Drama in Biosphärenreservat: Wolfsrudel reißt 40 Schafe, viele weitere vermisst

Autor: Alfons Deter

Der Fall findet in den Medien großes Echo, der MDR sprach mit den Naturschützern und Schäfern vor Ort, hier eine frühe Meldung auf Facebook.
Quelle: MDR Facebook

In der Nähe der ostsächsischen Ortschaft Förstgen haben am Dienstag mindestens vier Wölfe 34 Moorschnucken und sechs Burenziegen gerissen. Bis zum Abend versuchten Mitarbeiter der Naturschutzstation „Östliche Oberlausitz“, zu der die Herde gehört, möglichst viele Tiere in dem riesigen Gebiet zu finden. "Alle Tiere, die dann noch alleine draußen umherirren, sind verloren", sagte Meike Biskop von der Schäferei im MDR-Interview.
 
Die Station setzt insgesamt 550 Moorschnucken und 50 Ziegen für die Landschaftspflege im Unesco Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft ein. Die angegriffene Deck-Herde bestand aus 139 Schafen mit zwei Böcken sowie 12 Ziegen, so Biskop weiter. Gesichert war die Weide mit einem 1,10 Meter hohen Flexinetz-Elektrozaun. Anwohner hatten auf der Straße zwischen Förstgen und Tauer herumirrende Schafe gesehen und Schäfer Felix Wagner informiert. Dieser fand in den frühen Morgenstunden diverse verletzte und tote Schafe vor. Im Wald traf er dann auf einen Wolf, der ein Schaf mit Kehlbiss fasste, berichtete der Schäfer im MDR-Radio.

Die Station trifft es nun doppelt hart: Bereits im Dezember 2017 hatte ein Wolfsangriff auf die tragende Herde die Zucht massiv getroffen. Nun ist auch die diesjährige Nachzucht in Gefahr, berichtete Stationsleiterin Annett Hertweck. Sie wisse gerade gar nicht, wie es weiter gehen soll, da auch beide Deckböcke tot sind.

Behörden denken über Entnahme nach
 
Das Kontaktbüro Wölfe in Sachsen hält den aktuellen Fall für außergewöhnlich, weil so viele Tiere in einer Nacht getötet wurden. Beim bislang größten Angriff vor einigen Jahren hatten Wölfe mehrere Nächte gebraucht, um insgesamt 70 Schafe zu reißen. Wölfe seien aber dafür bekannt, ähnlich wie Füchse deutlich mehr Beutetiere zu reißen, als sie fressen können, wenn sich die Gelegenheit bietet.

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In der Region ist das Daubaner Wolfsrudel ansässig. Das Kreisforstamt des Landkreises Görlitz und des Nachbarkreises Bautzen untersuchen nach MDR-Informationen die Wolfsrisse. Das Sächsische Umweltministerium prüfe parallel die Möglichkeit einer Entnahme, heißt es in einer Mitteilung. Da die Wolfspopulation so zugenommen hat, müsse man in naher Zukunft mit weiteren Konflikten rechnen. Heike Zettwitz, Dezernentin im Landratsamt Görlitz, bestätigte im MDR, man sei im Gespräch in Sachsen eine Wolfsverordnung aufzustellen, die die behördlichen Entscheidungen zur Entnahme erleichert.

CDU-Politiker Alexander Dierks wiederholte unterdessen seine Forderung nach einer Lockerung der Abschussregeln für den Wolf. Er stellt den strengen Artenschutz infrage und hatte dazu bereits eine Unterschriften-Kampagne im Internet gestartet. Der Wolf habe sich gerade für Nutztierhalter in bestimmten Teilen Sachsens zum Problem entwickelt.

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Quelle: top agrar Online

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mdr, Schaf, Wölfe, wolf, gerissen, Herde, sachsen, Förstgen, Moorschnucken, bautzen

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