Moosbrugger: Aktive Waldbewirtschaftung muss gesichert bleiben

Der Klimawandel mit Hitzeperioden, Sturmschäden oder Borkenkäferbefall stellt die Waldbewirtschaftung vor immer neue Herausforderungen. Darauf machte die "Woche des Waldes" von 10. bis 16. Juni aufmerksam.

30% der heimischen Wälder, also 1,2 Mio. ha, schützen Menschen, Gebäude und Städte. (Bildquelle: pixabay)

"Der Klimawandel und seine negativen Begleiterscheinungen scheinen zur Regel zu werden. Gerade in einem Gebirgsland wie Österreich sind funktionstüchtige Wälder, die die Bevölkerung und unsere Siedlungen schützen, besonders wichtig. Ohne diese Schutzwälder würde es in Österreich ziemlich eng werden, denn ohne diese könnte unser Land nur zur Hälfte besiedelt werden", erklärt Rudolf Rosenstatter, Obmann im Waldverband Österreich, zur Bedeutung der Schutzwirkung der Wälder für die Gesellschaft. "Unser Wald im Klimawandel - neue Herausforderungen und starke Antworten", unter diesem Motto machte die diesjährige "Woche des Waldes" von 10. bis 16. Juni mit zahlreichen Informations- und Erlebnisveranstaltungen auf die vielfältigen positiven und unverzichtbaren Wirkungen des Waldes im Kampf gegen den Klimawandel aufmerksam.

Neue Herausforderungen

"Technische Verbauungen sind teuer. Das meist mit Hubschraubern angelieferte tonnenschwere Material muss aufwendig in Steil- und Felshängen verankert werden, kontinuierlich erneuert und instand gehalten werden. Intakte Wälder hingegen helfen sparen: Vergleiche zeigen, dass ein investierter Euro in die Waldbewirtschaftung rund 100 Euro an technischen Verbauungen einspart. 30% unserer Wälder, also 1,2 Mio. ha, schützen uns Menschen, unsere Gebäude und unsere Städte, wie zum Beispiel Hallstadt und Innsbruck, aktiv vor Naturgefahren wie Lawinen, Muren und Steinschlag", unterstreicht Landwirtschaftskammer (LK) Österreich-Präsident Josef Moosbrugger die enorme volkswirtschaftliche Bedeutung intakter Schutzwälder zum Wohle der Allgemeinheit.

Der Klimawandel mit seinen Auswirkungen, wie etwa immer länger anhaltende Trockenperioden und Hitzewellen, gefolgt von Starkregenereignissen sowie Borkenkäfer- und Sturmkatastrophen, stellt die Waldbewirtschaftung vor immer neue Herausforderungen. "Dank gilt daher Elisabeth Köstinger für das 'Aktionsprogramm Schutzwald' sowie für das 'Dürrepaket'. Das sind starke Antworten auf diese mitunter existenzbedrohenden Auswirkungen des Klimawandels, wie man im Mühl- und Waldviertel deutlich erkennen kann. Initiativen wie diese und das klare Bekenntnis der öffentlichen Hand zur Erhaltung und Pflege unserer Schutzwälder unterstützen unsere tägliche Waldarbeit nachhaltig", ist Rosenstatter überzeugt.

Erhaltung und Pflege im Interesse der Gesellschaft

Die Folgen des Klimawandels gefährden nicht nur den Wald, sondern auch seine zahlreichen Ökosystemleistungen für die Gesellschaft, wie saubere Luft, Wasser- und Staubfilterung. "Die aktive Waldbewirtschaftung muss unter allen Umständen zum Wohl der Allgemeinheit gesichert werden. Dazu müssen wir unsere Waldbesitzer in jeder Hinsicht unterstützen. Wir brauchen aber auch ambitionierte Maßnahmen im Kampf gegen den vom fossilen CO2 verursachten Klimawandel. Dazu zählt auch die Bioökonomie. Das heißt, weg von der Wirtschaft auf Basis fossiler Energie hin zur Wirtschaft mit nachwachsenden Rohstoffen. Der Wald ist dabei ein wesentlicher Teil der Lösung. Denn große Hürden kann man nicht mit kleinen Schritten überwinden", unterstreicht Präsident Moosbrugger.

"Die aktive Waldbewirtschaftung sichert unseren Kindern und Enkeln die Wirkungen des Waldes und ihre Ökosystemleistungen. Der bewirtschaftete Wald garantiert den schützenden Wald - ein Umstand, dem nicht immer die notwendige Bedeutung beigemessen wird", bringt es Rosenstatter auf den Punkt.

Artikel geschrieben von

Beate Kraml

Redaktion

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