Schadholzmengen.

Holzernte

Der Schadholzanteil stieg 2018 bei den Bundesforsten auf 66 % an. (Bildquelle: ÖBf)

Die Betriebsleistung stieg leicht auf 238 Mio. € (2017: 235,6 Mio. €), während das Ergebnis vor Steuern (EBT) im Vergleich zum Vorjahr mit 26,4 Mio. € um 11,4% (2017: 29,8 Mio. €) kleiner ausfiel.

Hohe Schadholzmenge drückt auf die Holzerlöse

Durch das hohe Schadholzaufkommen in Zentraleuropa mit rund 60 Mio. fm, den deutlichen Anstieg von Nadelrundholzimporten aus den Nachbarländern um rund 17 % und einem niedrigeren Holzpreis – der Rundholzindex ist 2018 um fast 13% gefallen – sei die „gute Konjunktur in der Forstwirtschaft nie angekommen“, kommentierte Rudolf Freidhager, ÖBf-Vorstandssprecher sowie Vorstand für Forstwirtschaft und Naturschutz, das Ergebnis.

Der gesamte Schadholzanteil der ÖBf ist nach Rückgängen in den Vorjahren 2018 angestiegen und lag mit rund 1 Mio. Erntefestmetern (Efm) bei 66%. 2017 betrug die Schadholzmenge nur 680.000 Efm.

Die Kosten, die im Zuge des Klimawandels durch Windwürfe, extreme Trockenheit und dem starken Auftreten des Borkenkäfers entstanden sind, bezifferte Freidhager für 2018 mit 23,6 Mio. € (2017: 15,7 Mio. €). Darin enthalten sind Mindererlöse aufgrund geringerer Holzpreise, Mehrkosten durch die Käferbekämpfung sowie höhere Holzernte- und Frachtkosten.

Neues Unternehmenskonzept verabschiedet

Im März 2019 haben die ÖBf das neue „Unternehmenskonzept 2025/50“ verabschiedet und damit das „größte Investitionsprogramm in der Unternehmensgeschichte“, wie Georg Schöppl, Vorstand für Finanzen und Immobilien, betonte. Bis 2025 sind insgesamt über 300 Mio. € an Investitionen und Aufwendungen geplant.

Ein Drittel davon soll in den Bereich Erneuerbare Energie fließen, davon rund 78 Mio. € in die Windkraft und rund 25 Mio. € in die Kleinwasserkraft. Weitere 60 Mio. € entfallen auf den Bereich Immobilien und die Entwicklung von Liegenschaften und Objekten.

„Mit rund 100 Mio. € geht ein weiteres Drittel in den Waldbau“, führte Schöppl aus. Bei Letzterem gehe es darum, bis 2050 artenreiche und klimafitte Mischwälder zu schaffen. Das heißt, mehr Lärchen, Tannen, Douglasien und mehr Laubhölzer zu pflanzen. Darüber will man den Fokus auf eine verstärkte Waldpflege und Schädlingsprävention sowie auf den Erhalt des Schutzwaldes legen.

Nicht-forstlicher Bereich umfasst 42 Prozent

Zum Unternehmenserfolg maßgeblich beigetragen haben die nicht-forstlichen Geschäftsbereiche, deren Anteil an der gesamten Betriebsleistung bereits 42% beträgt. Der Bereich Immobilien (Wohnbauprojekte zur Eigenverwendung oder Vermietung) konnte mit einer Steigerung auf 46,4 Mio. € (+2,4 % gegenüber 2017) ebenso zulegen wie der Bereich Dienstleistungen (Baumbegutachtung, forstliche Expertise, Waldflächenbetreuung für Dritte) mit 15,7 Mio. € (+5,4 %).

Der Ausbau des Geschäftsfeldes Erneuerbare Energie wurde mit zwei neuen Kleinwasserkraftwerken in Salzburg fortgesetzt. Die Betriebsleistung ist hier 2018 wegen weniger Winde und Wasser aber um 10,3% auf 16,5 Mio. € (2017: 18,4 Mio. €) gesunken.


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