Höhere Produktionsstandards: Grüne machen Handel die Mauer

Autor: Beate Kraml

einkaufen
Deutsche EU-Abgeordnete beantragten ein Verbot von Produktionsstandards über das gesetzliche Niveau hinaus.
Quelle: pixabay.com

Um den endgültigen Text der EU-Richtlinie gegen unfaire Handelspraktiken in der Lebensmittellieferkette ist ein Streit über ein mögliches Verbot von Produktionsstandards über das gesetzliche Maß hinaus entbrannt.

Ein Abänderungsantrag im EU-Landwirtschaftsausschuss der EU sorgt Wirbel. Demnach sollen bei Eigenmarken von Produzenten nur mehr gesetzliche Mindeststandards verlangt werden dürfen und keine über die Gesetze liegenden höheren Tierschutzstandards.
 
Greenpeace und Drexel sehen Köstinger gefordert
 
Dadurch würden viele höhere Standards bei Gesundheit sowie Umwelt- und Tierschutz unter die Räder kommen, meint etwa Greenpeace via Aussendung. Die NGO fordert – ebenso wie Spar-Chef Dr. Gerhard Drexel („Zurück zum Ursprung“, „Fair Hof“) – von Bundesministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) als Vorsitzende des Rats der EU-Agrarminister diesen „versteckten Anschlag auf den Feinkostladen Österreich eine klare Absage zu erteilen“.
 
Drexel hat sich im Klub der Wirtschaftspublizisten in Wien maßlos über den Vorstoß der deutschen CDU/CSU-Agrarvertreter im EU-Agrarausschuss (Albert Deß, Peter Jahr, Norbert Lins, Jens Giesek) aufgeregt.
 
In einer schriftlichen Stellungnahme aus dem Ministerium heißt es, dass es sich beim kritisierten Änderungsvorschlag um eine Forderung des EU-Parlaments handle. Köstinger habe „ein klares Verhandlungsmandat der Mitgliedsstaaten bekommen bei dem diese Forderung nicht enthalten ist.“ Klar sei für sie aber, dass es keinen Eingriff in bestehende Verträge geben dürfe.
 
Grüne auf Seiten des Lebensmittelhandels
 
Neben dem derzeit einzigen österreichischen Agrarvertreter im EU-Parlament, den steirischen Grünen Thomas Waitz, übte auch sein oberösterreichischer Parteikollege Rudi Anschober via Aussendung heftige Kritik an den Änderungsantrag. Für Landesrat Anschober wäre es „ein völlig absurder Rückschritt, wenn tatsächlich dem Handel zukünftig untersagt werden würde, deutlich über die Mindeststandards hinausgehende Initiativen für engagierte Umwelt-, Tierschutz- und Gesundheitsstandards zu verankern und zu bewerben.“

Schlagworte

gesetzliche, Mindeststandards, Standards, Drexel, Köstinger, Anschober, Agrarvertreter, Aussendung, Greenpeace, Forderung

Kommentare

Kommentarfunktion de-/aktivieren

Kommentar hinzufügen...
Kommentieren

Diskussionsabend zu Drahtwurmbefall

Tagung

Am 8. Jänner findet eine spannende Experten-Diskussions-Veranstaltung unter dem Titel „Die Zukunft des Kartoffelbaues in Niederösterreich“ statt.

Mehr...

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Karrero by topagrar
Die neuesten Stellen