Holz: Sicher zum Lagerplatz

(Bildquelle: topagrar.at)

Wer sein Holz effizient rücken will, muss clever planen: Mit der richtigen Schlagordnung und Anlage der Rückegassen lässt sich das geschlägerte Holz sicher und kostengünstig zum Lagerplatz transportieren.

Ein wesentliches Kriterium sind dabei auch die Schäden am verbleibenden Bestand. Diese sollten natürlich möglichst gering bleiben. Für die Schlagordnung sind die Geländeneigung, die Stärke der Entnahme sowie das Bestandesalter entscheidend.

Vom Sappel zur Seilwinde:

Durch die Vorrückung werden mittels Sappel die Sortimente gesammelt und für die Rückung vorbereitet. Die einzelnen Bloche sind dabei auf Unterlagen so zu lagern, das Würgeschlingen oder Ketten mühelos durchgezogen werden können. Diese Bündel werden neben der Rückegasse fischgrätenartig gelagert.

Die Vorrückung gibt auch die Möglichkeit, die Arbeitsbelastung zu verändern und die Arbeit abwechslungsreich zu gestalten. Das Holz soll so gelagert werden, dass das starke Ende in Abfuhrrichtung liegt. Pro Bündel sollte nur ein Sortiment enthalten sein, um die Arbeit bei der Holzlagerung zu erleichtern. Die Bündelgröße soll sowohl der Schlingengröße, als auch der Breite der Rückegasse und nicht zuletzt der Zugkraft der Seilwinde angepasst sein.

Sind einzelne Sortimente zu massiv, um mit dem Sappel vorgerückt zu werden, so sind sie per Seilzug vorzurücken. Die Sortimente werden von der Seilwinde in die Rückegasse gezogen, bis sie am Rückeschild der Seilwinde angekommen sind.

Beim Seilzug ist zu beachten:

Danach werden die Bloche zur Forststraße bzw. zum nächstgelegenen Holzlagerplatz transportiert. Begünstigt wird die Rückearbeit durch trockenes Wetter sowie Frost, da hier die Bodenverhältnisse günstiger sind für den Holztransport. Je lehmiger der Boden ist, desto wichtiger ist es bei Frost oder Trockenheit zu rücken.

Rückegasse mit Reisig auslegen:

Bei feuchter Witterung und vernässten Böden darf die Rückung nicht durchgeführt werden, da es zu irreparablen Schäden des Waldbodens kommen kann. Um den Bodendruck zu verkleinern, kann die Rückegasse mit Reisig ausgelegt werden. Idealerweise sollen bereits vorhandene Wege und Rückegassen genutzt werden.

Ist es notwendig, neue Rückegassen anzulegen, sind die Schneisen festzulegen und zu kennzeichnen. Mit dem Forsttraktor darf sich nur entlang der Rückegassen bewegt werden. Für den seitlichen Zuzug sind Seilzuggassen zu verwenden. Das gilt auch für Kahlschläge, auch hier darf sich der Forsttraktor nur entlang der Rückegasse bewegen um eine Bodenverdichtung zu vermeiden.

Allfällige Hindernisse in der Gasse sind bereits vor Betriebsbeginn zu entfernen. Die Gassenbreite entspricht der Breite des Forsttraktors plus 1 m beim Seilwindeneinsatz, beim Krananhänger 2 m. Rückegassen sollten auch nicht entlang von Grundstücksgrenzen verlaufen, da die Gefahr besteht das beim Holztransport Grenzsteine oder Markierungen beschädigt werden. Würgeketten zeigen eine geringe Abnutzung beim Bodenzug und sind daher lange einsetzbar. Es kann zu keinem Drahtbruch kommen. Die Ketten können einfach repariert werden. Im Falle der Lockerung der Kette kann sich die Würgekette nicht selbstständig aushängen. Als Nachteile sind das hohe Gewicht und der vergleichsweise geringe Würgeeffekt zu nennen.

Besserer Würgeeffekt:

Würgeseile haben als Einhängevorrichtung meist Endnippeln. Sie sind leichter als Würgeketten und lassen sich an Lasten leichter befestigen. Außerdem ist der Würgeeffekt besser. Dafür ist der Verschleiss wesentlich größer, wodurch auch die Verletzungsgefahr durch abstehende, verrostete Drähte ansteigt. Sollte sich die Seilschlinge lösen, kann es zu einem selbstständigen Aushängen der Last kommen.

Umlenkrollen werden eingesetzt, um einen möglichst sicheren und bestandesschonenden Zuzug zu erreichen.

Krananhänger verfügen über eine gute Geländegängigkeit. Mit angetriebenen Hängern können Hangneigungen bis zu 35% befahren werden. Ohne Antrieb begrenzen die Eigenschaften des Zugfahrzeuges die Einsatzmöglichkeiten, als Richtwert werden 20% Geländeneigung genannt. Ein weiterer wesentlicher Vorteil ist das im Gegensatz zum Rücken über Boden mit Traktor und Winde das Holz beim Transport mit dem Krananhänger sauber und unbeschädigt bleibt.

Mit Krananhänger exakt sortieren

: Der Einsatz eines Kranhängers erlaubt auch die exakte Sortierung und bessere Ablage des Holzes. Beim optimalen Einsatz des Krananhängers wird das Holz per Sappel vorgerückt und in Bündel an der Rückegasse abgelegt und schließlich vom Krananhänger aufgenommen und abtransportiert. In manchen Fällen kann es aber notwendig sein, dass der Krananhänger mit der Seilwinde kombiniert werden muss.

So ist es bei Starkholz möglich, dass einzelne Bloche zu schwer sind, um sie mit der Hand vorzurücken. Dann ist der kombinierte Einsatz von Seilwinde, und dem Krananhänger sinnvoll: Die Seilwind rückt dann die einzelnen Sortimente zur Rückegasse vor, der Krananhänger übernimmt die weitere Rückung.

Der Krananhänger ist aber nicht zum Vorrücken gedacht. Sondern mit dem Kran soll das Holz in den Rungenkorb abgelegt werden, aber nicht zur Rückegasse gezogen werden!

Schutzrandgitter ist Grenze:

Krananhänger dürfen nur bis zum oberen Rand des Schutzgitters beladen werden. Sonst können Stämme rutschen und den Maschinenführer verletzten. Außerdem müssen sie eine Fremdbremsanlage haben. Wird der Krananhänger auf öffentlichen Straßen verwendet, muss er den kraftfahrerrechtlichen Bestimmungen entsprechen. Bei niedrigen Temperaturen erhöhen sich der Verschleiß von Dichtungen sowie die Gefahr von Schlauch- und Metallbrüchen. Dann darf die Hubkraft des Krans nicht bis zum Maximum ausgeschöpft werden. Bei hohen Temperaturen sollte auf die Hydrauliköl-Temperatur geachtet werden. Ist diese zu hoch, leidet die Ölqualität. Das kann die Dichtungen schädigen.

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