Waldverband Österreich: „Fossiles Zeitalter“ beenden

Der Waldverband Österreichs drängt darauf, den CO2-Ausstoß aus fossilen Energieträgern unverzüglich und massiv zu senken. Der Klimawandel setzt den heimischen Wäldern immer mehr zu.

Bei "Verdursteten" Bäumen haben Borkenkäfer leichtes Spiel. (Bildquelle: pixabay)

Heute ist internationaler Tag des Waldes. Rudolf Rosenstatter, Obmann des Waldverbandes Österreich, nahm das zum Anlass für eine Forderung: Das "fossile Zeitalter" soll so rasch wie möglich beendet werden um die Zukunft der Bioökonomie einzuläuten. "Die Menschheit lebt seit Jahrtausenden problemlos mit Holz. Plastik beziehungsweise fossile Rohstoffe und Energieträger haben es hingegen geschafft, unseren Planeten innerhalb von wenigen Generationen nahezu zu zerstören", unterstreicht Rosenstatter.

Wälder klimafit machen

Langanhaltende Hitzeperioden und ausgeprägte Niederschlagsdefizite machen den Klimawandel augenscheinlich und deutlich spürbar. Auch unsere Wälder sind davon direkt betroffen. Trockenheit und Hitze sind ideal für eine außerordentlich schnelle Entwicklung der Borkenkäfer. Gleichzeitig wirken sich hohe Temperaturen und Wassermangel negativ auf den Gesundheitszustand der Bäume aus. "Die Borkenkäferproblematik ist eine unmittelbare Auswirkung des Klimawandels. Enorm hohe Käferpopulationen, gepaart mit 'verdurstenden' und damit geschwächten Bäumen, machen die Situation doppelt prekär. Unser 'Klimapatient' Wald braucht eine Gesundheitskur: eine aktive und nachhaltige Bewirtschaftung. Damit begründen wir neue klimafitte Bestände und machen unsere Wälder klimafit", unterstreicht der Obmann. "All unsere Bemühungen sind jedoch umsonst, wenn wir den CO2-Ausstoß aus fossilen Energieträgern nicht unverzüglich und massiv reduzieren", stellt Rosenstatter besorgt fest.

Baumartenwahl mit Voraussicht

Im Hinblick auf den Klimawandel ist die Baumartenwahl heute die Gretchenfrage für den klimafitten Wald von morgen. Erschwerend kommt hinzu, dass der durch fossiles CO2 und somit menschlich verursachte Klimawandel deutlich schneller voranschreitet, als sich unsere Wälder anpassen können. Keine andere Branche muss so weit in die Zukunft denken wie die Forstwirtschaft. "Wir müssen bei unserer Arbeit stets berücksichtigen, wie der Klimawandel die Welt in einem Jahrhundert verändert haben könnte. Für manche einheimische Baumarten wird das künftige Klima an derzeit passenden Standorten nicht mehr geeignet sein. Waldbesitzer/-innen, aber auch Jäger/-innen müssen lenkend und gezielt eingreifen, um den klimafitten Wald und seine Leistungen für die Gesellschaft auch künftig zu sichern. Dazu gehört auch eine verantwortungsvolle Nutzung der Natur durch den Tourismus", erklärt Rosenstatter und nimmt alle Erholungssuchenden in die Pflicht.

Sommer 2018 als Klima-Vorschau

Bei der UN-Klimakonferenz 2015 in Paris wurde das sogenannte "Zwei-Grad-Ziel" beschlossen. Ziel ist es, die globale Erderwärmung auf weniger als 2 °C zu begrenzen. Für Österreich bedeutet die Erreichung des "Zwei-Grad-Zieles" eine um 3 bis 3,5 °C höhere Jahresdurchschnittstemperatur. Der heiße Sommer 2018 könnte damit in 30 bis 35 Jahren zu den kühlen Sommern zählen. "Der heiße Sommer des vergangenen Jahres mag zwar vorerst ein Extremfall gewesen sein, aber mit Sicherheit auch eine Vorschau, in welche Richtung das Klima in Österreich langfristig steuert", zeichnet Rosenstatter abschließend ein aufrüttelndes Bild. -AIZ, tg-

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