Fipronil-Eier: Nur Herkunftskennzeichnung bietet Konsumenten Sicherheit

Eier
Zwei oberösterreichische Großhändler haben gekochte und geschälte Eier aus den Niederlanden an heimische Gastronomen verkauft. Eine Rückholaktion ist angelaufen.
Quelle: ARD

Da auch in Österreich verdächtige Eier aufgetaucht sind, die mit dem Insektengift Fipronil verseucht sein dürften, fordern Interessensvertreter die Kennzeichnung der Eier-Herkunft auch bei verarbeiteten Produkten.

Die zwei in Oberösterreich aufgetauchten Verdachtsfälle von Eiern mit Fipronil-Belastung beziehen sich ausschließlich auf Importware. In Österreich produzierte Eier sind davon nicht betroffen. Dort, wo Konsumenten aufgrund der Herkunftskennzeichnung die Wahl haben – nämlich beim Kauf von Frischeiern – greifen diese praktisch ausschließlich zu österreichischer Qualität. Bei Verarbeitungsprodukten, wie zB Teigwaren, Mehlspeisen, Keksen sowie in der Gastronomie, kommen aufgrund der fehlenden Herkunftskennzeichnung nach wie vor häufig billigere Importeier bzw. Eipulver und Flüssigei aus ausländischer Käfighaltung zum Einsatz.

Ob hier Eier aus ausländischer Produktion zum Einsatz kommen, ist für die Konsumenten nicht nachvollziehbar. Genauso wie der Landesobmann des Unabhängigen Bauernverbandes, Karl Keplinger fordet LK-Präsident Franz Reisecker daher eine noch bessere Kennzeichnung.  Damit klar sei, wo Eier oder auch Fleisch in verarbeiteten Produkten herstammen. Die aktuellen Verdachtsfälle zeigen, dass mit einer Ausweitung der Herkunftskennzeichnung zusätzliche Sicherheit für die Konsumenten geschaffen werden kann.

Gesundheitsministerin Rendi-Wagner ist gefordert

„In Österreich gelten für die Produktion von Eiern höchste Standards. Die Konsumentinnen und Konsumenten wollen zu Recht wissen, wie die Lebensmittel produziert werden und woher sie kommen“, betont Bundesminister Andrä Rupprechter. Der Minister unterstützt die Forderung der Landwirtschaft nach einer Ausweitung der Herkunftskennzeichnung. Eine unbürokratische EU-weite Regelung sei notwendig, so Rupprechter. Gefordert sei die zuständige Gesundheitsministerin Rendi-Wagner. „Die Gesundheitsministerin hat den Handlungsbedarf endlich erkannt und muss ihren Worten Taten folgen lassen.“ Rupprechter fordert zudem eine umfassende Aufklärung des Skandals. Das angekündigte EU-Krisentreffen der zuständigen Minister für Gesundheit und Verbraucherschutz sei ein erster Schritt. „Es braucht ein verlässlicheres EU-weites Schnellwarnsystem“, betont Rupprechter.

Keine Fipronil-Eier in österreichischem Einzelhandel

Die AGES hat bislang (Stand 11.08.2017) Frisch-Eier, Backwaren, Hühnerfleisch, Kekse, Mayonnaise, Teigwaren und Waffeln aus dem österreichischen Einzelhandel auf Fipronil untersucht. Alle bisherigen Ergebnisse waren negativ, das bedeutet, es konnte kein Fipronil in den Lebensmitteln nachgewiesen werden.

Fipronil sei laut AGES nach dem derzeitigen wissenschaftlichen Kenntnisstand nicht krebserregend und erbgutschädigend. Es könne aber beim Menschen neurotoxisch wirken. In höheren Dosen führe es zu Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen bis hin zu Lähmungserscheinungen.

Schlagworte

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