„Öko macht die Welt nicht satt“

Autor: Beate Kraml

Ulrike Bieritz
Die Welt könne man nicht mit Tofu-Burgern ernähren, so Ulrike Bieritz in ihrem Radiokommentar auf radioeins (Rundfunk Berlin-Brandenburg).
Quelle: Radioeins

Mit dem Traktor durch Berlin: Das ist einmal im Jahr anlässlich der Grünen Woche kein ungewöhnliches Bild mehr. Zum neunten Mal zogen Zehntausende plus 90 Traktoren durch die deutsche Bundeshauptstadt, um unter dem Motto „Wir haben es satt“ für eine zukunftsfähige Agrar- und Ernährungspolitik zu demonstrieren. Radiomoderatorin Ulrike Bieritz von radioeins (Rundfunk Berlin-Brandenburg) nahm dies zum Anlass, einen gesalzenen Kommentar gegen das „Bauernbashing“ zu verfassen.

Radiomoderatorin Ulrike Bieritz hat diese ritualisierte Demo schon langsam satt. Auf radioeins nimmt sie kein Blatt vor dem Mund, warum ihr "dieses Bauernbashing regelmäßig zur Grünen Woche auf den Keks gehe". Denn es gehe immer wieder um den bösen Bauern und den guten Verbraucher sowie die Forderungen gegen Massentierhaltung, mehr Bio, weniger Fleisch und mehr Gemüse. "Das ist wirklich verlogene Kacke", poltert Bieritz in der Radiosendung. Denn Öko mache die Welt nicht satt und auch die Menschen würden bei höheren Preisen nicht mitspielen. Dabei solle man auch immer die explodierende Weltbevölkerung im Auge haben. Diese könne man nicht mit Tofu-Burgern ernähren, so Bieritz. Zumal für dieses Soja-Zeugs, wie sie es nennt, auch der Regenwald abgeholzt werde. Das wolle man dann auch nicht.

Was ist Bio an einer eingeflogenen Bio-Banane?

Konsumenten betonen, dass sie weniger Fleisch essen und nur regional und Bio einkaufen würden. Bieritz fragt hier kritisch, was ist bitteschön Bio an einer von irgendwoher eingeflogenen Bio-Banane? "Generell werde beim Essen gelogen, dass sich die Balken biegen", legt sie nach. Das zeige sich auch im Kaufverhalten der Konsumenten. Diese würden angeben, mehr Geld für Fleisch aus guten Haltungsbedingungen auszugeben. Doch schlussendlich würden die meisten zu Billigprodukten aus dem Diskonter greifen. Keine wisse, wo diese herkommen. Hauptsache billig.

Zum Schluss äußert sie sich über die Scheinheiligkeit in der Debatte: "Egal, ob Bio oder nicht Bio, ein guter Bauer liebt seine Viecher und seinen Acker, auch wenn er konventionell wirtschaftet. Mich stört wirklich dieses gute Bauer, böse Bauern-Gebashe, diese gute Vegetarier, böse Fleischesser". Laut Bieritz solle man den Landwirten, die unter schwierigen Bedingungen dafür sorgen, dass wir jeden Tag genug zu essen haben, Respekt zu zollen.

Den gesamten Kommentar von Ulrike Bieritz können Sie hier nachhören.
 
 

Schlagworte

Bieritz, Bio, satt, Ulrike, radioeins, Kommentar, Radiomoderatorin, Bauernbashing, essen, eingeflogenen

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