Soforthilfe für Waldbauern: 1 € pro gepflanztem Baum

Um für etwas Entlastung für die vom hohen Schadholzanfall betroffenen Waldbauern zu sorgen, wird es in Zukunft möglich sein, Pflegemaßnahmen bei der Wiederaufforstung zu fördern. Für die Pflege der neu aufgeforsteten Wälder soll 1 € je gepflanztem Baum angerechnet werden. Gelten soll die Maßnahme auch rückwirkend für Aufforstungen in den Jahren 2018 und 2019.

Patek

"Was wir heute nicht in den Wald investieren, bekommen die nächsten Generationen zu spüren", erklärte Ministerin Maria Patek. (Bildquelle: Parlamentsdirektion / Johannes Zinner)

Die Maßnahme trägt den Titel „Wiederaufbau und Pflege des forstwirtschaftlichen Potentials“ und soll die durch die Klimaverschlechterung in Existenznot geratenen Waldbäuerinnen und Waldbauern mit einer gezielten Unterstützung dazu motivieren, dringend notwendige Arbeiten zur Aufforstung und weiteren Pflege dieser Flächen durchzuführen. Das gaben Maria Patek Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus und LKÖ-Präsident Josef Moosbrugger heute gemeinsam bekannt und kündigten weitere Schritte an, die dieser Sofortmaßnahme folgen sollen.

Details der Sofortmaßnahme

Das neue und zusätzliche Element des „Wiederaufbaus und der Pflege des forstwirtschaftlichen Potentials “ ist, dass nach borkenkäferbedingten Zwangsnutzungen für die Pflege der neu aufgeforsteten Wälder ein Euro je gepflanztem Baum angerechnet werden soll. Gelten soll die Maßnahme auch rückwirkend für Aufforstungen in den Jahren 2018 und 2019, wobei Ergänzungsanträge zu stellen sind. Die Maßnahme soll ab Oktober 2019 wirksam werden.

Welche Gesamtsumme in diese Maßnahme fließt, wird davon abhängen, in welchem Umfang diese von den heimischen Waldbäuerinnen und Waldbauern in Anspruch genommen wird. Schätzungen liegen derzeit bei bis zu 20 Mio. Euro, wobei derzeit noch nicht abschätzbar ist, wie sich die Borkenkäfersituation in den nächsten Jahren weiter entwickeln wird

Patek: Wichtige Zukunftsinvestition in Schutzfunktionen

„Der Schadholzanfall schreitet im Eiltempo voran. Darum müssen wir handeln – und wer schnell hilft, hilft doppelt. Mit den Sofortmaßnahmen unterstützen wir die Waldbesitzer bei den notwendigen Aufforstungen. Österreichs Wälder müssen klima- und zukunftsfit werden – dafür müssen wir alle an einem Strang ziehen.“, betont Bundesministerin Maria Patek und ergänzt: „Was wir heute nicht in den Wald investieren, bekommen die nächsten Generationen zu spüren. Fehlende Investitionen schaden der Schutzwirkung unserer Wälder, der Holz-Versorgung und führen auch zum Verlust der Erholungswirkung. Mit den Sofortmaßnahmen stärken wir auch den Wald als Klimaregulator, denn weniger Forst bedeutet auch weniger CO2-Speicher.“

Moosbrugger: Erste-Hilfe für unsere natürlichen Klimaanlagen

„Die Holzmarktsituation ist zurzeit derart katastrophal, dass viele Waldbäuerinnen und Waldbauern keinerlei Perspektive mehr darin sehen, ihre kaputten Waldbestände wieder aufzuforsten. Um ihre Investitionsbereitschaft wiederherzustellen, arbeiten wir mit dem Ministerium intensiv an effektiven, sowohl kurz- als auch langfristig wirkenden Maßnahmen. Mit der Unterstützung für die arbeitsintensiven und teuren Pflegearbeiten ist nun ein entscheidender Erste-Hilfe-Schritt gelungen, der neue Hoffnung gibt. Und wir arbeiten an weiteren Maßnahmen.

Ein großes Danke aber jetzt schon an Bundesministerin Maria Patek und ihrer Vorgängerin Elisabeth Köstinger, dass sie unsere Hilfeschreie ernst genommen und das Problem zusammen mit uns aktiv angepackt haben“, unterstreicht Moosbrugger. „Es geht nicht nur um zahlreiche Arbeitsplätze in der Forstwirtschaft sowie den vor- und nachgelagerten Bereichen. Vielmehr geht es auch um unsere Wälder als natürliche Klimaanlagen und Holzlieferanten der Zukunft und Horte der Biodiversität.“ Auch top agrar Österreich hat in seinem aktuellen Kommentar in der Ausgabe 9/2019 eine bessere Unterstützung der so arg gebeutelten Waldbauern gefordert.


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