Leistung & Qualität als Ziel

(Bildquelle: topagrar.at)

Im letzten Teil der Serie „Strategien für Tierhalter“ zeigen wir Ihnen, in welche Richtung sich Ferkelerzeuger und Schweinemäster entwickeln wollen.

Das Jahr 2017 war eine gutes für die Schweinebauern: So erwirtschaftete der Durchschnitt der 136 freiwillig buchführenden Betriebe 62 732 € aus der Land- und Forstwirtschaft (siehe Übersicht 1). So lautete das Ergebnis des Grünen Berichtes.

Zur Erinnerung: Das durchschnittliche Einkommen der spezialisierten Milchviehbetriebe lag bei ca. 38 000 €, jenes der Rindermastbetriebe bei rund 17 500 €. Auch je Arbeitskraft lagen die Einkommen in Betrieben, die Schweine halten, im Vorjahr deutlich höher als in jenen, die Rinder halten.

Allerdings gilt zu beachten, dass 2017 ein besonders gutes Jahr für Schweinehalter (aber auch für Milchviehhalter) war. 2016 lagen die Einkünfte nur bei rund 42 500 € je Betrieb, also etwa 20 000 € niedriger als 2017. Auch 2018 wird das Ergebnis unter jenem von 2017 liegen, da die Schweinepreise wieder deutlich gesunken sind.

In der Schweinehaltung lässt sich beim Einkommen ein markanter Größeneffekt ablesen. Wegen des hohen Spezialisierungsgrads sind kleinere Betriebe kaum mehr zu finden. Daher fehlen die Zahlen für die kleinere Betriebsgrößenklasse in Übersicht 1.

90 Sauen, 360 Mastschweine:

Um die Strategien der Schweinehalter zu eruieren, wurden 450 Schweinehalter aus ganz Österreich telefonisch im Jänner und Februar 2018 interviewt. Diese 450 Betriebe in der Stichprobe bewirtschafteten zum Zeitpunkt der Befragung 30,5 ha landwirtschaftlich genutzte Fläche, fast ausschließlich Ackerland.

Die 298 befragten Ferkelerzeuger hielten im Durchschnitt knapp 90 Sauen und die 374 befragten Schweinemäster etwas über 360 Tiere.

Die betrieblichen Merkmale streuten beträchtlich zwischen den Betrieben. So reichten beispielsweise die Betriebsgrößen von zwei bis 2 000 Zuchtsauen je Betrieb. Nur 18 oder 4 % der Befragten wirtschafteten biologisch.

Im Großen und Ganzen repräsentiert die Stichprobe aber gut die Grundgesamtheit der österreichischen Veredelungsbetriebe mit Schweinehaltung.

Welche Strategien verfolgen nun die Schweinehalter? Wollen Sie ihre Bestände ausdehnen oder nicht? Die Antwort fällt eindeutig aus: Mit rund 10 % will nur ein geringer Anteil die Anzahl an Schweinen in den kommenden Jahren ausdehnen.

Keine Änderung:

Der überwiegende Teil der Betriebe (74 %) möchte die Schweinebestände in etwa gleich belassen. Knapp 15 % der 450 Befragten erklärten, in Zukunft weniger oder keine Schweine halten zu wollen. Weitere 2 % äußerten sich nicht zu dieser Frage.

Zudem gibt es Unterschiede, welche Schweinebetriebe in Zukunft wachsen wollen.

Laut der Umfrage wollen Befragte von größeren Betrieben zum Befragungszeitpunkt statistisch signifikant häufiger die Schweinebestände vergrößern als jene von kleineren Betrieben (11 % versus 6 %).

Kleinere Betriebe wollen in Zukunft die Schweinebestände eher reduzieren. Sie möchten die Schweinehaltung auch viel häufiger gänzlich aufgeben als größere Betriebe (25 % versus 11 %).

Junge wollen wachsen:

Auch nach dem Alter lassen sich statistisch signifikante Abweichungen zusammenfassen. Jüngere bis 39 Jahre setzen mehr auf Wachstum (17 %), Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter ab 55 Jahre denken häufiger daran, die Schweinehaltung aufzugeben (23 %). Zwischen Mast-, Zucht- oder kombinierten Betrieben gab es keine altersspezifischen Unterschiede, was das Betriebswachstum betrifft.

Jetzt wollen wir uns der Frage zuwenden, welche weiteren Strategien und Überlegungen für die Zukunft unter Österreichs Schweinehaltern vorherrscht. Dazu wurden neun Betriebs- und Haushaltsstrategien im Fragebogen aufgelistet. Die Befragten konnten dann in einer fünfstufigen Skala von „trifft voll zu“ bis „trifft nicht zu“ wählen (siehe Übersicht 2).

Wichtig: Nicht alle Fragen beziehen sich auf die gesamte Stichprobe von 450 Betrieben. Beispielsweise wurde die Frage zur Strategie „die Tageszunahmen erhöhen“ ausschließlich Betrieben mit Mastschweinen gestellt.

Am meisten stimmten Ferkelerzeuger der Strategie „Anzahl abgesetzte Ferkel erhöhen“ zu. Diese Strategie wollten zum Befragungszeitpunkt 34 % der Befragten mit Zuchtsauen (298 Betriebe) ganz sicher und weitere 40 % eher sicher verfolgen. Das ist ein Hinweis darauf, dass die Professionalisierung und Intensivierung in der Zuchtsauenhaltung weiter voranschreitet.

Gleich dahinter in der Reihung folgte eine qualitätsorientierte Strategie: 31 % der Befragten wollten ganz sicher an einem Qualitätsfleischprogramm teilnehmen. Weitere 34 % interessierten sich eher dafür.

Mehr Tierwohl und Qualität:

In eine ähnliche Kerbe der Qualitätsorientierung schlägt die Beteiligung an Tierwohlprogrammen. 17 % waren dafür äußerst offen. Weitere 39 % zeigten ebenso Interesse dafür.

Unter den Befragten mit Mastschweinen wollten 13 % die Tageszunahmen ganz sicher erhöhen, weitere 32 % wollten diese eher erhöhen. Neue Betriebszweige, der Einstieg in die Diversifizierung oder der Nebenerwerb zählten nicht zu den präferierten Strategien unter den Schweinehaltern. Ähnliches gilt für die Umstellung auf die biologische Wirtschaftsweise. Lediglich 2 % zeigten dafür ein größeres Interesse.

„An Qualitätsfleischprogrammen teilnehmen“ war in größeren Betrieben (74,3 Schweine-GVE) häufiger gefragt als in kleineren Betrieben (22,8 Schweine-GVE). Gleichzeitig wolten kleinere Betriebe eher auf die biologische Wirtschaftsweise umstellen: Für 6 % war diese Option voll, für weitere 19 % eher zutreffend.

Mäster wollen Qualität steigern:

Sauenhalter interessierte es weniger, an Qualitätsfleischprogrammen teilzunehmen. Das überrascht nicht, da diese in erster Linie für Mäster angeboten werden. Dazu kommt, dass jüngere Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter zum Befragungszeitpunkt häufiger an solchen Programmen teilnehmen wollen als ältere.

Ähnlich ist das Ergebnis nach der Frage, einer Arbeit außerhalb der Landwirtschaft nachzugehen. Jüngere zeigten hier ebenso größeres Interesse dafür. Ansonsten gab es keine Abweichungen bezogen auf das Alter.

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