IGP kontert Greenpeace: "Kampagne ist unehrlich“

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Die IGP kontert Greenpeace mit einem Faktencheck.
Quelle: IGP/Greenpeace

Greenpeace hat heute den Lebensmittelhandel in einem offenen Brief aufgefordert, nur mehr glyphosatfreie Nahrungsmitteln zu vertreiben. Für die Industriegruppe Pflanzenschutz (IGP) ist diese Kampagne unehrlich und die gemachten Behauptungen seien fernab von der landwirtschaftlichen Realität.

Greenpeace forderte heute in einem offenen Brief die großen österreichischen Supermarktketten dazu auf, gemeinsam mit den österreichischen Lebensmittelherstellern das Pflanzengift Glyphosat aus der Lebensmittelproduktion zu verbannen. Bis kommenden Donnerstag soll der Handel eine klare Position zu Glyphosat beziehen.

Ziel sei laut Greenpeace, dass Glyphosat ab der nächsten Anbausaison nicht mehr für die Produktion der Lebensmittel eingesetzt wird. Ein Ausstieg aus Glyphosat sei nicht nur für Umwelt und Artenvielfalt entscheidend, sondern reduziere auch die Schadstoffaufnahme über Lebensmittel, heißt es in dem Brief. Und weiter: „Das von der Internationalen Krebsforschungsagentur der WHO als wahrscheinlich krebserregend klassifizierte Glyphosat ist beispielsweise in Brot und Bier bereits nachgewiesen werden.
 
Die IndustrieGruppe Pflanzenschutz (IGP) weist in einer Aussendung von heute auf die Widersprüche in der Argumentation der hin: Die Einstufung der Internationalen Krebsforschungsagentur (IARC) wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) bereits auf nicht krebserregend beim Menschen revidiert, so die IGP.
 
Unkraut wird bei allen Bewirtschaftungsformen bekämpft

Greenpeace behaupte, dass durch die Beseitigung von Unkraut durch Glyphosat Lebensräume für Tiere verloren gehen. Richtig ist laut IGP: Unkraut wird bei allen Bewirtschaftungsformen bekämpft, da es sich negativ auf Ertrag und Qualität der Lebensmittel auswirkt. „Pflanzenschutz dient – egal ob Harke, Pflug oder Pflanzenschutzmittel – dazu, die Gesundheit der Pflanzen zu erhalten und so für sichere und gesunde Lebensmittel zu sorgen. Würde Unkraut nicht bekämpft werden, würden für Menschen giftige Unkräuter in die Lebensmittel gelangen“, sagt Christian Stockmar, Obmann der IGP. Dass das vorkommt, zeigen die Rückrufaktionen der AGES z.B. wegen Rückständen von Tropanalkaloiden beim Verzicht auf entsprechende Pflanzenschutzmaßnahmen.  
 
Es gibt Grenzwerte zu Glyphosat, die eingehalten werden müssen

Unabhängig davon, dass sich Glyphosat nicht im Körper anreichert und quasi vollständig wieder über den Urin ausgeschieden wird, gibt es Grenzwerte für Pflanzenschutzmittel-Rückstände. Damit wird die Sicherheit der Lebensmittel gewährleistet. „Die Grenzwerte für Pflanzenschutzmittel werden von Behörden über Studienergebnisse und unter Berücksichtigung eines Sicherheitsfaktors ermittelt und errechnet. Selbst bei einer Überschreitung der Grenzwerte bei Rückständen besteht also noch lange kein Risiko für Menschen. Greenpeace betreibt nur Panikmache ohne jede wissenschaftliche Grundlage“, betont Stockmar.
 
Österreich-Fokus beweist Unehrlichkeit der Kampagne

Dass sich die Forderung von Greenpeace nur darauf beziehe, dass Österreich kein Glyphosat brauche, zeige, dass Greenpeace unehrlich agiere. Hier werde eine Kampagne auf dem Rücken der österreichischen Landwirte – dem internationalen Musterschüler beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln – ausgetragen. „Richtig ist aber vor allem, dass Glyphosat und andere Pflanzenschutzmittel sehr wohl benötigt werden, um die Äcker von Unkraut zu befreien. Allein bei der Zuckerrübe wären acht Millionen Arbeitsstunden erforderlich, um diese unkrautfrei zu halten. Das bedeutet, jede Österreicherin und jeder Österreicher müssten pro Jahr eine Stunde am Feld stehen und Unkraut jäten“, so Stockmar. „Wir laden Greenpeace daher sehr herzlich dazu ein, sich beim Jäten am Rübenacker ein Bild von der österreichischen kleinstrukturierten Landwirtschaft zu machen“, so Stockmar.  

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