Achten Sie jetzt besonders auf die Herkunft der Eier

Importierte Eier aus schlecht kontrollierter Tierhaltung können auch beim Genuss in der Gastronomie gravierende gesundheitliche Folgen mit sich bringen. Das zeigt ein aktueller Fall.

Wenige Cent mehr für ein Ei aus Österreich können dafür sorgen, dass Konsumenten dieses sicher und mit gutem Gewissen genießen können, erklärt der Obmann der Frischeier Erzeugergemeinschaft, Franz Kirchweger. (Bildquelle: Rautnig)

In den vergangenen Tagen litten mehr als 200 Konsumentinnen und Konsumenten in acht verschiedenen Bundesländern an schweren Verdauungsproblemen, weil polnische Käfighaltungseier aus einer schlecht kontrollierten Tierhaltung von Eierhändlern an österreichische Wirte verkauft und von diesen zum Verzehr angeboten wurden.

Eier sind besonders sensible Lebensmittel

Da Eier besonders sensible Lebensmittel sind, empfehlen Experten deshalb Konsumenten und Gastwirten, gerade im Sommer auf die österreichische Herkunft, die richtige Lagerung und Verarbeitung von Eiern zu achten. Eine klare Kennzeichnung der Herkunft der Eier und der Haltungsform der Hühner auf den Speisekarten bringt mehr Sicherheit für Konsumenten. Regional erzeugte Eier sind zudem deutlich klimafreundlicher als weit gereiste Importeier.

"Österreichische Eier aus dem AMA-Gütesiegelprogramm durchlaufen hingegen ein Programm an Maßnahmen, das bei heimischen Eiern für ein hohes Maß an Sicherheit sorgt. Alle Tierhalter sind Mitglied beim österreichischen Geflügelgesundheitsdienst (QGV) und halten sich an strenge Regeln, weiß QGV-Obmann Gerhard Skreinig. "Das österreichische Programm zur Salmonellenbekämpfung ist eines der erfolgreichsten in der EU. Salmonellenproben werden hierzulande vom Geflügeltierarzt oder Amtstierarzt gezogen, nicht von den Tierhaltern. Sollte ein Tierbestand betroffen sein, so ist sichergestellt, dass belastete Eier nicht ausgeliefert werden", so Skreinig. Die heimische Geflügelwirtschaft hat zur Absicherung der Tierhalter vor finanziellen Schäden vor mehreren Jahren auch eine eigene, sehr praxistaugliche Versicherungslösung aufgebaut.

Regional kaufen bedeutet auch Klimaschutz

Während immer mehr qualitätsbewusste Gastwirte zu heimischen Eiern greifen, wird in der organisierten Großgastronomie häufig an der Preisschraube gedreht, weiß der Obmann der Frischeier Erzeugergemeinschaft, Franz Kirchweger. Er ortet hier ein fehlendes Problembewusstsein. "Wenige Cent mehr für ein Ei aus Österreich können dafür sorgen, dass Konsumenten dieses sicher und mit gutem Gewissen genießen können." Österreichische Hühner bekommen gentechnikfreies Futter und der wichtigste Futterbestandteil Soja stammt aus Europa, konkret aus dem Nachhaltigkeitsprogramm "Donau Soja". "Für das Futter unserer Hühner werden keine Regenwälder abgeholzt", ist der Obmann der EZG Frischei stolz. "Regional kaufen nützt also auch dem Klima", so Kirchweger.

Konsumenten selbst entscheiden lassen

Der österreichische Lebensmitteleinzelhandel bietet in seinen Regalen ganz bewusst schon seit Jahren nur mehr österreichische Eier mit dem AMA-Gütesiegel an. Diese können über den Erzeugercode am Ei und die Österreichische Eierdatenbank (www.eierdatenbank.at) bis zum Erzeugerbetrieb zurückverfolgt werden. Die Käfighaltung entspricht schon lange nicht mehr den ethischen Erwartungen der heimischen Konsumenten und ist zudem in Österreich bereits verboten. Franz Karlhuber, Obmann der ZAG, fordert deshalb eine klare Kennzeichnung der Herkunft der Eier und der Haltungsform der Hühner, speziell in der organisierten Großgastronomie und der Gemeinschaftsverpflegung. "Wir müssen den Kunden die Möglichkeit geben, wieder selbst zu bestimmen, welche Eier sie essen", so Karlhuber.

Am vordringlichsten sieht der ZAG-Obmann Handlungsbedarf in der öffentlichen Beschaffung, schließlich hat der Gesetzgeber klare Vorgaben darüber gemacht, wie tiergerechte Geflügelhaltung in Österreich betrieben werden muss. "Es ist nicht einzusehen, dass allein der Preis beim Eier-Einkauf entscheidend ist. Wir können mit dem 'Österreichpaket' bei Eiern sehr viel an Mehrwert anbieten", erklärt Karlhuber vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion zum Thema Lebensmittelsicherheit.

Artikel geschrieben von

Beate Kraml

Redaktion

Schreiben Sie Beate Kraml eine Nachricht

Die Redaktion empfiehlt

Management & Politik / News

AGES: Keine verseuchten Eier in Österreich

vor von Torsten Altmann

Eier und Eiprodukte, die in den Niederlanden mit dem Insektizid Fipronil belastet sind, wurden nach Angaben der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) nicht nach Österreich ...

Strasser: „50 Mio. € Entlastung für die Bauernfamilien!"

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich einloggen um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen