Kastrationspflicht für Katzen sorgt für Kritik

Autor: Sylvia Haury

Katzen
Foto: Kraml

Leider kein Aprilscherz: Ab 1. April 2016 tritt die Kastrationspflicht für Bauernhofkatzen in Kraft. Damit soll verhindert werden, dass immer mehr Katzen in Tierheimen landen oder getötet werden. Die Pflicht stößt bei vielen Landwirten und auch bei Tierärzten auf heftige Kritik.

Um die jährliche Katzenschwemme einzudämmen gibt es seit 1. Jänner 2005 eine Kastrationspflicht, welche auch im Tierschutzgesetz verankert ist. Bislang waren reine Wohnungskatzen, Katzen, die zur Zucht verwendet werden, sowie Katzen „in bäuerlicher Haltung“ ausgenommen. Alle anderen Katzen, die sich draußen aufhalten, müssen seit 2005 kastriert werden. Ab 1. April 2016 tritt allerdings eine Änderung des Tierschutzgesetzes in Kraft, wonach alle Katzen auch auf bäuerlichen Betrieben kastriert werden müssen. Von der Kastrationspflicht ausgenommen sind nun nur noch reine Wohnungskatzen und Zuchtkatzen.

Im Schnitt kostet die Kastration eines Katers 60 Euro, die Kastration einer Kätzin 95 Euro. Landwirte, die dennoch Junge am Hof haben möchten, müssen die Katze bei der Bezirksverwaltungsbehörde als Zuchtkatze melden. Kontrolliert werde die Kastrationspflicht von den Amtstierärzten. Bei Verstößen drohten Strafen von 70 bis zu 3750 Euro, berichten die Salzburger Nachrichten. 

Konflikte mit Landwirten schüren

Während einige Bauern und Tierärzte die Pflicht befürworten, können andere die Beweggründe nicht nachvollziehen: In den letzten Jahren sei die Katzenpopulation stets im Rahmen geblieben. Außerdem würden Bauernhofkatzen im Vergleich zu Katzen in Stadtwohnungen ein artgerechteres Leben führen, heißt es von tierärztlicher Seite. Die Kosten für eine Kastration oder Sterilisation sind für viele Betriebe bei den derzeitigen Milch- und Schweinepreisen zudem nicht leistbar. Auch Konflikte zwischen Landwirten und der Bevölkerung könnten steigen, wenn Besitzer von unkastrierten Katzen angezeigt werden.

Neben der Kostenfrage steht u.a. die Mäusebekämpfung in Diskussion. Sind weniger Katzen am Hof, so werden auch weniger Mäuse gefangen. Außerdem sei es schön, den Kätzchen beim Aufwachsen und Spielen zuzuschauen. So würden Kinder einen respektvollen Umgang mit anderen Lebewesen lernen.

Auf der anderen Seite sei positiv zu bewerten, dass sich durch die Kastration ein gesünderer Katzenbestand entwickeln könnte. Es würden weniger kranke Katzen auf den Höfen leben oder getötet werden müssen. Problematisch sind hier aber vor allem wild lebende Katzen. Dass die Landwirte die Kosten für die Kastration von Streunern nicht tragen wollen, ist klar. Schwierig wird es für die zuständige Behörde, die Eigentumsverhältnisse frei laufender Katzen zu klären.

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