Mit Bioenten-Bruteiern zur bäuerliche Unternehmerin 2019

Christiane Plasser aus Schwand im Bezirk Braunau ist die bäuerliche Unternehmerin 2019. Sie hat eine Produktion von Bioenten-Bruteiern aufgebaut.

Seit April 2017 legen Elterntiere auf dem Hof von Familie Plasser Bruteier. Am Hof leben 1.000 Bio-Enten und 250 Bio-Erpel. (Bildquelle: Privat)

Christiane Plasser, geboren 1982, hat auf ihrem elterlichen Betrieb den ersten und größten Bioenten-Elternbetrieb Europas aufgebaut. Seit April 2017 legen Elterntiere auf ihrem Hof Bruteier, am Hof leben 1.000 Bio-Enten und 250 Bio-Erpel. Christiane Plasser lebt in Schwand mit ihrem Lebensgefährten und zwei Kindern.

Geflügel war der Betriebszweig, der zu Beginn der betrieblichen Entwicklungsschritte stand. Zu dieser Zeit dachte die Firma Eiermacher in Kremsmünster über die Umsetzung der ersten Bioentenproduktion nach und Plasser erfuhr am Telefon von dieser Innovation. „Anfangs waren schon viele Hürden zu nehmen. Jetzt, nach zwei Jahren, bin ich aber mit der Entwicklung zufrieden. Die Bruteier werden wöchentlich abgeholt, dann in einer eigenen Geflügelbrüterei in Schlierbach ausgebrütet, um dann auf anderen Höfen in ganz Oberösterreich aufgezogen zu werden“, erläutert Christiane Plasser. Der Speisezettel in Österreich ist um eine bäuerliche Spezialität reicher: die Bio-Ente mit Herkunftsgarantie aus dem Innviertel. 2017 lag der Selbstversorgungsgrad bei Enten bei vier Prozent, 2018 waren es bereits zwölf Prozent. Erhältlich ist das Bio-Entenfleisch österreichweit im Lebensmitteleinzelhandel.

Mit Kräutern und Sonderkulturen zu Platz 2

Die Zweitplatzierte Eva Riederer aus in Hartkirchen hat sich dem Kräuter- und Sonderkulturanbau verschrieben. „Wir bauen seltene Getreidearten wie Einkorn und Emmer an, sowie auch Dinkel, Roggen und Weizen. Das Getreide wird mit einer hauseigenen Steinmühle vermahlen und zu Brot und Gebäck veredelt“,erklärt sie. Hanf, Estragon und Brennnessel werden für den Großhandel erzeugt. Die Riederers richteten Verarbeitungsräume ein und ein Hofladen lädt seit 2017 zum Einkauf ein. Am Hof werden Gewürzkräuter, Tees, Kräutersirup, Gewürzessig und Kräuterpestos erzeugt. Als besondere Innovation werden auch Safran und Austernpilze angeboten. Zahlreiche Ausbildungen sind eine der Grundlagen für ihren erfolgreichen Weg, zurzeit setzt Riederer die Ausbildung zum „Schule am Bauernhof“-Betrieb um. Eines der Programme, mit denen Riederer Kinder begeistern will, heißt „Ringelblume und Co – meine erste selbstgemachte Salbe“.

Eva Riederer lebt mit ihrer Familie – Mann, drei Kindern und Schwiegereltern. Nach der Geburt der Kinder entschloss sie sich hauptberuflich in der Landwirtschaft zu arbeiten. Seit 2005 ist sie Betriebsführerin.

Eva Riederer, die Zweitplatzierte, betreibt den Anbau von Sonderkulturen und die Veredelung zu Brot und anderen Spezialitäten. (Bildquelle: Privat)

Dritter Platz: Fresser ohne Zwischenhandel an Bauern verkaufen

Karin Mallinger hat die Buchhalter- und Lohnverrechnerprüfung gemacht und genau diese Fähigkeiten sind für den Betriebszweig „Fresser-Einsteller“ eine entscheidende Grundlage. Tiere werden unabhängig von Erzeugergemeinschaften direkt ohne Zwischenhandel an Bauern verkauft und die gesamte Verrechnung wird am Hof durchgeführt. Die langjährige Erfahrung in der Kälberaufzucht war Ausgangspunkt, diese Nische mit 250 Kälbermastplätzen auszubauen und 2018 wurden 850 Kälber direkt an Rindermäster verkauft. Kälber werden mit 85 bis 100 Kilo auf Versteigerungen gekauft und mit ca. 190 Kilo weiterverkauft. Die Abrechnung, die Buchhaltung und alle weiteren bürokratischen Aufgaben sind Karin Mallingers Kompetenz, die Tierbetreuung und Managementaufgaben werden partnerschaftlich erledigt. „Der Kundenkontakt ist uns wichtig und daher liefern wir rund die Hälfte der Fresser mit unserem eigenen Hänger aus“, erläutert Mallinger. Wald, Christbaumkulturen, Mastschweine und auch ein Karpfenteich runden die vielfältige Landwirtschaft ab. Die Mallingers haben drei Kinder und auch die Schwiegereltern leben am Hof.

Buchhaltungs-Spezialistin Karin Mallinger, die Drittplatzierte, schuf sich mit Kälbermast und dem Handel mit den Tieren ihren Arbeitsplatz. (Bildquelle: Privat)

Artikel geschrieben von

Beate Kraml

Redaktion

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Strasser: „50 Mio. € Entlastung für die Bauernfamilien!"

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