Rettet das Braunvieh!

(Bildquelle: topagrar.at)

W er sich derzeit unter Braunviehzüchtern umhört, merkt schnell, dass etwas nicht stimmt. Die Besamungszahlen schwinden, Fleckvieh und Holsteins halten Einzug in die Milchviehställe, Unzufriedenheit macht sich breit.

Seit Jahren gehen die Zuchtrichtungen zwischen Milch und Exterieur auseinander und spalten die Züchterschaft. Die Besamungsstationen versuchen den Spagat im Stierangebot zu schaffen und bieten „von jedem etwas“ an. Zwischen den Alpenländern Österreich, Schweiz und Süddeutschland – ja sogar innerstaatlich zwischen den Bundesländern – wird mit vollkommen unterschiedlichen Zuchtstrategien gearbeitet. Dazu kommen verschiedene wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen der Alpenländer. Viele Baustellen, die langfristig angesichts der jetzt schon kleinen Population das Aus des Braunviehs im Alpenraum bedeuten können!

Jetzt muss jeder Landwirt, Züchter, Einstufer, Zuchtbeauftragter, Zuchtleiter und Geschäftsführer seinen Beitrag zum Erhalt der Rasse leisten:• Es ist höchste Zeit für ein einheitliches Zuchtprogramm für Österreich und Deutschland. Denn die Länder verbindet bereits die gemeinsame Zuchtwertschätzung sowie die enge Koope-ration von Besamungsorganisationen. Derzeit versuchen die verantwortlichen Zuchtleiter „ins Gespräch zu kommen.“ Daraus müssen schnellstmöglich Fakten folgen!• Die internationale Zusammenarbeit aller europäischen Braunviehorganisa-tionen muss verstärkt werden. Denn die Probleme betreffen alle und sollten auch beim Namen genannt werden. Gerade die Europakonferenz 2019 in Imst/Tirol ist die nächste Möglichkeit, sich mit diesen Themen länderübergreifend auseinanderzusetzen. • Die Marschrichtung „Milch“ muss im Vordergrund stehen, damit die Braunvieh-Kuh wirtschaftlich konkurrenzfähig bleibt. Wir brauchen keine schlechte Kopie der Holsteins, aber eine leistungsbereite Kuh, die mit Fitness und Nutzungsdauer punktet. Ihr hervorragendes Exterieur ist die beste Basis dafür.• Es müssen sich noch mehr Landwirte und Züchter den Typisierungsprogrammen anschließen. Damit lässt sich neue Genetik finden und Zuchtfortschritt generieren. Solide Daten in den Gesundheitsmerkmalen können ein Schlüssel sein, um die Vorzüge der Rasse hervorzuheben.• Trotz aller Zweifel sollten die Züchter jetzt nicht das Vertrauen in die Zuchtwerte verlieren! Denn das ist unser Fundament!• Zuchtleiter und Fachgremien müssen sich wieder mehr mit den Landwirten austauschen, anstatt Probleme nur im kleinsten Kreis zu diskutieren. Leider haben die Zuchtleiter aus Österreich, Deutschland und der Schweiz auch die Chance, sich im Beitrag ab Seite 32 einzubringen, nicht genutzt. • Landwirte sollten mehr in grundsätzliche Entscheidungen eingebunden werden und damit auch Verantwortung übernehmen können. So bleibt die Rinderzucht in bäuerlicher Hand!

Es ist an der Zeit, deutliche Signale für die Zukunft des Braunviehs zu setzen! Nur so entsteht aus Verunsicherung und Resignation wieder Motivation für die Rasse. Gehen wir’s an!

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