Grünland-Fachtag: Was tun gegen Engerlinge?

Die Engerlingsproblematik nimmt immer größere Ausmaße an. Die OÖ. MR veranstalteten daher am 4. Juni 2019 eine Fachtagung zur Engerlingsbekämpfung am Grünlandbetrieb von Peter und Martha Keinberger in Oepping (Bezirk Rohrbach). Neben den Geräten und Verfahren im praktischen Einsatz gab es Fachvorträge. Hier das wichtigste in Wort und Bild.

Große Hoffnung in der Bekämpfung wird in das Pilzsubstrat Artis Pro gesetzt. Das Mittel wird mit dem Cultan-Gerät ausgebracht. Siehe dazu den Text am Ende dieser Bildergalerie. (Bildquelle: MR OÖ/Alle Texte: Johannes Hintringer)

Das Cultan-Gerät ist im Prinzip wie eine Feldspritze aufgebaut. Die Ausbringung der Flüssigkeit erfolgt aber direkt in den Boden anstatt einer oberflächlichen Applikation. Wenn der Dorn am untersten Totpunkt ankommt, wird die Flüssigkeit durch die Bohrung seitlich in den Boden injiziert. (Bildquelle: MR OÖ)

Ing. Roman Braun vom MR OÖ erklärte den rund 200 anwesenden Bauern die verschiedenen Verfahren und Geräte. (Bildquelle: MR OÖ)

Die Rotoregge ist auch gut geeignet zur Engerlingsbekämpfung. Allen mechanischen Verfahren sollten bei möglichst hoher Sonneneinstrahlung und zweimal im Abstand von 1 – 3 Tagen erfolgen. (Bildquelle: MR OÖ)

Die Arbeitsweise und das Arbeitsbild der einzelnen Geräte wurde dem Zielpublikum augenscheinlich erklärt. (Bildquelle: MR OÖ)

Frei gelegter aber ungeschädigter Engerling nach der mechanischen Bearbeitung. Die UV-Strahlung wirkt unterstützend und kann diese noch lebenden Schädlinge töten. (Bildquelle: MR OÖ)

Rund 200 Landwirte betrachten das Arbeitsbild der Rotoregge (Bildquelle: MR OÖ)

Peter Frühwirth, Grünlandreferent LK OÖ referierte zur Engerlingsbekämfpung und richtiger Folgebewirtschaftung. Der Fachmann meint: "Vor allem die zweimalige Bekämpfung mittels Kreiselgrubber oder Kreiselegge mit „auf Griff“ gestellten Zinken haben sich als sehr effektive und verhältnismäßig kostengünstige Bekämpfungsmethoden erwiesen. Die Bearbeitung mit Rotoregge, Zinkenrotor/Rotortiller und Fräse sind ebenfalls geeignet." (Bildquelle: MR OÖ)

Links: Oberflächliche Ausbringung von Saatgut und Anwalzen mit einem Striegel. Die Deckfrucht wurde bereits vorher auf ca. 2 cm Tiefe abgelegt. Die Zinken dürfen nicht „angreifen“, sonst kann das organische Materials zusammengeschoben werden. Eine langsame Fahrgeschwindigkeit sorgt für den nötigen Bodenschluss. Rechts: Kombination zur Ausbringung von Artis Pro (vorne) und Bearbeitung mit der Kreiselegge, inkl. Deckfruchtansaat und Grünlandansaat (hinten). Im Anschluss muss noch gewalzt werden. (Bildquelle: MR OÖ)

Langsames Anwalzen sorgt für einen ordentlichen Bodenschluss und sichert den kapillaren Wasseraufstieg. So können die Keimbedingungen für das Saatgut vor allem bei Trockenheit optimiert werden. (Bildquelle: MR OÖ)

Ein weiteres Thema am Grünlandtag widmete sich der Gülle: Hier die Gülleseparierung mit einem mobilen und leistungsstarken Gülleseparator. Mit 6 Pressschnecken können im Idealfall mehr als 200 m³ Gülle je Stunde separiert werden. (Bildquelle: MR OÖ)

Mit dem Förderband können die Feststoffe direkt verladen und an den Bestimmungsort abtransportiert werden. (Bildquelle: MR OÖ)

Die Ausbringung der separierten Gülle erfolgte mit einem Schleppschuhfass. Zum Vergleich wurde Rohgülle mit einem Breitverteiler ausgebracht. (Bildquelle: MR OÖ)

MR schaffen Cultan-Geräte zur Engerlingsbekämpfung an

Die oberösterreichischen Maschinenringe haben seit heuer Cultan-Geräte zur Unterstützung in der Engerlingsbekämpfung im Einsatz. Mit dieser Technik kann der Boden mit dem neuen Bodenhilfsstoff Artis Pro (UV-empfindliches Pilzsubstrat) beimpft werden. Technisch ist dieses Gerät wie eine Feldspritze aufgebaut. Die Ausbringung der Flüssigkeit erfolgt aber direkt in den Boden anstatt einer oberflächlichen Applikation. So soll auch auf mechanisch nicht bearbeitbaren Flächen (z.B. aufgrund der Hangneigung, geringer Bearbeitungshorizont, etc.) eine Hemmung der Mai- und Junikäfer-Engerlinge erleichtert werden. Beim Maschinenring Steyr wurde daher ein aufgelöstes System mit Fronttank und 8 Meter Stachelwalze als Heckanbau angeschafft. Mit Zwillingsbereifung können somit auch Steilflächen beimpft werden. Es sind Investitionen in weitere Cultan-Geräte geplant.

Eigentlich ist dieses Gerät für die CULTAN-Düngung (Controlled Uptake Long Term Ammonium Nutrition = kontrollierte Langzeitammoniumernährung) bekannt. Dabei wird ein flüssiger Ammonium-Dünger konzentriert direkt in den Boden injiziert und Düngerdepots angelegt. Diese Düngerreserve wird dann bedarfsgerecht und verlustarm für die Pflanzenernährung freigesetzt. Das CULTAN-Verfahren ist sowohl für den Ackerbau (einmalige Düngung statt Gabenteilung) als auch für das Grünland geeignet. Vorteil im Grünland ist, dass durch den Filz der Gemeinen Rispe durchgestochen und der Dünger direkt zu den Pflanzenwurzeln gebracht werden kann.

Artikel geschrieben von

Torsten Altmann

Schreiben Sie Torsten Altmann eine Nachricht

Eine Köchin will Agrarministerin werden

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich einloggen um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen