Erneuerbare Energie: Lob und Tadel für Ausbau-Gesetz

Autor: Torsten Altmann

Photovoltaik
Um bis zu 27 TWh sollen die Erneuerbaren Energien ausgebaut werden.
Quelle: Heil

Den Rahmen für das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) haben heute die Regierungsparteien im Ministerrat beschlossen. Der erneuerbare Strom soll damit von 22 bis 27 TWh ausgebaut werden.

„Die Rahmenbedingungen müssen nun legistisch aber so ausgestaltet werden, dass bestehende erneuerbare Anlagen erhalten bleiben, neue realisiert und vor allem fossile Energien auch tatsächlich aus den Märkten geführt werden“, so Franz Titschenbacher, Präsident des Biomasseverbandes. „Bei einigen der genannten Punkte wie z.B. Ausschreibungen gibt es allerdings noch offene Fragen. Positiv werden die Öffnung der Strommärkte für Gemeinschaftsanlagen, der Zugang zu Regel- und Ausgleichsenergiemärkten und die geplanten Steuererleichterungen für Erneuerbare Energien bewertet.“ 

Fossiler Energieeinsatz sollte gesenkt werden

Wie sich der Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung auf die Treibhausgas-Bilanz auswirken wird, hat der ÖBMV anhand von drei im EAG möglichen Szenarien entwickelt. Im besten Fall könnte bei einer nur leichten Steigerung des Stromverbrauchs, dem Erhalt der erneuerbaren Bestandesanlagen und bei einem Ausbau von 27 TWh erneuerbarem Strom der fossile Stromverbrauch drastisch gesenkt werden.

Im schlechtesten Fall, bei einem stark steigenden Stromverbrauch, einem Abschalten von bestehenden Biomasse-Kraftwerken und einem geringen Ausbau, bleibt die fossile Stromerzeugung in etwa auf aktuellem Niveau. Im mittleren Szenario mit hohem Stromverbrauch, Erhalt der Bestandesanlagen und hohem Ausbau ist immerhin eine Halbierung des fossilen Stromverbrauchs möglich.
 
Bestehende Biomasseanlagen erhalten!
 
 „Die Wirkung des nun vorgelegten Maßnahmenpakets hängt maßgeblich vom Erhalt der Biomasse-Bestandesanlagen ab. Wir brauchen hier dringend eine tragfähige Lösung. Fallen diese aus dem System, fehlen die Kapazitäten nicht nur im Strom-, sondern auch im Fernwärmebereich. Aktuell stellt die Abwärme aus Biomasse-KWK-Anlagen ein Drittel der erneuerbaren Fernwärme“, schließt Titschenbacher.  

Pernkopf: Wichtiger Schritt für Klimaschutz
 
„Das von Ministerin Elisabeth Köstinger vorgestellte Erneuerbaren Ausbau Gesetz ist ein besonders wichtiger Schritt für den Klimaschutz und die Energiewende in Österreich“, begrüßt der niederösterreichische LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf die heute vorgestellte Neuregelung, die nun auch rasch umgesetzt werden soll.

Die Bundesregierung habe es sich zum Ziel gesetzt, dass der gesamte Stromverbrauch Österreichs bis 2030 aus Erneuerbarer Energie gedeckt wird. Dass dies möglich sei, zeige Niederösterreich seit 2015 schon vor. Pernkopf: „Wir haben unser ambitioniertes Energieziel bereits vor drei Jahren erreicht, seitdem erzeugen wir 100 Prozent des Stroms aus Erneuerbarer Energie, aus Wasser, Wind, Biomasse und der Kraft der Sonne.

„In Niederösterreich ist eine riesige Energiebewegung entstanden, hinter der das gesamte Land steht. Wir reden von über 300.000 Menschen, die ganz konkret etwas getan haben. Dafür zählen wir heute auch rund 40.000 sogenannte Green Jobs, vom Solar-Installateur bis zum Kraftwerkstechniker. Das heute vorgestellte ‚100.000 Dächer-Programm‘ des Bundes wird wieder so ein Impuls sein, genauso wie die Streichung der Eigenstromsteuer“ führt Pernkopf aus.

Niederösterreich hat aktuell über 700 Windkraftanlagen, 35.000 Photovoltaikanlagen und mit 5.700 e-Autos. Dazu kommen rund 30 Holzkraftwerke, die Strom aus Biomasse erzeugen. Pernkopf: „Für den Weiterbetrieb dieser Anlagen hat die Ministerin in den letzten Wochen ebenfalls schon einen Vorschlag eingebracht, der vom Land Niederösterreich begrüßt wird.“

Kritik von IG Windkraft

„Das heute präsentierte Eckpunktepapier des Erneuerbaren Ausbau Gesetzes enthält noch wenig Konkretes. Die IG Windkraft fordert daher eine Einbindung in einen inhaltlich detaillierten Dialog“, fordert Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft. Mit Ausschreibungen könne der nötige Ausbau von Windkraftprojekten nicht erreicht werden.

Schlagworte

Ausbau, Erneuerbare, Erneuerbaren, Pernkopf, Biomasse, Windkraft, Niederösterreich, fossile, Stromverbrauch, Ausschreibungen

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