Fünf weitere tote Schwäne

Geflügelpest: Stallpflicht in Risikogebieten kommt

EXKLUSIV – Am 3. Feber wurde der erste Fund eines an der Geflügelpest verstorbenen Wildvogels von der AGES bestätigt. Nun gibt es fünf weitere Fälle in drei weiteren Bundesländern. Als Vorsichtsmaßnahme wird das Sozialministerium die Stallpflicht des Hausgeflügels in den ausgewiesenen Risikogebieten anordnen.

schwan

Nach dem Fund von weiteren positiven Schwänen arbeitet das Sozialministerium an der Novellierung der Geflügelpest-Verordnung. Diese wird in Kürze verlautbart und wird die Aufstallungspflicht des Hausgeflügels in den Risikogebieten anordnen. (Bildquelle: pixabay.com)

Das Geflügelpestvirus wurde letzte Woche bei einem tot aufgefundenen Schwan in Klosterneuburg diagnostiziert. Dabei handelt sich um den ersten Nachweis der hoch pathogenen aviären Influenza in Österreich seit dem Jahr 2017

Nun gibt es fünf weitere Funde: Je zwei Schwäne in der Steiermark und Salzburg sowie einer in Wien wurden von der AGES positiv auf Geflügelpest betestet. Allesamt sind die Tiere in bekannten Risikogebieten gefunden worden. Zudem sind damit die hochpathogenen Geflügelpeststämme H5N5 und H5N8 in Österreich nachgewiesen.

Die zwei Salzburger Tiere sind zwar kein an Brüssel zu meldender Veterinärfall, wie es im internen Ministerialpapier heißt, aber ein Schwan wurde am 9. Feber positiv auf Geflügelpest getestet. Der Test tags darauf ergab als Spezifizierung aber nicht die hochpatogenen Varianten H5 und H7.

Stallpflicht erst im zweiten Anlauf

Schon in der Telefonkonferenz der „Taskforce Geflügelpest“ am 4. Feber anlässlich der Erstfundes in Klosterneuburg forderte die Landwirtschaft vom Sozialministerium die generelle Stallpflicht fürs Hausgeflügel für die gesamten Landesgebiete von Niederösterreich und Burgenland. Dem wurde aber nicht entsprochen. Vorgeblich aus EU-Rechtsgründen, heißt es.

Nach den bestätigten weiteren drei Fällen wird die oberste staatliche Veterinärehörde aber doch eine entsprechende Änderung der Geflügelpest-Verordnung aufsetzen und damit in der Folge zumindest eine Aufstallungspflicht für die ausgewiesenen Gebiete mit erhöhtem Geflügelpest-Risiko (gemäß letzter Verordnungsänderung vom 6.12.2020) erlassen.

Von der Stallpflicht betroffen werden Betriebe ab 350 Stück Hausgeflügel sein. Für reine Hobbyhalter gibt es schon seit längerem entsprechende Empfehlungen der QGV.

Karte

In den seit Dezember 2020 definierten und verordneten Geflügelpest-Risikogebieten soll nun die Aufstallunsgpflicht des Hausgeflügel kommen. (Bildquelle: AGES)

Vermarktung: Bis 16 Wochen „Stallhaft“ bleibt Haltungskategorie aufrecht

Die Produkte (Eier, Fleisch) von bis 16 Wochen aus Seuchenprohylaxe in den Ställen kasernierten Freiland- oder Bio-Hausgeflügel dürfen gemäß der EU-Rechtslage aber weiterhin als Freiland- bzw. Bioware vermarktet werden. Das Geflügelpest-Virus ist für den Menschen zudem ungefährlich.

Meldung wurde um die Spezifizierung der Salzburger Fälle ergänzt


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