Drohende Überlieferung: Was jetzt noch tun?

Autor: Torsten Altmann

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Österreichs Milchbauern steuern in Sachen Zusatzabgabe weiterhin auf einen Negativrekord zu. Was können die Betriebe jetzt noch tun, um die Überlieferung einzugrenzen?

Nach aktuellem Anlieferungsstand (bis Ende November fast 5 % über Vorjahr) geht es in Richtung 60 Mio. €. Diese Abgabe ist bei einer Überlieferung von 4 % fällig, wie VÖM-Präsident Helmut Petschar anlässlich des 6. Milchforums in Baden erläuterte. Diese drohende Monster-Überlieferung würde um fast 40 % über der bisherigen Höchstabgabe aus dem Jahr 1998/99 liegen, wie die folgende Übersicht der VÖM zeigt.

Zusatzabgabe

Die Möglichkeiten in der Produktion

Im Bereich der Produktion haben die Betriebe mit Überlieferung drei Möglichkeiten, wie Milchwirtschaftsberater Gerhard Lindner von der LK Salzburg im Salzburger Bauern schreibt:

  • Den Milchkuhbestand anpassen,
  • Milch an die Kälber verfüttern,
  • den Kraftfuttereinsatz reduzieren.
Zwar sollte letzteres gut überlegt sein, aber vor allem im letzten Laktationsdrittel könne dies helfen, Kosten zu sparen und weniger Milch zu produzieren.

Noch Quote kaufen?

Falls möglich, können Betriebe auch noch bis Ende Dezember nicht ausgenützte D- in A-Quoten umwandeln.

Bleibt noch der Kauf bzw. das Leasen von Milchquote, was ebenfalls bis zum 31. Dezember 2014 grundsätzlich möglich ist. Wer davon Gebrauch machen möchte, sollte möglichst den Anteil der überlieferten Milch in der Stufe Überschussabgabe mit Zuschlag verringern, meint Lindner.

Diese dürfte aller Voraussicht nach noch deutlich über derjenigen vom vergangenen MWJ liegen. 2013/14 mussten die österreichischen Milchbauern bei Überlieferungen, die über dem so genannten Zuweisungs-Prozentsatz von 10,6 % lagen, rund 18 Cent/kg an Zusatzabgabe leisten. Die Basisüberschussabgabe bis zu dem Zuweisungsprozentsatz lag bei 7,19 Cent/kg.

Überschussabgabe mit Zuschlag könnte über 22 Ct/kg liegen

Für das aktuelle MWJ könnte der Zuweisungsprozentsatz laut Lindner bei 6 % liegen, die Basisabgabe bei 9 Ct/kg und die Überschussabgabe mit Zuschlag sogar bei 22,5 Ct/kg. Sollte dies so kommen, so bedeutete dies für einen Betrieb, der seine A-Quote beispielsweise um
30 % überliefert, eine Zusatzabgabe von 19,8 Ct/kg überlieferter Milch. Dies wäre laut dem Milchwirtschaftsberater gleichbedeutend mit einem um 4,6 Ct niedrigeren Jahresmilchpreis je kg anglieferter Milch.

Quotenkauf nach der Win-win-Methode

Wie Milchreferent Josef Weber von der LK Niederösterreich schreibt, sollte man einen Quotenkauf so gestalten, dass eine Win-win-Situation entsteht. Verkäufer und Käufer sollten einen Vorteil von dem Geschäft haben. Zu empfehlen sei eine Vereinbarung, nach welcher sich der Quotenpreis als Prozentsatz von der zu zahlenden Zusatzabgabe ableitet. Nach der Verlautbarung durch die AMA am 15. Juni 2015 stehen sowohl der Zuteilungsprozentsatz als auch die "kleine" und die "große" Zusatzabgabe fest, Weber weiter.

Beispiel: Ein Überlieferer kauft A-Quote bis zum 31. Dezember 2014 und fixiert vertraglich neben Menge und Wirksamkeit (1. April 2014) einen Kaufpreis von beispielsweise 50 Prozent der zu zahlenden Zusatzabgabe. Weiters klar auszuhandeln wären Zahlungsfrist, allfällige Anzahlung und Endabrechnung. Somit ist laut dem Milchreferenten gewährleistet, dass ein Milchbauer mit Überlieferung nicht zu viel bezahle. Und der Verkäufer habe die Garantie, dass er auch im letzten Jahr für seine A-Quote noch einen (zumindest geringen) Erlös erzielt. 

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