Jungbauern: Agrar-Innovationspreis 2018 für drei engagierte Betriebe

Autor: Torsten Altmann

Innovationspreis
Sieger Michael Lamprecht (m.) erhielt den Hauptpreis von 6.000 €, den zweiten Platz belegte Hans-Peter Schlegl, Dritte wurden Manfred und Elisabeth König. Es gratulierten u.a. Jungbauern-Bundesobmann Franz Xaver Broidl (l.), ARGE Meister-Bundesobmann Markus Konrad (4.v.l.) und BB-Präsident Georg Strasser (r.).
Quelle: Jungbauern / Peter Herzog

Michael Lamprecht und Hans-Peter Schlegl aus der Steiermark sowie Manfred und Elisabeth König aus Salzburg heßen die drei Sieger des diesjährigen Innovationspreises der Österreichischen Jungbauernschaft.

Bereits zum sechsten Mal zeichnete die Österreichische Jungbauernschaft am vergangenen Donnerstag besonders mutige, neuartige und nachhaltige Projekte und Betriebskonzepte aus. Im Rahmen der Verleihung des Innovationspreises 2018 wurden vorbildhaft engagierte und wirtschaftende junge Betriebsführerinnen und Betriebsführer prämiert. „Dieser Preis soll auch ein Anreiz und eine Motivation für junge Bäuerinnen und Bauern sein, selbst neue Projekte umzusetzen oder neue Produkte auf den Markt zu bringen“, erklärt Bundesobmann Franz Xaver Broidl einen weiteren Motivationsgrund hinter dem langjährigen Erfolgsprojekt.

Drei aus 18 Einreichungen ausgezeichnet

Aus insgesamt 18 Einreichungen wurden in einer Jurysitzung drei Preisträgerinnen und Preisträger gekürt. Die Vielfalt bei den Bewerbungen war neuerlich groß: von neuen Kulturarten und Tierrassen über vielversprechende technische Neuerungen bis hin zu innovativen Vermarktungsformen und einzigartigen Betriebskonzepten zeigte sich die gesamte Bandbreite der heimischen Landwirtschaft.

Als zusätzliche Motivation zur Teilnahme am Innovationspreis dienten auch die Gewinne, die vom Lagerhaus als Hauptsponsor zur Verfügung gestellt wurden. Die ersten drei Plätze durften sich über Sachpreise im Gesamtwert von 10.000 Euro freuen. „Innovation und Digitalisierung sind für den Agrarbereich und somit auch für uns als Lagerhaus-Organisation die wichtigsten Zukunftsthemen. Die Landwirtschaft ist hier schon sehr weit wie zum Beispiel Drohnenflüge oder autonom fahrende Traktoren zeigen.

Der Innovationspreis zeigt, dass bei den jungen Landwirten großes Potenzial vorhanden ist und das unterstützen wir gerne“, erklärt Klaus Goldmann, Marketingleiter der Raiffeisen Ware Austria. Als Medienpartner des Innovationspreises 2018 fungierte die Österreichische Bauernzeitung, als weiterer Projektpartner konnte die ARGE Meister gewonnen werden.

1.Platz: Kamergestütztes Lenksystem für Reihenhacken

Ein kameragestütztes Lenksystem für Reihenhacken, genannt „PFA-Row-Tracking“ (Pathfinder-Agrar-Row-Tracking): mit diesem Projekt überzeugte der 30-jährige Michael Lamprecht aus der Steiermark die Jury und sicherte sich den Sieg beim diesjährigen Innovationspreis. Laut eigener Aussage stellt die mechanische Beikrautregulierung in der herbizidfreien Bewirtschaftung von landwirtschaftlichen Kulturflächen die größte verfahrenstechnische Herausforderung dar.

Aus diesem Grund wurde ein kameragestütztes Lenksystem zur Automatisierung der mechanischen Beikrautregulierung entwickelt. In der Konzeptionierung wurde großes Augenmerk auf die Benutzerfreundlichkeit, der Eignung für alte als auch neue Maschinenkombinationen, der Funktionalität auf Hang und auf ebenen Flächen wie auch auf die Eignung für Klein- und Mittelbetriebe gelegt. Das patentierte Kamerasystem befindet sich zurzeit in der letzten Entwicklungsstufe und soll in der Saison 2019 Serienreife erlangen.

2.Platz: Ein "24/7"- Bauernladen

Den Konsumentinnen und Konsumenten landwirtschaftliche Produkte außerhalb der Öffnungszeiten von Bauernladen oder Bauernmarkt anbieten zu können oder eben „Landwirtschaftliche Produkte rund um die Uhr“ – das ist das Ziel und der Name des zweitplatzierten Projekts von Hans-Peter Schlegl aus der Steiermark. Am Beginn des Projekts stand eine 24-Stunden-Verkaufsstation für Eier via Automat, mit steigender Nachfrage und vielseitigen Kundenwünschen wuchs auch das Sortiment.

Mittlerweile verantwortet er mehrere Automaten in Graz und Umgebung, die mit den unterschiedlichsten landwirtschaftlichen Produkten befüllt werden. Jeder Partnerbetrieb verkauft die Produkte an ihn und bestimmt selbst den Einkaufs- und Verkaufspreis, die Abholung, Lagerung und Befüllung der Automaten übernimmt der 22-jährige. Die Überwachung des Produktstandes erfolgt via Computer, um Leerfahrten zu vermeiden; der Befüllung liegen logistische Planungen zugrunde. Das Gehäuse der Automaten wurde selbst entworfen, um einen Isolierungs- sowie Einbruchschutz sicherzustellen. Langfristig soll das Angebot an 24-Stunden-Automaten noch weiter ausgebaut werden, um noch mehr Menschen zeitunabhängig die Möglichkeit zu geben, regional und umweltbewusst einkaufen zu können.

3.Platz: Gutes für Leib und Seele

Soziale Landwirtschaft, in der der Mensch wieder in den Mittelpunkt rückt. Das ist die Grundidee von Manfred und Elisabeth König aus Salzburg mit ihrem Betriebskonzept „Gratzgut – Gutes für Leib und Seele“. Der 500 Jahre alte Bauernhof ist der einzige zertifizierte Green Care Auszeithof im Lungau und der einzige Betrieb im Salzburger Land, wo die tiergestützte Intervention angeboten wird. Einerseits werden den Gästen des Gratzgutes die traditionelle Landwirtschaft und die natürlichen Kreisläufe nähergebracht, andererseits steht der Bauernhof als Bildungs- und Gesundheitsort im Mittelpunkt und bietet die Möglichkeit, eine besondere Auszeit zu nehmen.

Der Betrieb bietet ein vielfältiges Angebot für Jung und Alt, insbesondere auf die Arbeit mit Kindern (Schule am Bauernhof, Kinderworkshops etc.) wird besonderes Augenmerk gelegt. In Zukunft sollen die angebotenen Dienstleistungen noch weiter verbessert und vor allem bekannter gemacht sowie Kooperationen mit Schulen, Kindergärten und sozialen Einrichtungen ausgebaut werden.

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